Das Wort AM Sonntag.

Der falsch adressierte Frauen-Hass der Maskulisten.

Bloggen ist u.a. für mich selbst Erlebtes schreibend zu reflektieren.

Ganz anders muss ich die textbasierte Kommunikation im Internet mit mir meistens Unbekannten reflektieren. Ich hab nur die Wahl zwischen Akzeptanz und Wahrscheinlichkeit, da ich ja den Inhalt der Kommunikation nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen kann.

Noch schwieriger wird es, wenn ich versuche eine Person hinter ihren Äußerungen zu erkennen, weil ich ja nicht weiß, ob dieselbigen konform mit der realen Lebenssituation der Person gehn. Bspw. kann auch getextete Agressivität nur zum provozieren benutzt werden. Face to Face würde das kaum lange funktionieren.

Einfacher einzuschätzen ist ein Blog mit kontinuierlicher Thematik. Gleichwohl bleiben Fragezeichen übrig, es sei denn, die Thematik lässt keine Zweifel zu. Bspw. ist das bei meinen „Freunden“ den Maskulisten bei „Alles Maskulinismus“ a.k.a. „Alles Evolution“ der Fall. Der geballte Hass gegen alles Feminine kann gar nicht missverstanden werden.

Dass der für mich falsch adressiert ist, interessiert mich aber nicht wirklich, weil er mich sowieso nicht treffen kann. Viel interessanter find ich deswegen, woher der Hass kommt. Auch wenn ich damit nur im Wahrscheinlichkeitsuniversum lande, reizt es mich den bzw. die Gründe herauszufinden. Der Umstand, dass ich als Psychologiestudentin eigentlich nichts anderes mache als mich qua Mathe mit Statistiken herumzuschlagen, ist dabei ausnahmsweise mal hilfreich, um anhand von sich wiederholenden Reizworten etc. schneller Wahrscheinlichkeiten reduzieren zu können.

Nun ja, lange Rede kurzer Sinn:
Ohne behaupten zu wollen, dass mein Eindruck stimmt, ist es der von Männern, die ihren Hass versprühen, weil sie die gewünschte gesellschaftliche Position nicht erreicht haben.
In der karriereverrückten Männerwelt bedeutet das, dass sie „Loser“ sind.
Keine Frage, das schmerzt.
Der Grund kann eine Frau sein, muss es aber nicht. Er kann auch schulisches wie berufliches Versagen sein. Sowie handfeste Minderwertigkeitskomplexe.

Hierarchien beinhalten zwangsläufig auch Hackordnungen sowie die dazu passenden Verhaltensweisen. Diese werden mit Gene vererbt. Begünstigt werden Gene, die ihre Träger mit speziellen, aber auch mit tradierten Verhaltensweisen ausstatten.

Folglich können vererbte tradierte Verhaltensweisen zusammen mit den Einflüssen des aktuellen sozialen Umfelds bei Männern Hass gegen die in der tradierten Hierarchie unter ihnen stehende Frau auslösen, anstatt gegen die eigentliche Ursache. Da die Ursache dieses irrationalen Verhaltens meistens unbewusst bleibt, aber auch gewollt verdrängt werden kann, ist ihr Hass mit dem keinen Sieger kennenden Schattenboxen vergleichbar.

Dieses Phänomen ist zwar vereinfacht dargestellt, aber es reicht m. E. aus, um die Verhaltensweisen von Maskulisten gegenüber Frauen nicht nur psychologisch, sondern auch in Verbindung mit der Soziobiologie zu beschreiben.

(Frau ist mit Feminismus austauschbar)

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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16 Antworten zu Das Wort AM Sonntag.

  1. Galloway schreibt:

    Studierst jetzt Philosophie, Psychologie oder Beides? Die ersten 3 Absätze sind erstaunlich reflektiert. Das habe ich von deinen sonstigen Wortmeldungen eher nicht erwartet. Warum nicht öfter so?

    „Ohne behaupten zu wollen, dass mein Eindruck stimmt, ist es der von Männern, die ihren Hass versprühen, weil sie die gewünschte gesellschaftliche Position nicht erreicht haben.
    In der karriereverrückten Männerwelt bedeutet das, dass sie „Loser“ sind.
    Keine Frage, das schmerzt.
    Der Grund kann eine Frau sein, muss es aber nicht. Er kann auch schulisches wie berufliches Versagen sein. Sowie handfeste Minderwertigkeitskomplexe“

    Naja ist das nicht genau das was sich beide Seiten vorwerfen? Hässlichkeit oder mangelnder Erfolg im Leben? Das mag ja durchaus zutreffen, zum Teil. Ich denke da steckt aber auch etwas mehr dahinter als enttäuschter Stolz. Ein Bedürfnis nach Einfluss und Macht kann durchaus auch nahegelegt werden sowie eine Verbesserung der eigenen gesellschaftlichen Stellung/Situation.

