Einsicht,

ist so ’ne Sache an sich, das kann nämlich auch länger dauern.🙂

Aber ab heute schließe ich mich Piratenweibs Meinung an:

Bei Christian sollte mensch nicht kommentieren. Es ist sinnlos.
Vergeudete Zeit und Energie.

Mit Christian ist sein Blog „Alles Evolution“ gemeint.
Wäre er ehrlich, dann müsste er den „Alles was Frauen niedermacht
nennen. Anonyme Klugscheißer sind echt zum kotzen.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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10 Antworten zu Einsicht,

  1. GwenDragon schreibt:

    Alles ist Wissenschaft, Vernunft und der Glaube daran. sollte sich das Blog nennen.
    Wissenschaft ist eben die moderne Religion und erklärt das eigene Weltbild so wie es früher die Kirche tat.

    • lucia schreibt:

      Yep, die Art und Weise wie Frauenhass-Dogmen zelebriert werden,
      hat was Vatikanmäßiges an sich.

    • Robert schreibt:

      Dann verdient es aber den Namen „Wissenschaft“ nicht, denn Wissenschaft stellt den Anspruch, objektiv/neutral zu sein, sich an logisch nachvollziehbaren Fakten, oder wenigstens Indizien, zu orientieren.
      Dass die Bezeichnung „Wissenschaft“ gerne missbraucht wird, um ideologisch motivierte Argumente ueberzeugender wirken zu lassen, ist aber leider auch nichts Neues. Umso mehr sollte man dem entgegenwirken, und unschluessige pseudowissenschaftliche Ergebnisse entlarven.

      • lucia schreibt:

        @Robert:

        Neutral ça va – pero, objektiv kann auch keine Wissenschaft sein, weil sie ja von Subjekten erdacht wurde/wird.

      • Robert schreibt:

        Objektiv ist in vieler Hinsicht auch, wie alles andere, relativ. Alleine die Tatsache, dass es logisch unmoeglich ist, festzustellen, ob man alle moeglichen Fehler bedacht hat, macht es unmoeglich, die Korrektheit irgendeiner Aussage zu garantieren.

        Trotzdem gibt es soetwas wie wissenschaftliche Neutralitaet/Objektivitaet. In Sachgebieten wie z.B. der Mathematik ist die natuerlich transparenter als in komplexeren und unschaerferen Gebieten wie der Psychologie, wo die Wissenschaft hauptsaechlich auf der Interpretation von Indizien beruht.

        Je nach Bereich laesst sich also darueber streiten, was wissenschaftliche Ansprueche erfuellt, und was nicht.

        Mit diesem Argument liesse sich natuerlich jede Art von Erkenntnis, auch wenn sie noch so schluessig ist, als subjektiv gepraegt ablehnen, aber dann braeuchten Menschen ueberhaupt nicht mehr ueber irgendetwas diskutieren, weil ohnehin alle immer ihre eigene subjektive Wahrheit haetten. Ich glaube, das waere aber ein noch weniger erstrebenswerter Zustand, als zumindest auf guten Fundamenten stehende Ergebnisse als wissenschaftlich richtig anzuerkennen.

  2. DariaG. schreibt:

    Hey Lucia, Dein Blog ist echt voll schön, Ich träume auch von einem gleichberechtigten, menschenwürdigen Leben in Freiheit, in dem es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann. Alle sollten tun und lassen dürfen, was sie wollen, solange sie die Menschenwürde und Freiheit anderer nicht verletzen.

    Die Auflösung aller Strukturen scheint da wohl die einzige Lösung. Erst wenn es nichts mehr gibt, was einem irgendetwas vorschreibt oder einen in etwas hineinpresst, kann man erst richtig frei sein. Klar, wenn wir nicht gerade allein leben wollen, geht das wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht sollte man gerade deshalb nur in Kommunen mit Gleichgesinnten wohnen.

    Kinder sollte man dann aber eigentlich keine mehr haben wollen, denn die müssten sich ja dann der Struktur und den Bestimmungen der Kommune unterwerfen. Man kann das natürlich so machen, wie die Amish, die ihre Kinder zum Rumspringen in die Welt entsenden, damit sie selbst entscheiden können, wo sie leben wollen. Die Tatsache, dass aber so viele von denen zurückkehren, scheint aber eher ein Zeichen dafür, dass sie schon konditioniert sind. Ob das dann wirklich eine Entscheidung in Freiheit ist, bleibt zu bezweifeln.

