Einstürzende Männerwelten – a

Seit Jahrtausenden lassen privilegierte Männer nichts unversucht, um zu beweisen, dass sie die Herren der Schöpfung sind und somit Frauen überlegen sind. Bis ca. Anfang des 20. Jahunderts hatten sie damit auch keine Probleme. Waren Frauen doch am heimischen Herd angekettet und hatten somit keine Chance am öffentlichen Leben teilzunehmen, es sei denn sie waren feudalistisch Privilegierte, ganz zu schweigen davon, an Universitäten zu gelassen zu werden.

Damit ich das auch nachweisen kann, fange ich mit der Zeit der Vorsokratiker bei der Philosophie an. Selbst Wikipedia listet nur einen Bruchteil von Philosophinnen aus dieser Zeit bis einschließlich heutzutage auf. Mit den Worten „In der Vergangenheit waren in der Philosophie Frauen stets unterrepräsentiert“ geben sie wohl ungewollt die Verfälschungen zu. Dagegen fehlt selbst der unbedeutendste Philosoph nicht.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Um 624-546 v.u.Z. wird als erster Vorsokratiker Thales von Milet genannt. Als letzter Diogenes von Apollonia um 499-428 v.u.Z.
Wikipedia – „Zeittafel zur Philosophiegeschichte“

Ein paar der ignorierten Philosophinnen, von über 100:

Hippo/Hippe (mythische Zeit) Prophetin
Phemonoe (mythische Zeit)
Pythia 600 v.u.Z.
Themistokleia (um 600 v.u.Z.) Priesterin
Kleobuline von Rhodos (um 570 v.u.Z. Rhetorikerin
Theano von Kroton/Theano I/ Theano II (ab 550 v.u.Z.) Pythagoreerin
Aglaonike (ca. 6./5. Jh. v.u.Z.) Astronomin 500 v.u.Z.
Arignote von Samos (um 500 v.u.Z.) Pythagoreerin
Damo (um 500 v.u.Z.) Pythagoreerin
Myia (um 500 v.u.Z.) Pythagoreerin
Babelyka von Argos (zw. 500 v.u.Z. u. 200 n.u.Z.) Pythagoreerin
Aspasia von Milet (ca. *470,  410 v.u.Z.) Rhetorikerin
Quelle: philosophinnen.de

Das simple Prinzip des männlichen Größenwahns ist Ignoranz und damit wird bis heutzutage sowohl die gesamte Historie als auch wissenschaftliche Erkenntnisse verfälscht. Und das nennt sich auch noch „Zeittafel zur Philosophiegeschichte“. Dass dieselbe schwachsinnige Verfälschung auch an den Unis gelehrt wird, versteht sich wohl von selbst, schließlich dominiert ja bei allen Wissenschaften immer noch die männliche Hegemonie. Gegenseitiges Säcke kraulen wird eben mit harter Münze sowie Privilegien vom kapitalistischen System belohnt.

Nichtsdestotrotz decken Wissenschaftlerinnen und auch aufgewachte Wissenschaftler quasi täglich dieses auf, und zwar auch mithilfe des Internets. Zu erwarten, dass die etablierten Wissenschaftler, denen das ja nicht unbekannt sein kann, diese Verfälschungen zu geben, wäre allerdings arg blauäugig, denn auch sie wehren sich vehement gegen ihre einstürzenden Männerwelten.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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2 Antworten zu Einstürzende Männerwelten – a

  1. Hiroko Damone schreibt:

    Theoretisch ist das eine geniale Story, ich nur, ob dies auch dauerhaft realistisch umsetzbar sein wird.

  2. Novolinetrick schreibt:

    Da fragt man sich beim Lesen schon, ob man selbst doof ist. Danke fur eure Einsichten

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