    „Hierarchien beinhalten zwangsläufig auch Hackordnungen sowie die dazu passenden Verhaltensweisen. Diese werden mit Gene vererbt. Begünstigt werden Gene, die ihre Träger mit speziellen, aber auch mit tradierten Verhaltensweisen ausstatten.

    Folglich können vererbte tradierte Verhaltensweisen zusammen mit den Einflüssen des aktuellen sozialen Umfelds bei Männern Hass gegen die in der tradierten Hierarchie unter ihnen stehende Frau auslösen, anstatt gegen die eigentliche Ursache. Da die Ursache dieses irrationalen Verhaltens meistens unbewusst bleibt, aber auch gewollt verdrängt werden kann, ist ihr Hass mit dem keinen Sieger kennenden Schattenboxen vergleichbar.“

    Ich frage mich wie es denn überhaupt ohne Hierarchien gehen sollte? Ist nicht bei einer jeden Entscheidung eine Hierarchie inkludiert. Auch wenn Herrschaft durch Zwang negiert werden sollte so gäbe es immer noch Hierarchien, seien es jene der Fähigkeit oder der Vorlieben.

    • lucia schreibt:

      Ja ich studiere beides, sowie Literaturwissenschaften, aber LW schmeiße nach dem Sommersemester.
      Im Web reagiere ich meistens spontan und habe oft auch keine Lust, detailliert auf Nonsens einzugehen.

      Hierarchien kann man auch in zwei Versionen einteilen.
      1. die offensichtlich willkürlich gesellschaftlich konstruierten. Wie bspw. Status, Macht, Besitz, Ethnie.
      2. die „biologisch geprägten“, wie bspw. Gender, Intelligenz.
      Wobei die Letzteren natürlich auch für willkürliche Hierarchien missbraucht werden können.
      Wie auch immer.
      Sie sind für mich biologisch vorgegeben im Gegensatz zu den erst Genannten. Und damit könnte m.E. jeder glücklich werden.

    • Galloway schreibt:

      „Im Web reagiere ich meistens spontan und habe oft auch keine Lust, detailliert auf Nonsens einzugehen.“

      Hmm das tut der Sache aber im Grunde keine Ehre und auch dir nicht.

      „Hierarchien kann man auch in zwei Versionen einteilen.
      1. die offensichtlich willkürlich gesellschaftlich konstruierten. Wie bspw. Status, Macht, Besitz, Ethnie.
      2. die „biologisch geprägten“, wie bspw. Gender, Intelligenz.
      Wobei die Letzteren natürlich auch für willkürliche Hierarchien missbraucht werden können.
      Wie auch immer.
      Sie sind für mich biologisch vorgegeben im Gegensatz zu den erst Genannten. Und damit könnte m.E. jeder glücklich werden.“

      Da würd ich dagegen argumentieren das die Hierarchien ersterer Art mit den biologischen Hierarchien in Wechselwirkung stehen bzw. korrelieren und oft auch das Resultat der biologische Prädisposition sind. Ähnlich wie es sich in der nature vs. nurture Debatte verhält. Ich denke nicht das diese Hierarchien ohne weiteres einfach willkürlich und im weiteren Sinne zufällig sind. Vielmehr denke ich das sich diese Hierarchien durch einen äußeren Anpassungsdruck ergeben haben.

      Glücklich werden kann man mit sehr wenig. Die wenigsten Menschen streben meiner Meinung allerdings nicht nach Glück. Glücklich sein oder zumindest zufrieden sein kann man mit einem Dach über dem Kopf und Essen jeden Tag und einer Beschäftigung. Die meisten Menschen streben allerdings nach mehr.würd ich mal sagen. Sei es jetzt Geld, Macht, Lustgewinn, Erfahrung, Wissen oder mehr zu haben als der Nachbar. Ich glaube nicht das jeder Mensch mit seiner biologischen Grundstruktur her glücklich werden kann. (z.B. chronisch depressive, Menschen mit angeborener Hirnstörung, schwer kranke oder schwer behindert Menschen, natürlich vorkommende Mutationen, Menschen mit erblich bedingter Persönlichkeitsstörung)

      • lucia schreibt:

        Vielmehr denke ich das sich diese Hierarchien durch einen äußeren Anpassungsdruck ergeben haben.