    Ich glaube nicht, dass Anarchie die Lösung ist, weil sich ja doch wieder Gleichgesinnte zusammenschließen und dann eine Meinung durchsetzen würden. Ausstieg ist auch schwierig. Besonders wenn man dann allein wäre, weil man keine Gleichgesinnten findet oder an den Andersgesinnten doch irgendwie hängt. Zumal ich auch die anderen nicht in den jetzigen menschenunwürdigen Strukturen zurücklassen möchte.

    Schwierig. Traurig auch, dass ausgerechnet diejenigen, die sich für ein menschenwürdiges Leben einsetzen, in der vorherrschenden Gesellschaft einfach unterdrückt werden. Da ist es schön, zu sehen, dass jemand dieser Unterdrückung ein Ende setzen möchte und sich für absolute und geschlechtsunabhängige Gleichberechtigung einsetzt, welche die größtmögliche Freiheit mit sich bringt.

    • lucia schreibt:

      Hey DariaG

      Danke für deinen Roman.🙂
      Ich dampfe mal meine Antwort auf das m.E. Wesentliche ein.
      Wir sind soziale Wesen, die sich in einer Gemeinschaft am Wohlsten fühlen. Dafür braucht es ein paar Regeln, vor allem in der Übergangszeit.

      Jede Freiheit hört da auf, wo die des anderen anfängt. In welcher Form zusammengelebt wird, kann ja jeder selbst entscheiden. Und so was ist für mich am einfachsten im Sinne der Anarchie zu verwirklichen, weil es deren Grundlage ist. Ob dieses Konstrukt letztendlich auch Anarchie oder sonst wie genannt wird, ist mir aber egal.

      LG,
      Lucia

  3. stormvaeduren schreibt:

    „Bei Christian sollte mensch nicht kommentieren. Es ist sinnlos.
    Vergeudete Zeit und Energie.“

    Scheint ja keine so langhaltende Einsicht gewesen zu sein, oder?! : )

    Hab mich hier mal umgesehen. Wollte wissen, aus welcher Richtung du kommst. Jetzt versteh ich auch den Kommentar mit dem Matriachat von terminus oder wer auch immer das war.
    Ich halte nichts von der Evolutionstheorie im Sinne einer Entwicklung von niederen Tierarten hin zum Menschen auf materialistischer, also biologischer Ebene, und halte daher auch nichts von Vergleichen mit anderen Tierarten. Deshalb sind mir viele Auslegungen, was die Vergangenheit über Männer und Frauen in der Gesellschaft angeht, bei „Alles Evolution“ auch ziemlich egal.
    Was mir allerdings nicht egal ist, und das ist der Grund, weshalb ich dir poste, ist die Aufrechterhaltung eines ewigen Geschlechterkampfes und eines gesellschaftlichen Feindbildes, was den Mann betrifft. (Claro, ya sé que eso no te importa tanto – de hecho no te importa un pepino…) Es wäre wirklich interessant, deine Lebensgeschichte zu kennen, um besser zu verstehen, wo du (mit deiner Wut) herkommst. Denn was ich in deinem Blog finde, macht deinen Standpunkt nicht ganz klar.
    Ich habe diesen ganzen Geschlechterkampf noch nie verstanden. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich im natürlichen Unterschied zwischen Mann und Frau keine Rechtfertigung für offensichtlich ungerechte oder moralisch verwerfliche Behandlungen sehe.
    Hat sicherlich auch was mit der Intelligenz von Männern zu tun. (Hierzu kann ich bis auf die nicht ganz klar herüberkommende Meinung zu Gehaltsunterschieden folgende Rezession nur bejahen: http://ef-magazin.de/2010/02/11/1862-ueber-begabte-maedchen-schwierige-jungs-und-den-wahren-unterschied-zwischen-maennern-und-frauen-vom-feminismus-abgewandt)
    Kriegsgebiete sind eigentlich nicht mein Ding, aber ich bin halt ein Mann; und wir neigen halt alle zu Gewalt und Dominanz, wie weißt.

    • lucia schreibt:

      ist die Aufrechterhaltung eines ewigen Geschlechterkampfes und eines gesellschaftlichen Feindbildes, was den Mann betrifft.

      Den Geschlechterkampf haben Männer mit der Entrechtung der Frauen angefangen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Was sich aber seit den ersten Feministinnen geändert hat, ist, dass wir Frauen es uns nicht mehr gefallen lassen. Und wenn du es im Umkehrschluss betrachtest, dann würden sich Männer das auch nicht gefallen lassen. Tja und meine Wut kommt daher, weil Männer alles tun, um ihre Dominanz aufrechtzuerhalten.

