Gehirn & Wahrnehmung

Das Gehirn oder Faszinantion pur, zumindest für mich.

Unser Gehirn ist nicht nur unser größtes Sexualorgan sondern auch die Steuerungszentrale unseres Körpers. Über unsere 5 Wahrnehmungssinne sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken nimmt es die Reize aus der jeweiligen Umgebung auf, verarbeitet sie und löst damit die jeweils nötigen Prozesse aus, die uns bspw. eine Orange als dieselbige erkennen lassen. Allerdings nur dann, wenn wir sie als Orange durch vorherige Erfahrung abgespeichert haben. Davon sind wir durch unsere gemachte Erfahrung zumindest überzeugt.

Aber stimmt das auch wirklich? Könnte unsere Wahrnehmung auch falsch sein?

Bei dem Objekt Orange an sich nicht. Aber nehmen wir mal an, es ist so dunkel,
sodass wir die Orange nicht sehen können. Das wäre nicht weiter schlimm, weil wir sie ertasten können. Sinn meiner Wortspielerei ist, damit ich jetzt sagen kann, dass unser Gehirn unsere Wahrnehmung der Orange bei Licht austrickst. Es gaukelt uns nämlich vor, dass die Farbe Orange sich nicht verändert, obwohl sie das, durch sich verändernde Lichtverhältnisse macht. Noch krasser wäre es, wenn wir das gesamte Farbtspektrum
des Lichts sehen könnten, dann wäre nämlich die Orange nicht orange sondern violett.

Okay, da wir es nicht können, braucht es uns auch nicht weiter zu interessieren, aber es zeigt, dass wir mit unseren Augen nur Ausschnitte der Welt wahrnehmen können. Dasselbe gilt fürs Hören, da wir nur einen Teil der Tonfrequenzen hören können. Bspw. können wir nicht die hohen Töne von Ratten hören, aber Meerschweinchen hören sie. Genauso wenig können wir die tiefen Töne von Elefanten hören, dass es sie gibt, wurde mit Messgeräten festgestellt. Ob sie andere Tiere hören können, weiß ich nicht.

Diese Beispiele lassen ja eigentlich schon keinen Zweifel mehr zu, dass wir objektiv nicht wahrnehmen können. Aber unser Gehirn kennt noch ganz andere Tricks, die das bestätigen. Und zwar lässt es uns was sehen, was gar nicht da ist.

Auf dem Bild von 1870 sehen wir in den weißen Punkten nicht vorhandene schwarze Punkte aufblitzen, wenn wir es nur flüchtig betrachten. Außerdem ermöglichen ihm ja, wie schon bei der Orange erwähnt, auch bildhaft abgespeicherte Erfahrungen, uns auszutricksen. Automatisch vervollständigt es nämlich schon gesehne Darstellungen, wie auf dem Bild mit dem weißen Dreieck zu sehen ist, das aber nicht da ist. Unser Gehirn gaukelt uns nur vor, als ob ein weißes Dreieck über einem Schwarzen und mit den Spitzen über drei schwarze Kugeln liegt. Gemeinheit.

Weiße und schwarze Punkte von 1870

Die blauen Kugeln haben die gleiche Größe.

Kanizsa triangle by Fibonacci - Wikipedia

Wer jetzt immer noch denkt, dass wir objektiv wahrnehmen können,
der hat zumindest etwas, an das er glauben kann. 😀

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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15 Antworten zu Gehirn & Wahrnehmung

  1. Ephraim schreibt:

    hab den Link gelöscht 😉

    da geht es genauer drauf ein, warum das Gehirn auf diese Weise wahrnimmt; ich denke objektive Wahrnehmung ist hier falsch, es ist als wolle man einen Gegenstand von jeder Seite gleichzeitig betrachten, faktisch wäre es nur möglich, wenn man mehrere Viedeoaufzeichnungen (von oben, unten, usw.) direkt vor sich sieht, aber auch dann würde die Tiefe fehlen, der Gegenstand wäre keine Form, sondern Fläche.
    Die Tiefe (3D) ist visuell nicht wahrnehmbar, nur durch Berührung, bzw. der Erfahrung von Druck/ Gewicht/ Widerstand. Das heißt auch, Wahrnehmung benötig einen gegenständlichen Beobachtenden, etwas, daß eine Rückseite hat.

