Die Erde braucht den Menschen nicht, (1)

was wir Menschen zweifellos nicht behaupten können. Demnach kann ein Leben mit der Erde bzw. mit der Natur und deren Erhaltung nur sinnvoll sein. Zumal es ja die unverzichtbare Existenzgrundlage ist. Ich behaupte, dass das auch Kinder begreifen können, wenn es ihnen erklärt wird. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich erwachsene Menschen, die sich obendrein auch noch als zivilisiert bezeichnen, so verhalten, als ob das für sie nicht gilt. Rücksichtslose Maßlosigkeit anstatt sinnvoller Nachhaltigkeit bestimmt das Handeln.

Die Zerstörung der Umwelt wird wie selbstverständlich hingenommen. Macht- und Besitzgier bestimmt das Denken. Mit Auge um Auge, Zahn und Zahn wird gerafft, was greifbar ist. Reiche werden reicher, Arme ärmer. So können sich nur größenwahnsinnige narzisstische Egoshooter verhalten, aber keine vernunftbegabten zivilisierten Menschen.

Das Ergebnis: Die Menschen in den männlich dominierten Kulturen haben den Kontakt zu der Natur verloren, die sie hervorgebracht hat. Dieses mehr als dämliche Verhalten offenbaren die katastrophalen Folgen immer deutlicher. Die Technikgläubigkeit beschleunigt nicht nur das Ganze auch noch, sondern verstärkt außerdem die Illusion der Menschen in den Industrienationen sie könnten die Natur beherrschen.

„Der böse Samurai ist schon tot, ohne es zu merken“

Dieser Größenwahnsinn wird nicht mal durch die atomare Katastrophe in Japan erschüttert, die zweifelsfrei das Versagen der Technik offenbart. Gleichzeitig wird genauso zweifelsfrei offensichtlich, dass der Profit einiger Weniger wichtiger ist als das Leben der Allgemeinheit. Dazu kommt in Deutschland noch die Absurdität, dass der Steuerzahler die Kosten für die Entsorgung des Atommülls trägt.

Die Betreiber der Atomkraftwerke haben bis zum Ende der Einlagerung etwa 900.000 Euro Gebühren bezahlt, wogegen für die Schließung der Schachtanlage Asse Kosten von zwei bis sechs Milliarden Euro erwartet werden, für die Schließung des Endlagers Morsleben 2,2 Milliarden Euro.

Dazu kommen weitere Kosten wie beispielsweise die öffentlichen Ausgaben für Atommülltransporte in Höhe von drei Milliarden Euro. Für die Entsorgung des Mülls und den gesamten Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe fallen nach einer Kalkulation aus 2011 zusätzliche 1,6 Milliarden Euro an, die komplett vom Staat zu tragen sind.

Gewinne erzielen die Energiekonzerne durch die Beteiligung an der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE). Die Entsorgung ihres eigenen Mülls beschert den vier großen Energiekonzernen durch die Beteiligung an dieser Gesellschaft aufgrund einer einseitigen Vertragslage eine hohe Rendite zulasten der Steuerzahler.

Die weltweit bekannte Obrigkeitshörigkeit der Deutschen lässt schön grüßen.

Etwas anders aber definitiv nicht positiver sieht es in Frankreich aus. Man sollte sich aber daran erinnern, dass seinerzeit der Anti-AKW-Widerstand in Frankreich etwa zu Malville – Riesen Schneller Brüter – oder zu Plogoff in der Bretagne viel breiter und massiver war als in Deutschland. Er wurde aber sehr brutal niedergeknüppelt, in Malville bei der Riesendemo von über 100.000 gab es Tote! Außerdem sollte auch nicht vergessen werden, dass Mitterand 1981 auch deshalb gewählt wurde, weil er die Abschaltung von AKWs versprochen hatte. Doch Politiker sind nur Marionetten des Großkapitals, also nutzlos. Frankreich wird wie Deutschland ins Hintertreffen gelangen, weil sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben! Man kann es auch krasse unternehmerische Fehlentscheidungen nennen. Was die tatsächlichen Ursachen aber verschleiert.