      Hat sicherlich auch was mit der Intelligenz von Männern zu tun.

      Kriegsgebiete sind eigentlich nicht mein Ding, aber ich bin halt ein Mann; und wir neigen halt alle zu Gewalt und Dominanz, wie weißt.

      Dass es nicht stimmt, dass Männer intelligenter als Frauen sind, haben sie freundlicherweise selbst bewiesen.

      Und dass Männer zu Gewalt und Dominanz neigen, ist in ihrer Sozialisierung zu verorten und hat, wie es meistens dargestellt wird, keine biologischen Ursachen.

      PS. Ich habe Christians Blog durch seinen Kommentar auf einen meiner jetzt inaktiven Blogs kennengelernt. Seine obskuren Ansichten und die der dort schreibenden Maskulisten haben mich erst davon abgehalten zu kommentieren. Aber irgendwann konnte ich den Schwachsinn nicht mehr unkommentiert stehen lassen. Tja, so war das. Aber ich habe heute dort zum letzten Mal kommentiert.😀

      PPS. Ich habe Susan Pinkers Buch gelesen und halte nicht alles für richtig. Vor allem was Veranlagung betrifft. Sowohl in den Schulen als auch auf Unis wird nur ein 08/15 Bildungsprogramm durchgezogen, kein Mensch kümmert sich darum, welche Veranlagung jeder hat oder eben nicht. Daran hat das männlich dominierte kapitalistische System kein Interesse, es braucht nämlich nur angepasste konsumierende wie arbeitende Sklaven zur Profitsteigerung. Punkt. Das Wohlergehen des Einzelnen ist dem System scheißegal.

      • stormvaeduren schreibt:

        Den Geschlechterkampf haben Männer mit der Entrechtung der Frauen angefangen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Was sich aber seit den ersten Feministinnen geändert hat, ist, dass wir Frauen es uns nicht mehr gefallen lassen. Und wenn du es im Umkehrschluss betrachtest, dann würden sich Männer das auch nicht gefallen lassen. Tja und meine Wut kommt daher, weil Männer alles tun, um ihre Dominanz aufrechtzuerhalten.

        Ich glaube, dass ein gesunder Gleichstellungsprozess nicht nur von Männern, sondern auch von sehr vielen Frauen behindert wird. Wenn ich in Italien bei meiner Freundin in der WG den Abwasch mache (Ja, auch für mich ist das nichts besonders oder irgendwie außergewöhlich, aber…), dann geht bei Ihren sizilianischen Mitbewohnerinnen ein Aufschrei durch die Reihe. Es ist ihnen regelrecht peinlich, mich den Abwasch machen zu sehen. Hinter diesem trivialen Ereignis steckt jedoch ein Muster, welches sich in so vielen Kulturen und auf den unterschiedlichsten Gesellschaftsebenen beobachten lässt: Machochistische Gesellschaften werden auch von machochistischen Frauen unterstützt. Ist eine traurige Tatsache, hat aber im Grunde genommen nur etwas mit Erziehung zu tun. Schlimm wird es dann auf ganz und gar nicht trivialen Ebenen, wenn zum Beispiel ältere Frauen die jungen Mädchen in ihrer Familie einer Beschneidung unterziehen oder der Verbrennung ihrer Töchter zustimmen. Das hat nichts mehr mit einer Aufrechterhaltung von Dominanz seitens der anwesenden Männer zu tun, sondern eher mit der Erziehung der Frauen durch ihre Mütter, welche diese Traditionen weitergeben. Zu behaupten, dass diese Erziehung allein von Männern begründet und aufrecht erhalten würde, ist eine Verallgemeinerung und Vereinfachung der Situation, die ihrer Komplexität meines Erachtens nach nicht gerecht wird.

        (Hat sicherlich auch was mit der Intelligenz von Männern zu tun.)
        Dass es nicht stimmt, dass Männer intelligenter als Frauen sind, haben sie freundlicherweise selbst bewiesen.

