Weibliche Wirklichkeit – Frauen in der Männerwelt (1)

Dieses und der folgende 2. Teil ist eine mehr oder weniger vollständige Zusammenfassung von meinen Artikeln über “Frauen in der Männerwelt” auf meinen anderen Blogs.

In den Mainstreammedien; im Web auf Blogs, Webseiten; in Foren etc. ist das Thema Frau allgegenwärtig. Aber da wir Frauen die Hälfte der Gesellschaft sind, ist das ja eigentlich auch kein Wunder. Genauso wenig wie, dass die Thematik eine andere ist, als bei Männern. Wundern muss sich frau dann aber doch über Statements wie bspw., dass der Feminismus für die Frau doch schon vieles erreicht hätte. Vieles bedeutet aber nun mal nicht alles und schon gar nicht eine Gleichstellung mit dem Mann.

Gleichstellung bedeutet aber nicht Eintopf sondern Differenz, schließlich bestehen zwischen Frau und Mann erhebliche Unterschiede. Nichtsdestotrotz hält sich die Illusion, dass die männlich dominierte Gesellschaft die einzig Wahre wäre.
Aber die Geschlechterdifferenz ist eben keine Illusion, folglich kann auch nur sie die Grundlage einer Gesellschaft sein. Das menschlich Reale besteht aus zwei Subjekten, die nicht aufeinander zu reduzieren sind. Folglich ist das oben genannte Statement nicht nur falsch sondern dient sowohl der Verschleierung der tatsächlich herrschenden Ungleichheit als auch zur Erhaltung der männlichen Dominanz.

Dass Männer darauf nicht verzichten wollen, ist genauso offensichtlich wie das dadurch bedingte Treten auf der Stelle. Es verändert sich einfach nichts. Da wirken Aussagen wie
- “Männer würden doch die Frauen lieben” – wie ätzender Hohn. Und in der Tat offenbart die tatsächliche weltweite Lage der Frau, das Männer die Frau nur deswegen vorgeben zu lieben, weil sie ihre Bedürfnisse befriedigt und den Fortbestand seiner Familie garantiert.
Und wenn sie das nicht freiwillig macht, wird sie eben dazu gezwungen.

Aber nicht nur das wird mit Mädchen und Frauen gemacht, sondern sie werden sowohl geraubt und wie Vieh verkauft als auch geschlechtlich verstümmelt. Weltweit gibt es ca. 140 Millionen verstümmelte Mädchen und Frauen. Die Annahme, dass das in Europa nicht passiert, ist falsch. Auch in Deutschland passiert das. Außerdem verschwinden in Europa jährlich 500.000 Mädchen und Frauen, weltweit sogar 80 Millionen, das entspricht in etwa der Bevölkerung Deutschlands.

Sollten nur 1% Männer weltweit verschwinden, dann würde das Wutgeheul ihrer Sackgenossen wohl noch im Mittelpunkt des Universums zu hören sein.
Aber da es ja nur Mädchen und Frauen sind, kräht kein Hahn danach.

Christine Ockrents Buch versucht in moderaten Tönen, dieser Kackscheiße auf den Grund zu gehen. Rolf Pohls Buch liefert dann eine mögliche Erklärung dafür, warum Männer Frauen hassen und wie Scheiße behandeln. Ich selbst tendiere immer mehr dazu, dass die konspirative männliche Hegemonie durch genetische Defekte bei Männern entsteht bzw. zumindest eine maßgebliche Rolle dabei spielt.

Kurzbeschreibung:

“Wir wollen keinen Katalog der Tragödien zusammenstellen, sondern denen eine Stimme geben, die kämpfen, ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind. Es gibt Hoffnung.” Das Schwarzbuch zur Lage der Frauen ist die erste umfassende Bestandsaufnahme zur wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Situation von Frauen aller Kontinente. Es versammelt einschlägige Analysen international bekannter Journalistinnen, Publizistinnen und Wissenschaftlerinnen zur Durchsetzung von Frauenrechten und zur Lösung drängender Probleme wie z.B. Aids, Hunger und Frauenhandel. Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer gerechteren Welt.

Rolf Pohl ist Privatdozent und verwaltet zur Zeit eine Professur für Sozialpsychologie an der Universität Hannover. Im Offizin-Verlag sind bereits erschienen: Normalität und Massenpathologie – Ernst Simmel. In: Judentum und politische Existenz (2000); Normalität und Pathologie. Sozialpsychologische Anmerkungen zum Umgang mit der NS-Gewalt in der deutschen Nachkriegsgesell-schaft. In: Gewalt und Zivilisation in der bürgerlichen Gesellschaft. Kritische Interventionen, Bd. 6 (2001). Er ist zusammen mit Joachim Perels Herausgeber des Bandes: NS-Täter in der deutschen Gesellschaft (2002) mit einem Beitrag über: Gewalt und Grausamkeit. Sozialpsychologische Anmerkungen zur NS-Täterforschung.

