Die Welt verändern – ohne die Macht zu übernehmen

Vorwort:

Drei Ereignisse, die seit der Fertigstellung dieses Buchs geschahen, verdeutlichen mehr denn je, wie wichtig sein zentrales Thema ist.

Erstens: die Angriffe auf das World Trade Centre und das Pentagon, gefolgt von der schrecklichen und Furcht erregenden Zurschaustellung militärischer Brutalität durch den US-Staat, die praktisch von allen anderen Staaten unterstützt wurde. Angesichts der arroganten Dummheit derjenigen, die töten, derjenigen, die bombardieren, derjenigen, die die Menschheit vernichten würden, ist der Schrei, mit dem dieses Buch anfängt, lauter und gequälter geworden. Die Frage, wie wir die Welt verändern können, ohne am Wettlauf um die Macht teilzunehmen, stellt sich dringender denn je.

Zweitens: der „argentinazo“, die Welle der Aufsässigkeit in Argentinien, die zeigt, wie das Vokabular der Revolution aussieht. NEIN ist das Subjekt der Revolution, die zum Ausbruch bereite Antriebskraft gesellschaftlicher Veränderung. NEIN zur Unterdrückung, NEIN zur stumpfsinnigen, gefährlichen Zerstörung durch das Kapital, NEIN zur elenden Verstümmelung des Lebens im Kapitalismus. Dieses NEIN ist ein Fest, eine Explosion neuen Lebens, ein Experimentieren mit neuen Formen gesellschaftlicher Organisation. Die Pracht des argentinischen Aufstands liegt in der Schlichtheit seiner Forderung:
„Que se vayan todos!“ Haut bloß ab, alle zusammen!
Nicht nur die Politiker, sondern auch ihre kapitalistischen Freunde.
Verpiss‘ dich Kapital! Wir haben dich satt.

Drittens: das Weltsozialforum in Porto Alegre, auf dem ungefähr 80.000 Menschen zusammenkamen, um zu verkünden: „Eine andere Welt ist möglich!“ Ein Fest der Diskussionen, der Träume, der Pläne, ein Fest der Hoffnung. Das Kapital muss nicht zwangsläufig gewinnen. Es ist möglich, eine menschliche Welt zu schaffen, es ist möglich, die Welt zu verändern ohne die brutale Logik ihrer Macht anzunehmen.
Dieses Buch ist Teil des Kampfes.

Ein Dankeschön möchte „KhaosKind“ für diese Buch-Empfehlung sagen.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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