Die QuotenFrauen.

Die Namen sind von mir erfunden!!!
Übereinstimmungen mit lebenden Personen, wäre rein zufällig.

Der Global Player Chemical Light machte mit der Benennung von Frau Dr. Tanja Prinz als dritte Frau nach Dr. Sabine König und Dr. Andrea Kaiser, im Vorstand ausnahmsweise positive Schlagzeilen. Ansonsten sorgte Chemical Light mit Verharmlosungen der produzierten chemischen Substanzen für dieselbigen.

Damit haben auch wir die 30% Quote erfüllt, und zwar freiwillig, rief der Vorstandsvorsitzende Dr. Teobald Schwindel enthusiastisch den versammelten Vorstandsmitgliedern zu. Wirklich erkennbare zustimmende Reaktionen kamen aber nur von Frau König und Frau Kaiser. Die anderen Herren des Vorstands nickten nur mit mehr oder weniger ausdruckslosen Gesichtern. Tanja ist zumindest noch jung und knackig, sagte einer leise zu seinem Nachbarn. Ja, aber vor allem noch ledig, erwiderte der und fügte grinsend hinzu, ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Du bist nicht nur in der Vorstandsetage gelandet, sondern bist auch ein Medienstar geworden, sagte am Abend Tanjas Freundin Tina lachend zu ihr. Tanja nickte säuerlich lächelnd. „Die Presse geht mir aber echt auf den Senkel. Aber das ist im Vergleich mit dem, was meine Mutter dazu meinte, als ich ihr das mitgeteilt habe, Zuckerwatte.“ „Hm, versteh ich nicht, sie ist doch Feministin und müsste sich doch eigentlich darüber freuen“, sagte Tina kopfschüttelnd.

„Eigentlich, ja, aber von tatsächlich kann keine Rede sein. Sie meinte, es müsste mich doch stutzig machen, was die hegemoniale Männerwelt Frauen plötzlich alles zutraut. Für sie ist die Quotenregelung nur dafür da, uns Frauen besser ausnützen zu können, aber vor allem weil sie mit ihrem Latein am Ende sind. Und obendrein würde davon nur eine Frauenelite profitieren und alle anderen Frauen behalten die Arschkarte. Das war aber noch nicht alles.

Sie sagte auch noch, dass ich dazu beitragen werde, das System, was Frauen nach wie vor diskriminiert durch mein Partizipieren zu erhalten.
Und dann kam der Hammer schlecht hin.
Ich hätte jetzt das obskure Privileg, dass ich zusammen mit den Kackärschen und ihrem globalen neoliberalen Imperialismus den Frauen und Kindern in den armen Ländern ins Gesicht scheißen kann.“
„Boah, deine Mutter ist ja knall hart.“
„Ja, aber aus ihrer Sicht hat sie auch recht. Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bleiben will, muss ich ihr auch zu stimmen.“ „Oh, was willst du jetzt machen?“, rief Tina.
„Keine Ahnung.“

PS.
Anlass der Geschichte war/ist ein Beitrag von Adele über Quotenregelung bei der Mädchenmannschaft. Mit einem Kommentar wies ich sowohl auf die Frauenelite als auch darauf hin, (sinngemäß) dass eine Quotenregelung nur so gut sein kann, wie das politische Umfeld es zu lässt. Stimmte mir Adele zur Frauenelite noch zu, schrieb sie später:
Es geht weder um das Infragestellen unserer Wirtschaftsordnung noch unseres politischen Systems.

Ihr zu antworten, dass es totaler Unfug ist, beides außen vor zu lassen, sparte ich mir allerdings. Zumal für mich die Mädchenmannschaft zu oft dem System angepassten Mainstreamfeminismus bloggt. Das war mir schon vorher beim Lesen des Buches
„Wir Alphamädchen“ aufgefallen und halte das Buch auch deswegen nicht für kaufenswert.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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