        Ha ja, männlich dominierte Gesellschaften sind durch Gewalt entstanden und nicht durch die Evolution. Und Wechselwirkungen lassen sich auch gar nicht unterbinden, dafür ist alles viel zu sehr miteinander verwoben. Der Weizen muss sozusagen vom Spreu getrennt werden. 😉

        Ich glaube nicht das jeder Mensch mit seiner biologischen Grundstruktur her glücklich werden kann. (z.B. chronisch depressive, Menschen mit angeborener Hirnstörung, schwer kranke oder schwer behindert Menschen, natürlich vorkommende Mutationen, Menschen mit erblich bedingter Persönlichkeitsstörung)

        Okay, ich geh von „normalen gesunden“ Menschen aus. Dass der Mensch Genschäden usw. usf. hat, ist ja nix Neues, das passt zwar Religionen wie dem Christentum nicht, aber das ist egal, weil erfunden.

      • Galloway schreibt:

        Gewalt und Evolution gehen Hand in Hand. Die Gewalt diente aber in der Regel der Arterhaltung und der Nahrungsaufnahme. Selektion erfolgte ja nicht nur anhand von „natürlichen“ Toden. Ironischerweise waren die wohl eher die Ausnahme. „Kriege“ gibts ja auch bei Primaten z.T. bei Insekten wie den Ameisen. Das Gewalt in vergangenen Gesellschaften hpts. von Männern ausgegangen ist hat mir ihrer durchschnittlich höheren Körperkraft zu tun die in der Vergangenheit ob der schlechteren Waffentechnologie einen Vorteil brachte. Wären die Frauen stärker gewesen hätten diese Wohl die Jagd übernommen. Ich denke nicht das es so einfach ist die phylogenetische Entwicklung von der kulturellen Entwicklung zu trennen.

      • lucia schreibt:

        Wenn wir die Entwicklung der eigenen Kultur wirklich verstehen wollen, dann können andere Kulturen sehr hilfreich sein. Vor allem verhindert es, sich endlos im Kreis der Argumente zu drehen. Wäre, hätte, aber bringt ja niemanden weiter. 😉
        Eine kleine Auswahl:
        https://lucia6bi.wordpress.com/matriarchat/

  2. Galloway schreibt:

    Also nach Lektüre deiner Wikipedia-Links fallen mir einige Dinge ein die im Vergleich zu unserer Kultur hervorstechen.

    – Es wird davon ausgegangen das alle (oder viele) Gesellschaften eine matriarchale Gesellschaftsordnung zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgewiesen haben. Es sind nur sehr wenige dieser matriarchalen Gesellschaften bis heute erhalten geblieben. Viele wurden durch ihre technologisch überlegenen und aggressiveren Nachbarn überfallen und die Bevölkerung assimiliert oder vertrieben. Im Vergleich zu unserer Kultur fällt auf das meist nur wenig bzw. im Vergleich zu den Nachbarn eine langsamere technologische Entwicklung stattgefunden hat. Es ist naheliegend das dies unter, anderem für den geringen Einfluss dieser Kulturen verantwortlich war und zu ihrem beinahe vollständigen Untergang geführt hat.

    – Es fällt auf das eine Arbeitsteilung stattgefunden hat die unserer Kultur teilweise sehr ähnlich war. Bei den Musou zum Beispiel waren die Männer für das Vieh und für das Töten und den Tod generell alleine verantwortlich. Begräbnisse und Nahrungsbeschaffung waren allein Aufgaben die für Männer vorgesehen sind. Frauen hingegen haben das Kochen sowie die innergesellschaftliche Beziehungsverwaltung inne, wohingegen Männer sich um politische Beziehungen kümmern. Persönlich finde ich das Ehe und Sexualleben sehr positiv geregelt, Davon kann unsere Kultur sich einiges abschauen. Promiskuität ist zwar möglich/erlaubt nur haben Frauen meistens nicht mehr als einen Geliebten gleichzeitig. Seitdem dies bekannt geworden ist hat es scheinbar ein Zunehmen des Sextourismus und der Geschlechtskrankheiten in diesem Gebiet gegeben.