    will damit sagen, bei (äußeren Sinnen)Wahrnehmung ist Selekitivität, denke ich, immanent

    • lucia schreibt:

      Ohne sich selbst kann ein Subjekt nicht wahrnehmen, daran ändern auch mehrere Videoaufzeichnungen nichts. 🙂

      • Ephraim schreibt:

        Ja, kann schon sein, aber wenn man einen Unterschied zwischen dem Wahrnehmenden und dem wahrgenommen Bereich annimmt, ist doch die Frage, wo ist die eindeutige Grenze?
        Also, ab wo beginnen die Augen etwas zu sehen?

        Naja, im Grunde frag ich mich was genau Kombinationen beim Beobachten sind, eigentlich ausgehend von Kunst/Schönheit, was bedeutet es wenn Kunst X von A oder B gesehen wird, gibt es mehrere Arten von Schönheit oder nicht, und um es einfacher zu haben, versuche ich Räumlichkeit als Analogie zu nehmen (Gegenstand von allen Seiten und so), zum Selbst bin ich noch nicht gekommen.

        ist ein guter Server, schon komisch, wenn man denkt, daß man dasselbe tut, wie ein 1er-Abiturient bei seinem Studium

      • lucia schreibt:

        aber wenn man einen Unterschied zwischen dem Wahrnehmenden und dem wahrgenommen Bereich annimmt, ist doch die Frage, wo ist die eindeutige Grenze?
        Also, ab wo beginnen die Augen etwas zu sehen?

        Da wir auch sehend nichts sehen können, wohl erst dann bewusst, wenn etwas unsere Aufmerksamkeit weckt. Folglich gibt es auch keine eindeutige Grenze.

        ist ein guter Server, schon komisch, wenn man denkt, daß man dasselbe tut, wie ein 1er-Abiturient bei seinem Studium

        Den Satz kapier ich nicht.
        Vor allem – „ist ein guter Server“ – auf was bezieht sich das?

        zum Selbst bin ich noch nicht gekommen

        Kann wohl nicht sein, oder stehst du neben dir? 😉

      • Ephraim schreibt:

        mit Server meinet ich den timms(erver). ich hab mich oft an Numeri Clausi gestört, hab selber ein schlechtes Abi und jetzt gibts alles online.

        ,ich bin sehend´= sehen läuft nebenher ab, bzw. es wird beständig gesehen, es gibt keine externe Tätigkeit ,sehen´?
        Oder meinst du, daß alles unbewußt statisch ´sehend´ wahrgenommen wird, und ,sehen´= fokussieren ist? Dann wäre der Zufall(nicht eindeutig), was uns in dem Moment interessiert die Grenze?

        ich muß gestehen, daran habe ich noch nicht gedacht, wie die Tätigkeit vonstatten geht, ob es mehrere Ebenen gibt; ich meinte, wenn es verschiedene Beobachtungs-Kombinationen(unten, oben) gibt, dann ist an einem Ende ganz klar der Gegenstand, es gibt in diesem Fall ein Ende, da man (hypothetisch) weiß, daß es dahinter weitergeht (Rückseite, kein Horizont), wo ist das Ende von dem Beobachter, ist es der Brennpunkt, sind es die Lider, ist es der Kontakt zum Gehirn, die Verarbeitung darin?
        Ich halte das für wichtig bei der Frage von Kombination, da ich ja weiß, das es (mindestens) 2 Dinge gibt, wie sich der eine(Gegenstand) bewegt kann man ungefähr sagen, aber ich weiß nicht einmal wo das zweite Ding anfängt/aufhört.

