Heteromäßiger Kackscheiß….

Quelle Feminine Lesbians

Was ich aber an diesem Beispiel Urlaub eigentlich zeigen will, ist, wie nahezu vollständig sich die (westliche) Gesellschaft am Ideal der ausschließlichen Mann-Frau Paarbeziehung orientiert, dem Zusammenfallen von romantischer Liebe, Sexualität und Ehe samt Elternschaft. Dieses Modell ist der alleinige Maßstab für alle und für alles und gilt auch für Beziehungen zwischen zwei Frauen oder zwei Männern. Homosexualität ist wie Heterosexualität, nur etwas darunter, also die Kopie, und alle anderen Varianten des Liebens, Geliebtwerdens und Freundschaften wurden ausgemerzt, wie Mc Donalds vielerorts die vielfältige regionale Küche verdrängt hat. Es ist eine Monokultur der zwischenmenschlichen Beziehungen entstanden, die sich am untersten gemeinsamen Nenner orientiert (Sex haben, der als Liebe getarnt wird) und Frauen (und auch Männer), die bewusst oder unbewusst nach etwas Anderem und Differenzierterem suchen, sich also nicht in diesem Dualismus, der streng genommen keiner ist, Hetero Paar=Original und Homo Paar=Kopie pressen lassen wollen, in Einsamkeit zurücklässt.

Mehr oder weniger gibt es also nur zwei Möglichkeiten sein Leben und seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu gestalten, die beim romantisch überhöhnten Paarspiel mitzumachen- sich also, wenn man eine Frau mag, als lesbisch definieren zu müssen- oder als „einsame Irre“ zu enden, die nicht mal mehr Freundinnen findet, weil ja jede eingegangene Beziehung=Paar ist und man ja somit homosexuell wäre. Und eigentlich baut das ganze soziale Leben darauf auf (Essen gehen, ins Kino, Theater ect.) und der Urlaub ist nur die extremste Ausprägung davon und DER Höhepunkt dieser romantischen heterosexuellen Paarinszenierung, deswegen er auch so überhöht wird, er ist die Religion unserer Zeit, ein von allen geglaubter und immer wieder mitinszenierter Mythos.

Meine Güte, wenn ich so genormt leben müsste, ich würde wie ’ne Orchidee in der Wüste eingehn. Ich habe nie ein Geheimnis über meine Bisexualität gemacht, wem das nicht gefiel, der musste damit klarkommen, nicht ich.

Mit 16 hab ich mal ein paar T-Shirts mit – „Ich bin bi – bevorzuge aber Girls“ –  bedrucken lassen. Meine damalige Klassenlehrerin fand es lustig, aber viele auf der Schule rümpften die Nase, vor allem Jungs. Heutzutage reagieren Männer nicht selten darauf, mit
jetzt will ich es aber wissen, ob….“ – Daran hindere ich sie auch nicht, aber die wenigsten kommen über die Latte meiner Ansprüche rüber. Nicht nur wegen ihres Aussehens, nein,
sie scheitern meistens, sobald sie den Mund aufmachen. Mainstreammäßiges Gelaber ist nämlich das beste Mittel ever, womit Mann mich vertreiben kann.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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