Von der Erotik der Rakete

Dass Männerfantasien gewöhnungsbedürftig sind und wohl kaum eine Frau auf Wolken schweben lassen, ist ja nix wirklich Neues.
Dass aber Raketen für Männer erotisch sind, habe ich bis heute nur vermutet.
Und heißa, dank der TAZ weiß ich es jetzt. :)

Deine zarte Haut, deine kalten Nippel:

Wie die Rakete in der Geschichte und der Literatur Männerfantasien mit tödlich-erotischer Stahlspitze durchbohrt. Von Helmut Höge

Trotz ihrer phallischen Form sind Raketen weiblich. „Die ging ab wie eine Rakete,“ sagen Männer gerne, wenn sie über eine Frau reden, mit der ihnen das Vögeln Spaß machte.

Diese Männer können zwar nicht ficken – aber töten

Zuletzt hat der Dichter und Sänger Jewgeni Jewtuschenko (in: „Stirb nicht vor deiner Zeit“) auf dieses merkwürdige Objekt männlich-militärischer Begierden hingewiesen – und einen am Putsch gegen Gorbatschow beteiligten Afghanistan-Veteranen, der ein bekannter sowjetischer Schriftsteller geworden war, zitiert: „Ich spürte in der Finsternis an meiner Handfläche den schneeweißen Frauenkörper der Kampfrakete.

Anfangs war sie noch kühl, aber je mehr ich sie streichelte, desto wärmer und wärmer wurde sie, ihre Hüften schienen schwer atmend vor unausgesprochener Leidenschaft zu vergehen, und es schien mir, als würde ich auf dem Körper der Rakete unter meinen Fingerkuppen gleich die Wölbungen der in Erwartung meiner Berührung aufgerichteten Brustwarzen spüren.“ Der „Frauenversteher“ Jewtuschenko zitiert diese Stelle, um, mit Heiner Müller gesprochen, anzudeuten: Diesen Männern – Militärs – ist das Missgeschick passiert, dass sie zwar nicht ficken – aber töten können.

PS. Hm hm, heute töten sie in Europa kaum noch, aber ficken können sie trotzdem nicht. Irgendetwas muss da schiefgegangen sein.

PPS. Zu V 2 ist mir gerade eingefallen, dass Viagra auch mit V anfängt.
Na so was. Das kann doch kein Zufall sein!?!

QUELLE: read more TAZ

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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