    —-

    Das Problem dieser Kulturen scheint hauptsächlich ihre militärische und technologische Unterlegenheit zu sein. Und dieses Problem ist nicht zu unterschätzen. Diese Gesellschaften können nur ohne Aggressoren überleben und haben ihren Angreifern oder den Naturgewalten, Seuchen weniger entgegenzusetzen als unsere westliche Kultur. Die Arbeitsteilung dieser Kulturen wirkt nachwievor traditionell. D.h. Männer kümmern sich um Krieg, Tod, Jagd und Handwerk (Werkzeuge, Kunst); Frauen um das gesellschaftliche Leben, Sexualität, Nahrungszubereitung, Aufzucht von Kindern und Familie Da ist der Unterschied zu unserer Kultur nicht soo groß, Es gibt kaum Könige oder Herrscher und kaum Ordnungshüter allenfalls weibliche und/oder männliche Häuptlinge was vermutlich auch auf die Stammesstrukturen und die Größe/Lebensweise dieser Kulture zurückzuführen ist Das gesellschaftliche Leben scheint von den Frauen ausreichend geregelt und wirkt sehr stabil, d.h. die innere Harmonie wirkt gut.

    Die Entwicklung unserer Kultur ist demnach eine Weiterentwicklung von matriarchalen Kulturen. Was bei uns momentan stattfindet ist eine kulturelle Neuordnung bzw. eine Anpassung an technologische Entwicklungen. Es gab matriarchale und patriarchale Phasen und wir treten momentan in eine andere Phase ein. Das Ergebnis bleibt abzuwarten und es ist anzunehmen das Kultur immer zum Teil ein Anpassungsprozess sein wird der sich auch und vor allem nach äußeren Anforderungen richtet.

    Die Friedfertigkeit dieser Kulturen mag ironischerweise der Grund sein warum sie heute nur mehr am Rande existieren.

    • lucia schreibt:

      Vorab: Du machst denselben Fehler wie die meisten, die wenig oder gar keine Ahnung vom Matriarchat haben. Soll heißen: Unserer Denkweise ist grundlegend der matriarchalen Denkweise verschieden.

      Folglich siehst du u.a. einen Vorteil in der technischen Entwicklung unserer Kultur. Das ist umso erstaunlicher, weil diese Technik rücksichtslos Ressourcen vernichtet die für einen längeren Bestand unserer Kultur nötig sind. Die Technik der AKWs ist bei einem Super Gau nicht zu beherrschen. Und für den Atommüll gibt es keine Technik um ihn gefahrenlos zu entsorgen.

      Außerdem frisst die Überbevölkerung gerade den Planeten leer, weil es keine vernünftige Geburtenregelung gibt, und die gibt es u.a. deswegen nicht, weil es sonst zu wenige gibt, die die massenhaft hergestellten Waren kaufen. Folglich unsere Konsumgesellschaft zusammenbrechen würde. Und zwar gerade wegen der Technik.

      Und was bitte schön haben wir für Techniken die Naturgewalten verhindern könnten, ja nicht mal lindern können? Schon das letzte Erdbeben sowie Tsunami in Japan vergessen?

      Nee nee, deine genannten technischen Vorteile entpuppen sich verdammt schnell als Nachteile und werden unsere Kultur vernichten, wenn nicht schnell aufgewacht wird.
      „Der böse Samurai ist schon tot, ohne es zu merken“

      Und damit dürfte klar sein, dass unsere Kultur keine Weiterentwicklung des Matriarchats ist, sondern eine Rückentwicklung in die Barbarei. Denn wenn es nix mehr zu futtern gibt, fressen wir uns gegenseitig auf. Guten Appetit.

    • Galloway schreibt:

      „Vorab: Du machst denselben Fehler wie die meisten, die wenig oder gar keine Ahnung vom Matriarchat haben. Soll heißen: Unserer Denkweise ist grundlegend der matriarchalen Denkweise verschieden.“

      Ja es scheint kein Besitzdenken zu geben. Zumindest nach dem einen Wikipedia-Artikel zu Folge. Das kann aber auch daran liegen das einfach wenig da ist das besessen werden kann. Luxusartikel oder andere nicht-überlegenswichtige Dinge scheinen ja eher zu fehlen. Abgesehen davon hab ich nicht viel herausgelesen aus diesen Artikeln und die konkrete Erfahrung fehlt mir auch. Wie definiert sich diese Andersartigkeit?