Diese Fehlentscheidungen lassen sich sowohl im Profitgier als auch im Größenwahn verorten. Dass Männer davon mehrheitlich betroffen sind, liegt an der Gehirnwäsche, die ihnen ihr selbst erfundenes System verpasst. Willenlos programmierte Sklaven des Systems müssten sie trotzdem nicht sein. Schließlich kann niemand zur Karriere eines Topmanagers gezwungen werden. Nur ficken sie sich mit ihrem Männlichkeitswahn selbst, der sie u.a. auch zu blinden Piloten der Technik macht.

Ein blinder Pilot landet im Gebirge anstatt in der großen Ebene nebenan.

Ich hab den Verstand kotzen gesehen.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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6 Antworten zu Die Erde braucht den Menschen nicht, (1)

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    „Ihr werdet mir tausend Fragen stellen, und nachdem ich sie alle zu eurer Zufriedenheit beantwortet habe, werdet ihr von vorne anfangen.“

    Silvio Gesell, 1929

    Es gibt Kindergarten-Diskussionen und Diskussionen für Erwachsene. Erstere beschäftigen sich mit der a priori sinnlosen Frage, ob es noch eine andere Möglichkeit für das zivilisierte Zusammenleben geben könnte als die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft = freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), die der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916 vollständig und widerspruchsfrei beschrieben hatte (alle „Gegenargumente“ basieren auf Vorurteilen und Denkfehlern) und die Ludwig Erhard noch nicht durchsetzen konnte, weil ihm die „katholische Soziallehre“ in die Quere kam; letztere behandeln die überaus interessante Frage, warum es Kindergarten-Diskussionen sogar noch im 21. Jahrhundert gibt (wobei die „hohe Politik“, so genannte „Wirtschaftsexperten“ und der „hohe Journalismus“ noch nicht einmal bis zum „Niveau“ der Kindergarten-Diskussionen vorgedrungen sind).

    Die Ursache ist eine veraltete Programmierung des kollekiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst „wahnsinnig genug“ für die Benutzung von Geld machte (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Anderenfalls hätte das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, gar nicht erst entstehen können! Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte, und die uns – unabhängig vom so genannten Glauben – alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich „Auferstehung“:

    • lucia schreibt:

      Naja, der Weisheit letzter Schluss kann Metaphysisches schon mal nicht sein, weil Weisheit sich aus subjektiver Wahrnehmung des Irdischen eruieren könnte, nicht mal muss, zumal Weisheit nicht für alle dasselbe ist. Und der Text auf deiner Site:

      Heute können Sie wählen, ob Sie zu den „Gewöhnlichen“ gehören, die bis zum bevorstehenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation „halbwegs glücklich“ in seliger Unwissenheit verbleiben, oder zu den „Einzelnen und Auserwählten“, die mit Hilfe der nachfolgenden Seiten aus der religiösen Verblendung auferstehen.

      Ist billige Verkaufspolemik.

      Verschone mich bitte damit, ansonsten lösche ich es.

      • Stefan Wehmeier schreibt:

        Es gibt nur eine Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) und die ist für alle Menschen gleich. Alles andere sind Vorurteile, von denen Sie sich offenbar ungern trennen.

        Mit freiwirtschaftlichem Gruß
        Stefan Wehmeier

  2. Angelika schreibt:

    oje „der tägliche wahnsinn“. mich haben diese parolen a la „der umwelt zuliebe“ nur genervt weil „der um-/welt“ ist es schnurzegal – wenn „wir als menschen was tun“ dann einzig mE „uns zuliebe“.
    und dass dies ebend nicht funktioniert, zeigt mir dieses westliche (androzentrische, bla-normative) männersydtem ja jeden tag.

    auf Island hatten frauen doch mal einen „nationalen boycott-tag“ zustandegebracht ?!
    ich überlege mir immer wieder, was passieren muss, damit’s mal in D. oder F. (oder I.) dazu käme.
    als realistin weiss ich „nicht zu meinen lebzeiten“; als idealistin/utopistin würde ich sowas asap mitorganisieren.

    p.s. und dieser (S.Wehmeier) mann-kommentar ist für lediglich eines dieser unerträglichen „manplaining“ exemplare (gähn)

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