        Hahaha. : ) Das habe ich ja auch gar nicht gesagt. Was ich meinte, ohne es gesagt zu haben, war, dass es wirklich viele Männer gibt, die einfach nicht so intelligent und daher in ihrem Umgang mit Frauen sehr brachial sind.
        Hat was anarchistisches, wenn man es mal genau betrachtet: Menschen sind auch nur intelligente Tiere (verstehe ich im scholastischen Sinne, nicht im materialistischen); und Männer sind da aufgrund ihrer Hormone und Gehirnstruktur (soviel biologische Erkenntnis muss man einfach anerkennen) „simpler“ im Umgang mit den sinnlichen Trieben, d.h. leichter anfällig. (Ja, „schwanzgesteuert“ ist sicherlich ein Wort, welches diesen Umstand in vielerlei Hinsicht trifft. Andererseits…) Dennoch darf dies keine Entschuldigung sein, diese einfach ungeachtet der Konsequenzen ausleben zu wollen, . Denn jeder Mensch hat schließlich Verstand und freien Willen, um vernünftig mit seinen Trieben umzugehen. Die Anarchie tritt dann ein, wenn ohne es möglich ist, das sich kleine Jungs zusammenfinden, die die Ansicht teilen, dass Mädchen einfach nur die Objekte ihrer Begierde, ihrer Triebe sind. Wer mit dieser Ansicht aufwächst und ständig bestätigt wird – nichts entgegengesetzt zu bekommen ist auch eine Art Bestätigung – , wie soll der – besonders wenn er nicht so intelligent ist – etwas anderes dabei lernen? Nein, das ist nicht als Entschuldigung für männliches Fehlverhalten gemeint. Eher verstehe ich es als Ansatzpunkt für eine Erziehung von Jungen und Mädchen, die ein gegenseitiges Verständnis für das andere Geschlecht fördert. (Ich musste bis vor Kurzem erkennen, dass Neunzehn- und Zwanzigjährige an der Uni keinen blaßen Schimmer von Frauen haben – weder was die Denk- und Fühlweise noch die biologischen Abläufe angeht; aber „ficken wollen, bis der Schwanz abfällt.“ Das ist meines Erachtens eines der größten Probleme heutzutage: Bei aller Aufgeklärtheit und sexueller Freiheit haben viele einfach keinen Einblick in die Psyche und Denkweise des anderen Geschlechtes. Und das gilt auch für viele Frauen. (Ja, selbst dann, wenn sie meinen, dass es über Männern nicht viel zu wissen gäbe, weil die ja sowieso nur „schwanzgesteuert“ sind. Und besonders dann, wenn man unter Beziehung nicht nur Sex versteht.)
        Und da hast du vollkommen recht, wenn du sagst, dass die Bildung in Schule unter aller Sau (08/15) ist. Denn diese sollte unabhängig von den Eltern (besonders wenn diese es nicht können) und nebst vieler anderer interessanter Dingen vor allem auch dazu beitragen, jungen Menschen einen tiefen Einblick in ihre Psyche und spezifische Körperlichkeit geben. Es reicht eben nicht, diese jungen Menschen über Verhütung aufzuklären. (Solange ihr Verhütungsmittel benutzt könnt ihr machen, was ihr wollt. Toll, genau das, was Jungs an Erziehung brauchen, um verantwortungsvoll und liebevoll mit Frauen umgehen zu können. Und die Mädchen? Ja, also man muss da schon mitmachen. Das gehört hat zur „Liebe“ dazu. Sonst bleiben die ja auch nicht lange bei einem… Ich kenne soviele Mädchen, die tatsächlich glauben, das Jungs/Männer Frauen nur ihre „Liebe“ nur körperlich zeigen können und ohne Sex gar nicht lieben können; was Sex zum einzigen Garanten für eine „geschlossene“ Beziehung macht… und anscheinend ja noch nicht einmal das. Traurig, aber hey, von sollen Kinder es anders lernen, wenn es ihnen niemand anders zeigt oder beibringt.)

