Männliche Götter von heute.

Technik kann kein kulturelles Markenzeichen sein, wenn sie deren Existenzgrundlage zerstört. Atomkraft ist bei einem Super Gau nicht mehr beherrschbar. Die Technik versagt auch bei der Entsorgung des zwangsläufig produzierten atomaren Mülls, der ca. 1 Million Jahre gesundheitsschädigend bzw. tödlich strahlt. Zumal die Mindestvoraussetzung wäre, um die gesundheitliche Schädigung der Gesellschaft zu verhindern, dass ja dieselbige genauso lange darüber wachen müsste, damit es nicht passiert. Es können nur Größenwahnsinnige glauben, dass das möglich ist.

Die Tatsache, dass seit der ersten Hochkultur vor ca. 6.000 Jahren alle folgenden Hochkulturen untergegangen sind, wird mit der heutigen Technikgläubigkeit einfach verdrängt. Das Motto, was wahr ist, aber nicht wahr sein darf, weil es den Profit schmälert, ist das tödliche Gift sowie der Totengräber unserer technikgläubigen Kultur. In der außerdem Angepasstheit wichtiger ist als authentische Individualität.

Diese existiert mehrheitlich nur als aufgeklebtes Etikett auf Stirnen. Nichts weiter als ein obskurer Süßstoff, der das vergiftete Leben der Techniksklaven erträglicher machen soll. Dieses perverse Gesellschaftssystem wird von einer privilegierten hegemonialen Sackgenossenschaft dominiert, der das Wohlergehen Einzelner an ihren notgeilen Ärschen vorbeigeht. Narzisstischer Größenwahn genährt durch Minderwertigkeitskomplexe vernichtete schon 2009 weltweit mehr als die Erde produzieren konnte.

In früheren Jahrhunderten waren die Eingriffe in die Natur gering, Schäden für die Menschen nicht erkennbar. Die Natur schien unermessliche Ressourcen für die menschliche Gesellschaft bereit zu halten. Das änderte sich mit der Zunahme der Bevölkerung, die sich auch in bisher unbewohnte Gebiete ausbreitete. Und es verschärften sich die Auswirkungen noch einmal durch die technischen Errungenschaften, die es erlaubten, die Erde und ihre Ressourcen uneingeschränkt auszubeuten ohne Rücksicht auf Natur und Umweltfolgen. Die ungeheuere Umweltzerstörung blieb vorerst einer Mehrheit der Menschen verborgen. Das änderte sich mit den Erkenntnissen des Clubs of Rom und dem Werk von Dennis Meadows: Die Grenzen des Wachstums, 1972. Das war vor fast 40 Jahren, trotzdem wurde und wird weiterhin dem Gott Wachstum gehuldigt. Der zwar in der Tat für die Erhaltung des Systems notwendig ist, aber schlussendlich dessen Zerstörung bedeutet, weil dadurch die heute schon knappen Ressourcen nur noch schneller zu Ende gehn.

Zitiere: “Der Living Report zeigt deutlich, dass es höchste Zeit ist, Lösungen zu entwickeln, wie die wachsenden Bedürfnisse der Weltbevölkerung mit den vorhandenen Rohstoffen gedeckt werden können”, sagte Brandes. Eine neue Definition von Wohlstand sei daher überfällig. In einer Welt mit begrenztem Ressourcenangebot könne es kein unbegrenztes Wirtschaftswachstum geben. Quelle.

Das von der männlichen Hegemonie kontrollierte Privateigentum ist die Illusion auf die quasi alle Menschen in den Industrienationen hereingefallen sind. Deren geistiger sowie materieller Müll mithilfe der imperialistischen Globalisierungspolitik über den Globus verteilt wird, und die dort lebenden Menschen noch ärmer machen, als sie sowieso schon sind. Gäbe es das gebetsmühlenartig proklamierte Recht auf Privateigentum wirklich, dann müsste es das ja auch für alle Menschen geben, richtig? Und da davon nicht die Rede sein kann, offenbart zweifelsfrei, dass pervertierter Egoismus die Ärsche der Besitzenden auf Kosten der Armen sowie mithilfe der Technik noch dicker werden lässt. Dass unsere Hochkultur, wenn man sie denn so nennen will, die Nächste ist, die untergeht, ist nur noch eine Frage der Zeit, und das passiert definitiv nicht erst in einer Million Jahre.

Ich hab den Verstand kotzen gesehen.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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6 Antworten zu Männliche Götter von heute.

  1. shuizid schreibt:

    Ok, wir stellen fest: Männer haben sich die Macht irgendwie unter den Nagel gerissen und sind deswegen natürlich weiterhin die führenden Kräfte in der aktuellen Entwicklung.
    Das heißt natürlich, dass die Kritik am System mit der Kritik am Wirken der Männer noch untrennbar verschränkt sind, jedoch wirkt gerade der Titel so, als sei diese Verschränkung grundsätzlich vorhanden. Jedoch glaube ich, dass auch Frauen in entsprechenden Positionen kein wesentlich anderes Verhalten an den Tag legen, dass also diese sehr männerfixierte Kritik, dem System entsprechend, angemessen sein mag, aber eben diese Fixierung allgemein betrachtet nicht vertretbar ist. Es wäre also korrekterweise ein Gott des Menschen von heute.

    • lucia schreibt:

      Männer haben sich die Macht nicht irgendwie unter den Nagel gerissen sondern mit Gewalt, und daran hat sich bis heute nix geändert. Die wenigen Frauen, die in ähnlichen Positionen sind, sind Frauen mit männlichen Hirnen, ergo genauso bescheuert wie Männer. Dass sich Männer einbilden Gott zu sein, dürfte auch dir bekannt sein, aber da metaphysische Schläge körperlich nicht weh tun, muss er wohl irdisch sein, nicht wahr? Der Trick ist übrigens ca. 5.000 Jahre alt, schmeiß ihn auf die Müllhalde der von Männern verfälschten Geschichte.

