„Ignoranz hat einen Namen“

Gleich vorab, meine ökonomischen Kenntnisse sind unzureichend. Deswegen habe ich das Thema Pay Gap bisher auch gemieden. Zumal ich selbst davon nicht betroffen bin. Doch vielleicht gerade deswegen fallen mir Zusammenhänge auf, die ich bei anderen noch nicht gelesen habe. Was allerdings nicht heißen soll, dass andere sie nicht doch schon genannt haben.

Als ich vorhin den Artikel – „Ignoranz hat einen Namen“ über Geld spricht man nicht
in der Online-Ausgabe von dieStandard.at gelesen habe, kam mir die Idee, dass die ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit zwischen Männern (mehr) und Frauen (weniger) eine Verlagerung der gewesenen oder immer noch existierenden finanziellen Abhängigkeit der Ehefrau vom Ehemann, auf die Gesellschaftsebene ist. 

Da in einem kapitalistischen System Geld die wichtigste Rolle spielt, kann mit Pay Gap nicht nur die gleiche Bezahlung verhindert werden, sondern auch die längst überfällige Gleichstellung der Frau. Es kann ja kein Zufall sein, dass sich trotz erlassener Gesetze so gut wie nichts bewegt. Kapital ist Macht und das kontrollieren nach wie vor Männer.

Es ist außerdem ja auch nichts Neues, dass die Gesellschaft schon lange von einem schwul hegemonialen Männerverein beherrscht wird. Und die außerdem NUR aus Profitgier die Frauen arbeiten ließen, eben weil sie billiger als Männer waren und sind. Daran ändern auch die Frauen nichts, denen Männern nicht mehr bieten können, als sie selbst erreichen können. Denn das sind viel zu wenige. Nichtsdestotrotz haben Männer mit solchen Frauen gehörige Probleme. Und auch die Pille hat daran zweifellos ihren Anteil. Zumal ihr Erscheinen (1960) mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg, in den westlichen Industrienationen zusammenfiel.

Damit schrumpfte natürlich auch die Alleinherrschaft der Männer über das Leben der Frauen. Da man von Machthabern nicht erwarten kann, dass sie sich selbst entmachten, ist jede Möglichkeit zu nutzen, die das verhindert, aus ihrer Sicht natürlich logisch. Dass Männer unfähig sind, um Gesellschaften zu erhalten, beweisen sie täglich mit ihrem Macht- und Konkurrenzgehabe. Das Einzige was für sie zählt ist der eigene Erfolg. Darüber definieren sie ihre Männlichkeit. Hart wie Stahl prallt nicht nur alles an ihnen ab, sondern sie lassen es auch ohne mit der Wimper zu zucken vor die Hunde gehn. Solches Verhalten lässt nur den Schluss zu, dass sie gar nicht daran denken, ihre Sicht der Dinge zu verändern. Ganz zu schweigen davon, sich neu zu definieren.

Dass Ewig Gestrige das Leben straft, ist ihnen offensichtlich egal oder lässt ihr Größenwahn gar nicht zu. Und auch, dass Frauen an jeder erfolgreichen Revolution maßgeblich beteiligt waren, scheinen sie vergessen zu haben. Dass selbstherrlicher Größenwahn aber nicht vor Abstürze schützt, wohl auch. Dass das aber passiert, haben ja zuletzt die Stürze von Ben Ali in Tunesien und Mubarak in Ägypten bewiesen. Und um sagen zu können, weitere werden folgen, braucht niemand ein Prophet sein. Das Volk hat die Macht und wenn Männer sich außerhalb verorten, dann werden sie eben platt gemacht.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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