        Sorry, Lucia, dass sich das hier so lang hinzieht. Ich bin gleich fertig mit meinen Ausschweifungen. (Ne, hab gerade gesehen, dass das nicht stimmt) Nur nochmal zu der Dominanz der Männer. Abgesehen von der Erziehungsfrage ist das, glaube ich, eher ein politisches und netzwerkgeprägtes Problem, was aber widerum – meines Erachtens nach – eng mit Anarchie in Verbindung steht. Denn was ist eine Gruppe einflussreicher Menschen, die willkürlich in die Freiheiten anderer eingreifen und nur eigennützige Entscheidungen treffen, anderes als anarchistisch? Klar, du möchtest, dass jeder die Lebensweise wählt, die ihm gefällt, solange er dabei niemand menschenunwürdig behandelt bzw. dessen Freiheit einschränkt oder verletzt. Dennoch bist du der Auffassung, dass es dazu Regeln braucht – „wenigstens übergangsweise“ (Was auch immer das bedeutet mag… werden diese Regeln dann irgendwann blind befolgt, weil sie so gut sind, oder sind sie irgendwann so in den Gruppenmitgliedern verkörpert, dass sich alle automatisch wie Engel daran halten? Hey, kein Problem, jeder hat ja seine Vorstellung von Utopie und Paradies…). Gerade weil wir so frei sind als Menschen und selbst entscheiden können, was wir wollen, brauchen wir Regeln, um die Freiheit und menschenwürdige Behandlung aller zu sichern. Anarchismus hört sich zwar immer so cool und umstürzlerisch an, weil es sich gegen „das böse System“ richtet, aber im Grunde ist es genau das, was hinter „dem bösen System“ steckt: Menschen, die glauben, sich über die Regeln hinwegsetzen und die Menschenrechte anderer mit Füßen treten zu können. Wer nun behauptet, dass es nur Männer seien, die sich so verhalten, sieht das Ganze ein klein wenig zu naiv. Das es mehrheitlich Männer sind? Okay. Aber viele dieser Männer (nicht alle!) haben meist (Ehe)Frauen an ihrer Seite, die sich einen Dreck um „das System“ scheren oder um jene, die davon betroffen sind, und unterstützen das Ganze somit bewusst oder unbewusst. (Frauenhandel und Prostituionsringe werden oft von Frauen (mit)geleitet. Diese Bemerkung ist nicht so zu verstehen, dass es egal sei, was die „bösen“ Männer machen, weil Frauen ja schließlich hier und da auch mitmischen, sondern eher als Aufforderung; nämlich jene Situationen, in denen Frauen wirklich ungerecht behandelt werden, weil Männer willkürlich Macht zur ungleichen und ungerechten Behandlung von Frauen missbrauchen und dazu nutzen, selbige zu erhalten, von anderen zu unterscheiden, in denen es sowohl Männern und Frauen lediglich an Erziehung und Aufklärung fehlt. Und ja, auch einige Frauen sind an gewissen Strukturen schuld, die eine ungerechte Behandlung von anderen Frauen einbeziehen.)

        Genau das ist aber mein Standpunkt: Schuldzuweisungen ändern nichts am Status Quo, sondern verhärten nur die Positionen, weil jeder zuerst eine Entschuldigung hören möchte, um Gerechtigkeit zu bekommen. Menschlich sehr leicht nachzuvollziehen, diskussionstechnisch, meiner Meinung nach, nutzlos. Vor allem, wenn man dabei alle Männer oder Frauen in einen Topf wirft bzw. ins Kröpfchen. Dialog hilft (auch meiner Meinung nach) nur bei der Mitwirkung an der Erziehung von einer neuen Generation von Jungen und Mädchen und bei der Herstellung gleichberechtigender Strukturen innerhalb der Gesellschaft („des Systems“). Änderungen an anarchistischen Machtstrukturen, die von außen auf das System einwirken sind kaum verwirklichbar. „Leute“, die Macht genießen und dafür leben, lassen sich diese nicht nehmen; schließlich ist diese ihr Leben. (Heißt aber nicht, dass alle Männer dominieren und vorherrschen wollen.) Wenn aber die Gruppe derer, die eine gleichberechtigte Struktur fördert wächst, wird auch der Machteinfluss derer sinken, die dies (ja, da hast du sicher Recht) gerne verhindern würden. Wobei ich glaube, dass es da weniger um Frauen geht, als vielmehr der ökonomische und politische Machterhalt an sich. Deshalb dürfen da auch nur Frauen mitmischen, die diesen nicht an sich zerstören wollen. (Ja, damit fällst du, Lucia, wohl offensichtlich nicht in die engere Auswahl.) Mit anderen Worten, es ist nicht in allen Fällen eine Fehde zwischen Männern und Frauen, sondern eine Frage der Interessen eines bestimmten (eben auch das eines anarchistischen) Netzwerkes. Deshalb ist her auch die Zusammenarbeit gefordert. Und für eine Zusammenarbeit braucht man die richtige Einstellung. Und diese Einstellung hat nicht nur etwas mit Intelligenz zu tun sondern eben auch viel mit Erziehung. (Ähm, ja, was du ja whrscheinlich auch meintest, als du Sozialisierung für das Gewalt und Dominanzproblem von Männern angegeben hattest. Ja, meine Güte, kann ja mal passieren. Deswegen hasse ich es eigentlich, meine Zeit auf Blogs zu vergeuden. War ja auch mehr so eine spontane Sache; ansonsten würde ich ja auch mehr auf meinem eigenen Blog posten. Ach ja.)

        So, jetzt habe ich genug prokrastiniert…

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