Kurzbeschreibung:

Sexuelle Gewalt ist männlich. Ihr liegt eine ambivalente bis feindselige Einstellung gegenüber Frauen zugrunde, die als Tendenz bei fast allen Männern in männlich dominierten Gesellschaften mit einem Zwang zur Heterosexualität nachweisbar ist. Weiblichkeit wird von Männern unbewußt als Bedrohung erlebt und deshalb abgewehrt. Pohl weist nach, daß die gängigen Erklärungsansätze zu kurz greifen, die sexuelle Gewalthandlungen ausschließlich als Ausdruck männlicher Macht deuten und die Sexualität des Mannes weitgehend unberücksichtigt lassen. Der Autor hingegen verknüpft den Ursprung geschlechtsbezogener Gewalt mit der Entwicklung einer mehr oder weniger phallisch-aggressiv ausgerichteten männlichen Sexualität. Entscheidend dabei sind nicht allein die Triebgrundlagen von Sexualität und Aggression, sondern ihre Bindung an ein gemeinsames Objekt: die Frau. Anhand einschlägiger ethnologischer und kulturvergleichender Studien zeichnet der Autor zunächst nach, wie unter dem Druck vorherrschender Männlichkeitsbilder die Verbindungen von Sexualität und Aggressivität durch Initiationsriten in das Unbewußte und in die Körper der heranwachsenden Jungen und Männer eingeschrieben werden. Im weiteren untersucht Pohl die Konstitution der männlichen Geschlechtsidentität bis zur endgültigen Errichtung des Genitalprimats. Das geschieht auf der Basis einer gründlichen und kritischen Rekonstruktion des in der gesamten sexuellen Gewaltdiskussion weitgehend abgelehnten triebtheoretischen Fundaments der Freudschen Psychoanalyse. Abschließend wird unter psychoanalytisch-sozialpsychologischer Perspektive das Verhältnis von männlicher Sexualität und Destruktionslust am Beispiel der Gewaltbereitschaft männlicher Jugendlicher, der männlichen Perversionen und Sexualstraftaten sowie dem Verhältnis von Krieg und männlicher Sexualität unter besonderer Berücksichtigung der Massenvergewaltigungen von Frauen und Mädchen diskutiert. Haß und Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen, so die Kernthese des Autors, sind auch das Ergebnis einer Leugnung und Abwehr der männlichen, auf den weiblichen Körper gerichteten Begierde. Die durch Frauen ausgelöste sexuelle Erregung bestätigt die Abhängigkeit des Mannes und entlarvt die im männlichen Autonomiewunsch enthaltene Idee vollkommener Beherrschung und Kontrolle als wahnhafte Illusion.

Zur Geschlechtsidentität des Mannes gehört die Abwertung des weiblichen und die Idealisierung des eigenen Geschlechts. Das männliche Selbstbild ist an die Einheit von sexueller und sozialer Potenz gebunden. Unter dem vorherrschenden Zwang, sich als das überlegene Geschlecht zu setzen und zu beweisen ist die männliche Integrität doppelt bedroht. Nach einer repräsentativen Studie haben achtundachtzig Prozent der deutschen Männer unbewußt Angst vor Frauen und vierundachtzig Prozent Angst vor Potenzversagen.
Die Studie Feindbild Frau zeigt, daß die vorherrschende Einstellung des Mannes zur Frau durch eine brisante Mischung aus Lust, Angst, Neid und Haß gekennzeichnet ist, die in Zeiten innerer und äußerer Krisen gewaltsam ausbrechen kann. Dabei wird Angst in Grausamkeit umgewandelt und kann sich in den bekannten Formen sexueller Gewalt äußern. Sexuelle Gewalt dient aber nicht nur der Wiederherstellung einer beschädigten Männlichkeit, sondern auch der sexuellen Befriedigung des Mannes. Dieser Zusammenhang, der sich vor allem an Vergewaltigungen unter zivilen und unter Kriegsbedingungen nachweisen läßt, wird in der gesamten sexuellen Gewaltdiskussion vernachlässigt oder geleugnet. Vor diesem Hintergrund bilden die Verbindungen von Sexualität und Aggression in den unbewußten Tiefenstrukturen der Männlichkeit den psychoanalytischen Hauptfokus des Buches.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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2 Antworten zu Weibliche Wirklichkeit – Frauen in der Männerwelt (1)

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