Das Phänomen Sex & Gewalt kommt nur in männlich dominierten Gesellschaften vor.

Die Erklärungen dafür liefern meistens Wissenschaftler_innen, die nicht auf einem anderen Planeten eine dem Individuum gerechte Sozialisierung genossen haben.

Oder anders; auch ihnen wurde die systemgerechte Sozialisierung männlich dominierter Gesellschaften (im Folgendem kurz -> System) sowohl an den Kopf als auch zwischen die Beine geklatscht. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass auch sie, so wie wir alle auch, nur subjektiv wahrnehmen können.

Demzufolge können alle aber auch wirklich alle noch so schlüssig scheinenden Erklärungen über Sex & Gewalt auch falsch sein.
Da es leider nur wenige Wissenschaftler_innen gibt, die mehr oder weniger vom System unabhängig sind, macht eine Erklärungssuche nicht einfacher. Denn sie findet frau nicht auf den Titelseiten der Medien und ihre Bücher werden nur sehr sehr selten Bestseller. Damit ich trotzdem Erklärungen nicht auf den Leim gehe, benutze ich den Filter -> “Systemkonform”. Alles, was dem entspricht, landet auf meiner virtuellen Müllhalde. *klatschwech*

Dort ist auch die m.E. viel zu lange gültige These gelandet, die besagte, dass Vergewaltigung nur mit Macht aber nichts mit Sex zu tun hat.
In, sagen wir mal abgeschwächter Form, wird mittlerweile der erzwungene Sex in zweiter Linie als einen Lustgewinn anerkannt. Ein Schritt in die richtige Richtung?

Nicht wirklich, denn erstens; wer will entscheiden, ob es nur in zweiter Linie war?
Zweitens ändert es ja nichts daran, dass es als Lustgewinn anerkannt wird.
Das stinkt nach Verharmlosung, die wohl nur die Tatsache herunterspielen soll,
dass sexuelle Lust immer eine Rolle spielt.

Vor allem aber sind “nur” Machtgelüste wesentlich einfacher zu befriedigen.
Dafür eignet sich ja jeder, den der Täter für schwächer hält. Und hat obendrein den “Vorteil”, nicht als Vergewaltiger verurteilt zu werden. Zumal für Triebtäter die sowieso akzeptierte männliche Gewalt nicht als strafmildernd gilt.

Auf welchen schwachen Füßen die alte These stand, verdeutlicht ja auch das Video im vorherigen Artikel. Die Frauen stehen von vornherein als schwächer fest. Haben laut ihren Aussagen auch Angst davor, selber Gewalt anzuwenden. Das prädestiniert sie zwar dafür an ihnen Machtgelüste gewaltsam zu befriedigen, aber nicht zwingend um sie ohne sexuelle Lust auch zu vergewaltigen.

Da es keine Regel ohne Ausnahme gibt, gilt das auch für beide Thesen. Folglich könnten nur die Täter bestätigen, welche These stimmt oder eben nicht. Das hat allerdings den oben schon genannten Nachteil als Triebtäter härter bestraft zu werden, als einer der mit Gewalt nur seine Machtgelüste befriedigt.  Welche These der Täter bei Unstimmigkeiten bestätigt, ergibt sich von selbst. Dem Irrsinn, dass das Opfer zum Täter wird,
wäre damit auch Tür und Tor geöffnet.

Wie auch immer, für mich ist jedenfalls die These, dass es Vergewaltigungen ohne sexuelle Lust nicht gibt, schlüssiger.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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Eine Antwort zu Das Phänomen Sex & Gewalt kommt nur in männlich dominierten Gesellschaften vor.

  1. menschelnd schreibt:

    Eine vielschichtige und gute Ausdifferenzierung – durch Neuordnen bestehender Perspektiven.

    Opfer-(Täter)-Rollen;
    allein, dass wir in diese Kategorien systemimmanent unterscheiden (müssen?) zeigt ja schon die männlich-dominierende Struktur sozialer Beziehungen.
    Dass Frau „schwächer“ ist – somit prädestinierter für die Opferrolle – entspringt dem gleichen Wertehintergrund. Hier ist aus meiner Sicht ausschließlich die Perspektive der_des Wertenden verantwortlich. Denn nur wer in schwach-stark-Kategorie denkt zieht auch diese Schlussfolgerungen. – Dieses Denken ist rein sozialisiert und nicht aus einem natürlichen Hintergrund abzuleiten.

    Sex und Gewalt
    dass beides unabhängig voneinander zu sehen ist, zeigt sich schon darin, dass jedes für sich existiert.
    Sex-motiviertes Handeln – es ist immer wieder bemerkenswert, dass selbstverständliches überhaupt in Bewertungskontexte einfließt…
    Es ist ein eigenständiger Handlungskontext, der von jedem_r selbstbestimmt mit anderen Handlungsmotivationen in Zusammenhang gebracht wird.
    Hierfür kein anderer Mensch, als der Handelnde die Verantwortung.
    Sex steht nicht im Zusammenhang mit Gewalt oder Zärtlichkeit, die Ergänzung/ das Zusammenführen machen wir selbst.
     siehe auch Macht-Gelüste, die in ganz unterschiedlichen Kontexten befriedigt werden (können)

    Insofern wird jede Vergewaltigung (als eine Form der Gewalt) immer durch eigene Motivationen und deren „Zusammenstellung“ von jedem entschieden.
    Hier Handlungsmotivation der Einzelnen in eine wertende Reihenfolge zu bringen – insbesondere für eine Strafrelevanz – entbehrt jeder sachlichen und sachgerechten Grundlage.

    bezüglich des letzten Satzes noch,
    Diese Sichtweise kann m.E. nur bestehen, wenn grundsätzlich vorausgesetzt wird, dass sexuelle Lust in uns als bestehend angelegt ist. Mit dieser Voraussetzung teile ich deine Sichtweise.

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