      „Folglich siehst du u.a. einen Vorteil in der technischen Entwicklung unserer Kultur. Das ist umso erstaunlicher, weil diese Technik rücksichtslos Ressourcen vernichtet die für einen längeren Bestand unserer Kultur nötig sind. Die Technik der AKWs ist bei einem Super Gau nicht zu beherrschen. Und für den Atommüll gibt es keine Technik um ihn gefahrenlos zu entsorgen. “

      Ich sehe die Vorteile unserer technischen Entwicklung wie: Lebensdauer, Lebensqualität, weniger Krankheiten, die Fähigkeit unsere Umwelt unseren Bedürfnissen besser anzupassen usw.

      als auch die Nachteile: Umweltverschmutzung, Unfälle, unsachmäßiger Missbrauch, zuviel Macht in den falschen Händen usw.
      Die Sache mit den AKW’s ist ja nur ein Teil der technischen Entwicklung. Da ist es meiner Ansicht nach durchaus angebracht zu differenzieren. Die Fortschritte in der Medizin haben schon vielen Menschen das Leben gerettet. Das ist ja auch Teil der technischen Entwicklung. Vor allem das Wissen das teilweise mühevoll errungen werden musste.

      „Außerdem frisst die Überbevölkerung gerade den Planeten leer, weil es keine vernünftige Geburtenregelung gibt, und die gibt es u.a. deswegen nicht, weil es sonst zu wenige gibt, die die massenhaft hergestellten Waren kaufen. Folglich unsere Konsumgesellschaft zusammenbrechen würde. Und zwar gerade wegen der Technik.“

      Die Überbevölkerung ist aber eher ein Phänomen der demographisch weniger entwickelten Staaten. Im Westen gibt es eher einen Geburtenrückgang. Ich denke nicht das in Indien, China und Afrika so viele Kinder geboren werden um in den Fabriken unsere Konsumartikel herstellen zu können. Ich denke es ist eher so das die Kultur und die Tradition sowie eine mangelnde Aufklärung daran Schuld sind. Der wirtschaftliche Aufschwung dieser Staaten wird vermutlich ähnliche Effekte haben wie bei uns sofern auch ein kultureller bzw. demographischer Wandel vollzogen wird.

      „Und was bitte schön haben wir für Techniken die Naturgewalten verhindern könnten, ja nicht mal lindern können? Schon das letzte Erdbeben sowie Tsunami in Japan vergessen?“

      Nunja zum Beispiel können Seuchen viel einfacher unter Kontrolle gebracht werden dank medizinischer Fortschritte oder entstehen gar nicht erst dank verbesserter Hygiene. Die Überbevölkerung dank verbesserter Verhütungsmittel im Zaum gehalten werden. Ich denke nicht das es dem Menschen als Gattung besser gegangen wäre als ohne diese Dinge. Es sind auch genügend Greuel ermöglicht worden dank dem technischen Fortschritt, ohne Frage. Ich denke auch das die Fortschritte in der Waffentechnologie ohne eine geeinte Weltregierung sehr bedenklich sind und streng kontrolliert werden müssen. Die Menschheit kann sich einen Krieg untereinander nicht mehr leisten.

      • lucia schreibt:

        Auf das Matriarchat gehe ich hier nicht weiter ein, wenn ich irgendwann dazu Lust habe, werde ich darüber etwas ausführlicher bloggen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass du nicht bereit bist, auf die Argumente wirklich einzugehen, die auf die einseitige Darstellung der Technik hinweisen.

        Stattdessen präsentierst du insofern Milchmädchenrechnungen, weil du die Kosten der Schäden, die durch die Technik entstehen, nicht berücksichtigst. Müssten bspw. Flugzeug- sowie Autohersteller die Kosten der Umweltschäden zahlen, die durch ihre Produkte entstehen, sie würden sich morgen beim Finanzamt die Türklinke in die Hand geben, um Insolvenz anzumelden.

        Nicht eins der Industrieländer ist nicht bis über die Ohren verschuldet, trotz ihrer Technik, bzw. gerade wegen ihrer Technik, die obendrein mit den tatsächlich anfallenden Kosten keinen Profit erwirtschaften könnte.

        Beispiel Auto. Das günstige Preis Leistungsverhältnis für die Käufer kommt nur durch Massenproduktion zustande. Das bedeutet aber auch einen immer rasanteren Abbau der dafür notwendigen Ressourcen. Würden diese Ressourcen durch Zeiträume limitiert, weil ja in 10 Jahren auch noch Autos gebaut werden sollen, dann wären dieselbigen ein für die Masse nicht mehr bezahlbares Luxusgut.

