Einstürzende Männerwelten – d

Dass explizit mächtig gewordene Männer größenwahnsinnig werden können, zeigt nicht zuletzt auch die bis heute anhaltenden Versuche die Evolution dem Menschen anzupassen. Das fängt grob gesagt mit simpler Züchtung von Tieren und Pflanzen an und hört mit Clonen und Genmanipulation auf.

Betrachtet man das psychologisch, wird deutlich, dass zumindest ihr Minderwertigkeitskomplex einer der Ursachen ist. Mag es auch banal, verrückt oder wie auch immer klingen, dass dieser Minderwertigkeitskomplex seinen Ursprung in der Gebärunfähigkeit des Mannes hat, liefert u.a. der ägyptische Pharao Amenhotep IV. (Echnaton) den Beweis dafür, indem er sich als schwangerer Mann in Stein meißeln ließ.
Und das ist nicht nur verdammt lang her, sondern scheint auch vererbar zu sein.

Zitiere:
Sonderbar, vielleicht sogar furchterregend musste den Zeitgenossen die Veränderung bei der Abbildung des Königs vorgekommen sein. Die bis dahin geltenden Regeln wurden nicht mehr beachtet. Die Kolossalstatuen Amenhotep IV. (Echnaton) schockieren mit dünnem Hals, überlangen Armen und Unterschenkeln, mit Brustansätzen, breiten Hüften und fetten Oberschenkeln.
Die Geschlechtsorgane fehlen.
Und doch sind diese Statuen weder Karikaturen noch gar naturgetreue Abbilder des Pharaos. Der König wurde vielmehr dargestellt als Zwitterwesen zwischen Mann und Frau, was seine Natur als Allschöpfer, als „Mutter und Vater“ seines Volkes, symbolisieren sollte. Quelle

Diese Sätze konnotieren zweifelsfrei sowohl den Wunsch gebärfähig zu sein als auch den Minderwertigkeitskomplex ob dessen Unmöglichkeit mithilfe des Allschöpfers, der er ja nur symbolisch sein konnte. Außerdem brach Amenhotep IV mit der religiösen Vergangenheit, indem er Aton als alleinigen Gott proklamierte. Er symbolisierte den Wandel mit der Veränderung seines Namens in Ach-en-Aton, Echnaton. Dieser sein Größenwahnsinn hatte katastrophale Folgen und das belegt außerdem, dass mächtige Männer ganze Gesellschaftskonstrukte auslöschen bzw. zumindest ruinieren können.

Dieselben Symptome finden sich bei Hitler, Stalin, Gaddafi und anderen Diktatoren sowie mächtigen Militärs wieder. Der Spruch „wie oben, so auch unten“ deutet an, dass dasselbe Phänomen auch bei „normalen“ Männern zu finden ist. Und in der Tat identifiziert sich der „normale“ Mann mit dem jeweiligen Herrschenden. Diese Identifizierung ermöglichte bspw. Hitler sogar erst, an die Macht zu kommen. Oder anders: Ohne die vielen kleinen Hitlers wäre er trotz der Unterstützung von dem Großindustriellen Fritz Thyssen niemals an die Macht gekommen. Auch hier zeigt sich die Notwendigkeit, dass beide Seiten ihre Vorteile haben müssen, um bestehen zu können.

Fazit: Männliche Identität kriselt heutzutage weltweit ganz oben und ganz unten, unter Bankmanagern genauso wie unter erwerbslosen Slumbewohnern. Dass es deswegen auch Maskulisten gibt, darüber braucht sich eigentlich niemand wundern. Dass ihr konservativer Fundamentalismus fatalerweise die Lösung der herrschenden Probleme
mit Ursachen suggeriert, die keine sind, stört sie offenbar nicht.
Oder sie sind zu blöd es zu bemerken. Tja.

Ihr Feindbild Frau ist nicht nur wegen der weiblichen Gebärfähigkeit definitiv ein Knieschuss, die ja auch für ihr wie auch immer gestaltetes Gesellschaftskonstrukt unverzichtbar wäre, sondern auch weil sie von weiblichen Reizen abhängig sind.
Außerdem haben männlich dominierte Gesellschaften sowieso keine Zukunft.
Wann die Männerwelten einstürzen, ist nur eine Frage der Zeit.
Ob sie einstürzen, ist keine Frage, denn dafür sorgen paradoxerweise die Männer selbst.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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