Konspirative männliche Hegemonie.

Frau begegnet in schöner Regelmäßigkeit in quasi allen Medien die Themenendlosschleife „Frauen sind….!?“ Soso wir sind, wer hätte das gedacht? Ich mein, es ist ja nett, dass uns Frauen nach seit Jahrtausend langem quasi unsichtbaren Haufrauendasein so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Aber warum ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo immer mehr Frauen erkennen, dass die Welt in der sie leben, nur ein luxuriöses Herrenzimmer ist? In dem sie zweifellos gern gesehen sind, wenn sie mal mehr mal weniger bekleidet den herrschenden männlichen Mief erotisieren. Aus dem sie dann nach einem 3-Minuten-Fick (hoffentlich geschwängert) wieder an den heimischen Herd gehen dürfen bzw. müssen. 

Das riecht nicht nur sondern stinkt zum Himmel, der aber nicht voller wohl klingender Geigen hängt, sondern voller konspirativer Gedanken der hegemonialen schwulen Männerwelt. Mir ist keins der sogenannten Frauenmagazine bekannt, in dem es darum geht, was Frauen wollen, sondern nur darum, was Frauen sollen. Sei es anstatt dem gewohnten Make-up ein anderes zu kaufen, weil….

Natürlich fehlt dabei auch nicht der Tipp, neue sexy Reizwäsche zu kaufen, das würde nämlich auch unser Wohlbefinden steigern. Würden sie schreiben: Damit der Mann wieder schneller einen Ständer bekommt, wäre zumindest ehrlicher. Aufs Wesentliche eingedampft lauten die konspirativen Botschaften: Frauen zurück an den Herd, haltet aber trotzdem euer Lustdreieck ständig exklusiv für euren Göttergatten bereit.

Sinn dieser Konspiration ist es wohl die Tatsache zu vernebeln, dass die männliche Identität heutzutage weltweit kriselt, sowohl ganz oben als auch ganz unten. Unter Bankmanagern genauso wie unter erwerbslosen Slumbewohnern. Dass ihre Krise nicht mit organisiertem konservativen Fundamentalismus zu lösen ist, sondern nur, indem jeder Einzelne sein überholtes Männlichkeitsbild entsorgt und danach in Handarbeit ein Neues kreiert, ist für die Herren der Schöpfung natürlich eine unzumutbare Zumutung. Zumal sie dabei in ihre nicht vorhandenen emotionalen Tiefen vordringen müssten.

Wären wir Frauen uns einig, dann bliebe den Herren nichts anderes übrig, zumal sie von unseren weiblichen Reizen abhängig sind. Diese Tatsache könnten wir sogar friedlich nutzen, indem wir sie ihnen so lange vorenthalten, bis sie dazu bereit sind. Ich mein, wir Frauen sind schließlich in der glücklichen Lage uns so gut selbst befriedigen zu können, sodass wir mindestens ein paar Monate lang – auf Sex mit ihnen verzichten könnten.

Dazu fällt mir gerade Lysistrata ein, auf Deutsch „Heeresauflöserin“.
Sie ist die Heldin des gleichnamigen antiken Theaterstücks, in dem der Kampf einiger Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und den damit verbundenen Leiden thematisiert wird. Getragen von dieser Erkenntnis verschwören sich die Frauen Athens und Spartas, und verweigern sich sexuell ihren Gatten, um dadurch den Frieden zu erzwingen, und haben damit auch letztendlich Erfolg.

Lysistrata: Notgeile Helden

Auch wenn es heutzutage mehr Bordelle als damals gibt, kann ich mir trotzdem vorstellen, wenn möglichst viele von uns Frauen dazu bereit wären, dass das klappen könnte. Notfalls auch mit selbst angelegten Keuschheitsgürtel. Und sozusagen als Nebeneffekt würden wir durch die gesteigerte Nachfrage auch neue Arbeitsplätze schaffen. Da kann ich nur noch sagen: Leinen los für unsere Frauen-Power. 😀

Advertisements

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
Dieser Beitrag wurde unter frauen wehrt euch abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.