        Und die Folge wäre nicht nur der Zusammenbruch der Autoindustrie samt der Zuliefererfirmen, sondern auch massenhafte Arbeitslosigkeit. Die die Kaufkraft der Masse erheblich verringert und dadurch den Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft zur Folge hätte.

        Die Sichtweise unserer technikgläubigen Kultur ist zweifellos verkehrt und wenn sich daran nix ändert, werden dadurch mehr Menschen sterben als Seuchen jemals dahinraffen könnten.

        Jedes Tier ist intelligenter als männlich dominierte Kulturen, weil es die Grundlage seiner Existenz nicht zerstört. Die Erde braucht uns Menschen nicht, aber wir können ohne sie nicht leben. Und das ist den Menschen in den Matriarchaten bewusst und dementsprechend verhalten sie sich auch.

  3. Galloway schreibt:

    „Auf das Matriarchat gehe ich hier nicht weiter ein, wenn ich irgendwann dazu Lust habe, werde ich darüber etwas ausführlicher bloggen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass du nicht bereit bist, auf die Argumente wirklich einzugehen, die auf die einseitige Darstellung der Technik hinweisen. “

    Nun ich hatte eher den Eindruck das du die positiven Aspekte des menschlichen Fortschritts außer Acht lässt. Auf meine Argumente mit der Medizin und den positiven Aspekten bist du nicht einmal eingegangen.

    „Nicht eins der Industrieländer ist nicht bis über die Ohren verschuldet, trotz ihrer Technik, bzw. gerade wegen ihrer Technik, die obendrein mit den tatsächlich anfallenden Kosten keinen Profit erwirtschaften könnte. “

    Wie bist du von Spanien Berlin und dann nach Paris gekommen?

    „Beispiel Auto. Das günstige Preis Leistungsverhältnis für die Käufer kommt nur durch Massenproduktion zustande. Das bedeutet aber auch einen immer rasanteren Abbau der dafür notwendigen Ressourcen. Würden diese Ressourcen durch Zeiträume limitiert, weil ja in 10 Jahren auch noch Autos gebaut werden sollen, dann wären dieselbigen ein für die Masse nicht mehr bezahlbares Luxusgut.“

    Wie wäre es mit Autos die mit Wasserstoff laufen?

    „Die Sichtweise unserer technikgläubigen Kultur ist zweifellos verkehrt und wenn sich daran nix ändert, werden dadurch mehr Menschen sterben als Seuchen jemals dahinraffen könnten. “

    Verkehrt ist sicher einiges aber in die Steinzeit zu wechseln scheint mir keine vernünftige Alternative. Seuchen haben beinahe schon einmal ganz Europa ausgelöscht. (vgl. Schwarzer Tod) Also definitiv nicht zu unterschätzen. 25 Mios sind kein klax.

    Wie stehst du denn eigentlich zu den positiven Aspekten des menschlichen Fortschritts? Sind die für dich nicht relevant. Wenn du deine Ideale konsequent leben würdest dann dürftest du diese auch nicht in Anspruch nehmen,

    „Jedes Tier ist intelligenter als männlich dominierte Kulturen, weil es die Grundlage seiner Existenz nicht zerstört. Die Erde braucht uns Menschen nicht, aber wir können ohne sie nicht leben. Und das ist den Menschen in den Matriarchaten bewusst und dementsprechend verhalten sie sich auch.“

    Heuschrecken verwüsten zum Teil ganze Landstriche, genauso wie manche Ameisenarten. )http://www.netzeitung.de/politik/ausland/297651.html)

    Es mag sein das sich Menschen in den Matriarchaten sehr viel Naturbewusster verhalten als unsere Gesellschaft. Natürlich auch eine positiver Aspekt dieser Gesellschaften, was ja auch bei anderen patriarchal regierten Stammesgesellschatften der Fall war. Ich denke eher das dies nicht vmit der Herrschaftsform sondernmit der Lebensweise und der Abhängigkeit von der Natur zusammenhängt.

    Warum gehst du eingetlich nicht auf mein Argument mit der militärischen und technologischen Schwäche dieser Kulturen ein? Was hilft die beste Lebensweise wenn sie sich nicht selber am Leben erhalten kann?