  2. shuizid schreibt:

    Männer haben sich die Macht gewaltvoll genommen? Und wie? Haben sich die Urmänne in der Höhlegedacht “so, jetzt lasst uns mal die Frauen unterdrücken”? Die Vormachtstellung des Mannes hat sich im Laufe der Geschichte entwickelt, so klingt das imo viel einleuchtender. Wenn du natürlich eine Quelle hast, die belegt, dass die Männer in der urmenschlichen Gesellschaft irgendwann gewaltvoll die Macht übernommen haben und nicht etwa dies aus der damaligen Teilung der Arbeit heraus erwuchs und sich später unnötig verfestigte, dann revidiere ich mein zugegeben recht vorschnelles Urteil natürlich sofort.
    Was aber die Frauen mit dem männlichen Gehirn angeht… Was bitte haben die das her? Sie werden ja kaum den Kopf eines Mannes aufgeschraubt haben, um sich dessen Gehirnes zu bemächtigen – also ist ihr Gehirn zweifellos das einer genetischen Frau. Wenn du natürlich meinst, dass sie männlich erzogen wurden, mit männlichen Trieben und Zeug, dann muss man da erstmal differenzieren, dass sie natürlich als Frauen erzogen wurden und lediglich mit einer bestimmten Eigenschaft (Bsp.: Machtstreben) die du allgemein Männenr zuordnest. Aber eben jene Zuordnung als Produkt der Erziehung würde ja den “männlichen” Aspekt negieren, eben weil Männer dann diese angebliche männliche Eigenschaft nicht aus ihrer genetischen Männlichkeit, sondern der Erziehung heraus gezogen hätten. Und dann müsste man ganz klar sagen, dass diese geschlechtlich orientiere Kritik unvollständig ist, weil die Betrachtung der Geschlechter den Aspekt der Erziehung vollkommen ignoriert, obwohl aus dieser enorm viele Eigenschaften der späteren Persönlichkeit hervor gehen. Darunter auch diese, die du dann an Männern an und männlichen Frauen kritisierst, so als sie dies durch irgendeinen unbekannten Grund mit dem m#nnlichen Geschlecht untrennbar verwachsen.

    • lucia schreibt:

      Über die Entstehung des ersten Patriarchats gibt es verschiedene Thesen. Am interessantesten finde ich diese: James DeMeo – Forscher zur Entstehung des Patriarchats durch Wüstenbildung

      Mal abgesehen davon, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sozusagen das falsche Gehirn im Kopf haben, meinte ich natürlich, dass Frauen Denk- und Verhaltensweisen von Männern adaptiert haben, sei es durch Sozialisierung, sei es aus Eigeninitiative. Beides ist allerdings in einer Gesellschaft kein Wunder, in der Macht- und Besitzdenken herrscht. Dass sich prozentual mehr Männer als Frauen damit profilieren wollen, kann aber auch an den geerbten Verhaltensweisen liegen, vor allem dann, wenn diese dementsprechend gefördert werden oder eben nicht.

      • Shuizid schreibt:

        Danke für den Bericht ^^
        Leider hält sich zu mindestens der Artikel sehr kurz. Aber die Notwendigkeit einer Machstruktur bevorzugt aus unglücklichen biologischen Bedingungen ja tatsächlich Männer. Nicht wegen Muskeln oder so, sondern einfach weil Frauen fortpfalnzungsbedingt häufig als Kriegerinnen ausfallen. In primitiven kriegerischen Gesellschaften, kann daraus sicherlich schnell eine regelrechte Unterdrückung der Frau erwachsen, weil sie der damals notwendigen Hauptaufgabe nur unzureichend nachkommen konnte (weil ja auch Vermehrung eine große Rolle spielte und somit nicht mal beiseite gestellt werden konnte). Etabliert sich darüber einmal eine Bevorzugung des Mannes, die ein paar Jahrtausende nicht hinterfragt und gerade deswegen gefestigt wird, stehen Frauen ein bisschen gelackmeiert da. Allem voran in einer modernen Gesellschaft, in welcher die scheinbaren Ursprünge der Ungleichbehandlung seit langem überfällig sind.
        Man könnte sich streiten, ob die Vormachtstellung der Männer durch Gewalt gegen Frauen oder eine gemeinsame Einigung eingeführt wurde, aber das wäre imo Kümmelspalterei. Woher auch immer die Ungleichbehandlung einmal kam, sie hat in der heutigen Zeit ihre Rechtfertigung verloren.

    • lucia schreibt:

      Ich kann nicht wirklich behaupten, dass kriegerische Notwendigkeit der alleinige Grund ist. Seltsamerweise sagt die Älteste der Todas, ein kleines Matriarchat in Südindien, dass sich Männer wegen der Gebärfähigkeit der Frau minderwertiger fühlen. Das äußert sich aber nicht mit Gewalt, die leben seit 1000 Jahren friedlich mit ihren Nachbarn zusammen, sondern die Männer haben die Frauen wegen ihrer Menses als unrein erklärt. Dadurch dürfen Frauen nicht in den Tempel. Also selbst in einem Matriarchat kommt so was vor. Das wiederum geht konform mit den Erkenntnissen von Rolf Pohl, die er in seinem Buch “Feindbild Frau” veröffentlicht hat. Schon seltsam, hier Pohl dort Indien, zumal sie nichts kulturell Gemeinsames haben.

      Videos über die Todas

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