        ,Selbst´ verstehe ich in diesem Zusammenhang, als einen Ort der Verarbeitung von dem insgesamt kombiniertem, gerade, wenn es um Schönheit geht. soweit bin ich noch nicht.

        dein Einwand, wenn ich dich richtig verstanden habe, könnte man zusammenfassen, welchen Einfluß hat die Tatsache, daß es unterschiedliche Wahrnehmungen gibt

        muß ich länger darüber denken, aber meintest du das?

      • lucia schreibt:

        welchen Einfluß hat die Tatsache, daß es unterschiedliche Wahrnehmungen gibt

        Unterschiedlich bewertete sowie verarbeitete Wahrnehmungen, trifft es wohl besser.

        1. Die Videosequenz mit dem Zebrastreifen zeigt, dass der Betrachter das ältere Paar, den Hund und noch eine Person, die alle in dieselbe Richtung gehn fokussiert. Alles andere ist dunkel, also für ihn uninteressant.

        2. Am Ende des Videos wird erzählt, dass einige, nachdem die Tür zwischen ihnen und dem Fragenden durchgetragen wurde, weggelaufen sind, weil ihnen etwas komisch vorgekommen war, was sie aber nicht benennen konnten. Andere bemerkten es nicht.

        3. Das bedeutet, dass beim Wahrnehmen auch emotionale Empfindungen ausgelöst werden, die dann Reaktionen auslösen, einige flüchteten deswegen. Es wird also nicht nur unterschiedlich wahrgenommen, bewertet und verarbeitet, sondern dabei auch unterschiedlich emotional reagiert.

      • Ephraim schreibt:

        zu Punkt 3: da ist für mich das Selbst, aber wie gesagt, das ganze Verarbeitungskonstrukt, da habe ich wenig Ansätze

        es klingt etwas merkwürdig, aber ich habe den Eindruck, daß es wichtig sein kann nicht den Gegensatz [360° Rundumsichtnicht sehen] sondern [alles von jeder Seite gleichzeitignicht(s) sehen] zu beachten.

        ich hänge noch am Beobachter

      • lucia schreibt:

        Wenn wir Simulationen verwenden die unserer realen Wahrnehmung mit 2 Augen nicht entsprechen, wozu sollten die gut sein?

        Zusätzliche Täuschungen brauchen wir nun wirklich nicht, das macht unser Gehirn ja sowieso schon. 🙂

      • Ephraim schreibt:

        ziemlich oft.

        ich versuche die Wahrheit rauszufinden, indem ich in beide Extreme überspitze. Das ist so wie , mir fällt keine gute Metapher ein, immer weiter einzugrenzen, indem man die möglichsten Enden benennt und solche die es nicht sein können.

        ich stelle mir vor wie weit es maximal gehen kann, dann schaue ich mir an, wie dieses Maximum genau beschaffen ist um Hinweise darauf zu bekommen, wie die Abläufe im inneren sind. Hier kann ich beide Unmöglichkeiten gegen- übereinander halten und schauen, wo Stellen sind, die genauere Hinweise geben; ist viel Spekulation

      • lucia schreibt:

        Oh oh, die Wahrheit herauszufinden hat sich noch nicht mal dieser Treue im Video getraut, weil er sicherlich weiß, dass es DIE Warheit nicht gibt. 😉

      • Ephraim schreibt:

        Ok, wahres reicht auch

  2. Ephraim schreibt:

    timms

    funzt dieser Link?

    • lucia schreibt:

      nein, bzw. nicht direkt.

      Man muss in die Suche deinen Satz einfügen:

      Der Einfluß der Aufmerksamkeit auf die visuelle Wahrnehmung

  3. Ephraim schreibt:

    „Der Einfluß der Aufmerksamkeit auf die visuelle Wahrnehmung“

    das in die timms-suche vom letzten Link müßt klappen, ich fands ganz gut

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