    • lucia schreibt:

      Ich mache es mir einfacher und nummeriere meine Antworten auf deins von oben nach unten. 🙂

      1. Weil sie einseitig sind. Bspw. operieren die Chinesen schon seit ewigen Zeiten mit einer Akkupunkturtechnik die Narkose überflüssig macht. Afrikaner haben ein pflanzliches Mittel gegen Malaria, das von westlicher Chemiescheiße größtenteils verdrängt wurde. Das habe ich dort persönlich in Krankenhäusern gesehn. Bei uns werden sogenannte „Verrückte“ in Psychatrien eingekerkert, dort laufen sie frei herum, weil sie harmlos sind. In den peruanischen Anden lebt ein Völkchen, das weder Strom, noch TV noch sonstige technische Errungenschaft hat, und auch keine Chemiekacke kennt. Und werden im Schnitt 150 Jahre alt. Der bekannte amerikanische Evolutionsbiologe George C. Williams hat mit seinem Kollegen Randolph M. Nesse das Buch „Warum wir krank werden“ geschrieben, und darin u.a. auch die westliche Medizin in Frage gestellt. Arroganz kann auch tödlich sein.

      2. Mit meiner Mama. In Malaga bin ich geboren, in Paris von 6 bis 12 aufgewachsen, ab 12 bis letztes Jahr war ich in Berlin, mit 19 bis 22 Weltreise, und lebe jetzt wieder in Paris.

      3. Ich kenne die Wasserstofftechnik nicht.

      4. Eine Gesellschaft die mit, anstatt wie unsere gegen die Natur lebt, bedeutet nicht Steinzeit.

      5. Jeder Fortschritt ist relativ. Aus der Sicht unserer technikgläubigen Kultur lehne ich ihn ab.

      6. Es geht ums Überleben und das tun sie.

      7. Was unsere Kultur als Schwäche definiert, ist für andere kein Maßstab. Außerdem können sie sich nachgewiesen schon seit ca. 25.000 Jahren am Leben erhalten. Also waren so schon vor der ersten sogenannten Hochkultur der Sumerer vor ca. 6000 Jahren vorhanden. Die die kulturellen Vorfahren unserer Kultur sind.

  4. Galloway schreibt:

    1. Akupunktur ist ja auch eine Technik, eine Technologie und eben auch technischer Fortschritt, nur halt nicht jener unserer westlichen Kultur. Was die Wirksamkeit betrifft kann ich nur wenig sagen. Ich weiß was es heißt wenn bei einer invasiven Operation die Betäubung (Kreuzstich) versagt. Ich wünsche das niemanden und chirurgische Maßnahmen durchzuführen und sich auf Akupunktur zu verlassen ist sehr riskant. Ein unwillkürliche Zuckung des Patienten und es kann vorbei sein. Das Problem hast bei einer medikamentösen Vollnarkose eher nicht außer du triffst grad irgendwelche Nerven. Ich stehe der Akupunktur eher skeptisch gegenüber bin aber durchaus für schonendere Methoden da eine medikamentäse Narkose doch den Kreislauf belastet.

    Verrückte sind nur manchmal harmlos. Antisoziale/Dissoziale Persönlichkeitsstörungen sind alles andere als harmlos. Ein Depressiver kann für sich und sein Umfeld auch schädlich sein, wobei bipolare und Borderliner wohl eher zu Selbstmorden neigen. In eine Psychiatrie kommst, gegen den eigenen Willen, auch nur wenn Selbst- bzw. Fremdgefährdung besteht. Da ich den Ablauf in Psychiatrien in Ö aus eigener Hand kenne, ist es für die Patienten meistens ganz gut mal für ne Zeit in ein geschütztes Umfeld zu kommen. Wenn du mit „Verrückten“ allerdings die betrunkenen und verwirrten Obdachlosen meinst, die Rennen auch bei uns in Ö auf der Straße rum, manche schaffens sogar in die Politik 😉

    2. Naja die Weltreise hast ja auch mit Hilfe der westlichen Technologie machen können, obgleich du sie ja persönlich als schädlich bewertest.

    3. http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffverbrennungsmotor#Vor-_und_Nachteile
    Weniger Emmissionen, Treibstoff im Überfluss der sich zudem selber regeneriert. Also ich find gar nicht so schlecht. Ist teilweise in Japan und anderen Industriestaaten im Gebrauch und setzt sich hoffentlich bald mal durch. Andererseits wären Elektormotoren auch eine mögliche Alternative. Forschung in diese Richtung gehört gefördert.

    4. „Mit der Natur“ würd ich sofort unterschreiben. Im Sinne von Nachhaltigkeit und im Sinne der Schonung natürlicher Ressourcen. Die Ausrottung verschiedener Tierarten, Lebensräume, Urwälder ist die reinste Idiotie und Verschwendung von Ressourcen. Dadurch muss man technischen Fortschritt nicht aufgeben nur die Richtung und das Denken anpassen. Es ist aber wahrscheinlich sehr naiv zu glauben das wird passieren sofern keine unmittelbare Notwendigkeit besteht. Meist werden solche Entscheidungen nur unter Druck getroffen, wenn schon der Hut brennt. Ich hoffe das es diesmal vielleicht mal mit ein wenig Vorrausblick geht…

    5. Technikgläubig… hmm… Ich bin da vorbelasted, als Techniker 😀 Dafür machts mir einfach zuviel Spaß vor meinem Rechner zu hocken haha Sorry aber ein Welt ohne Auto, Flugzeuge, Computer und etwas Science Fiction würd ich vor langeweile eingehen. Mein Gehirn braucht ständig Stimulation. Wenns dieses Zeugs nicht gäbe wär ich wohl einer ders Erfinden würde. Das oder Künstler.

    6. Überleben im Schatten großer Nachbarn. Überleben das teilweise durch Unterwerfung und Unterordnung ermöglicht wurde. Also so toll find ich das jetzt nicht. Überleben und Florieren sind unterschiedliche Dinge.

    7. Überleben ist aber ein Maßstab, auch für diese Kulturen. Freiheit ist ein Maßstab. Anpassungsfähigkeit kann Stärke sein, sowie auch gespielte Unterwerfung aber auch das hat seine Grenzen. Im Sinne eines Überlebenskampfes spiele Werte nur mehr eine untergeordnete Rolle. Als die europäischen Einwanderer die indigenen Völker unterworfen, gefoltert und teilweise vernichtet haben spielte deren Lebensanschauung auch nur mehr eine geringe Rolle.

    • lucia schreibt:

      1. Ja es ist auch eine Technik, nur braucht es dafür keine gigantischen Chemiefirmen. Außerdem geh ich prinzipiell davon aus, dass wir Menschen nichts 100%iges machen können, uns zu töten ausgenommen.

      2. Mit 19 habe ich noch nicht so intensiv darüber nachgedacht als heute.

      5. Aha, das erklärt so einiges. 😉

      7. Viele Wege führen nach Rom. Und Freiheit im wahrsten Sinne des Wortes ist innerhalb unserer Staaten genauso ein Mythos wie Demokratie. Erlaubter normativer Spielraum trifft es wohl besser. Verliere die Quelle, die dir deinen jetzigen Lebensstandard ermöglicht, und von dem Spielraum bleibt bestenfalls ein Spielräumchen übrig.
      Die Würde Dummheit des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Aufgabe des Staates.

  5. Galloway schreibt:

    1. Für die chinesische Medizin wurden nur manche Tierarten an den Rand des Aussterbens getrieben. Da brauchts gar keine Chemiefirmen, das geht auch so mit ein bisschen Aberglauben. Zudem musst die diesen „nicht 100%“-Bias dann auch der westlichen Medizin zugestehen.

    2. Dann kannst dies ja ab jetzt umsetzen so wie ein befreundetes Pärchen von mir die konsequent Veganer sind, nicht reisen, eher daheim bleiben und wenig arbeiten (falls dus dir leisten kannst).

    5. Vermutlich 🙂 Im Gegensatz zu dir gefällt mir die Welt in der westlichen Welt ganz gut.

    7. Nunja absolute Freiheit ist auch in wenig viel. Aber ich plädiere eher für Freiheitsgrade. Zwischen einem Soll und einem Muss ist ja auch ein Unterschied. Also zwischen einem ich soll mich anpassen oder ich muss mich unterordnen. Meinen jetztigen Lebensstandard ermöglicht mir mein Gehalt. Verliere ich dieses muss ich improvisieren. Ohne Besitz zu leben ist gleichzeitig nichts anderes als von vorne herein nichts zu haben. Also demnach auch nichts verlieren zu können. Das ist dasselbe Argument wie wenn ich mich nicht waschen würde weil ich ja ohnehin wieder dreckig werden würde.

  6. lucia schreibt:

    1. Ich habe nicht die gesamte chinesische Medizin angesprochen, weil ich die gar nicht kenne. Und ich bezweifle auch, dass du alles von ihr kennst. Also was soll das?

    7. Ich glaube es ist besser den Diskurs nicht weiter zu führen, Besitzdenken mit sich waschen zu vergleichen, ist ja wohl absurd. Ich habe keine Zeit für solche Ping Pong Spielchen.

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