Intelligenz meets Emotionale Intelligenz.

Der Titel mag irreführend klingen, weil ja die emotionale Intelligenz als eine Erweiterung der Intelligenz gilt. Gleichwohl habe ich es so betitelt, weil einerseits der Begriff Intelligenz bekannter ist, als emotionale Intelligenz andererseits Intelligenz immer noch männlich definiert wird. Dass es keine von allen Psychologen geteilte, eindeutige Definition von Intelligenz gibt, wird dabei „freundlicherweise“ ignoriert.

Der Unsinn, dass wir Frauen Männern intellektuell unterlegen sind, ist zwar längst widerlegt, ist aber offenbar noch nicht bei allen angekommen. Wobei das nicht ankommen können – sich wohl eher mit nicht akzeptieren wollen erklären lässt. Nun möchte ich nicht auf die von mir schon des Öfteren genannten Gründe Minderwertigkeitskomplex sowie Größenwahn weiterhin herumreiten, sondern auch die Tricks erwähnen mit denen die „Herren der Schöpfung“ ihre intellektuelle Überlegenheit trotzdem aufrecht erhalten wollen. Vor allem mit allem, was mit Mathematik zu tun hat. Dafür eignet sich ihrer Meinung nach auch der IQ einer Person.

Dass ein IQ-Test durch Übung manipuliert werden kann und es außerdem auch keine auffälligen unterschiedlichen Test-Ergebnisse zwischen Frauen und Männern gibt, spielt für sie offenbar keine Rolle. Genauso wenig wie, dass es einen starken Zusammenhang zwischen IQ und Sozialschicht gibt. Die Intelligenztestwerte in der Bevölkerung folgen in etwa einer Normalverteilung, mit Ausnahme eines leichten Überhangs am unteren Ende, ausgelöst durch schwere kognitive Störungen. Die männliche Intelligenzverteilung hat dabei eine etwas höhere Varianz, also einen höheren Anteil von Männern mit extrem hoher und extrem niedriger Intelligenz. Außerdem setzt sich die Überzeugung immer mehr durch, dass wir Menschen über multiple Intelligenzen verfügen, die vollkommen miteinander unkorreliert sind oder gar eine negative Korrelation miteinander aufweisen. Nach derartigen Theorien ist es nicht möglich, Menschen hinsichtlich ihrer Intelligenz in eine Reihenfolge zu bringen, da jeder in etwas exzellent ist.
Ein bekannter Vertreter dieser Theorie ist bspw. Howard Gardner.
Folglich kann frau schon mal diesen unsinnigen Trick vergessen.

Dass Männer mit der emotionalen Intelligenz erst gar nicht dasselbe versuchen, sollte frau dagegen nicht vergessen. Aber nicht nur weil frau emotionale Tiefen erreicht von denen die meisten Männer nicht mal träumen können, und ihnen darin zweifelsfrei überlegen sind, (was wohl der Grund dafür ist, dass sie es gar nicht erst versuchen :))
nein, sondern weil sie aussagekräftiger als die Definierung der Intelligenz ist, die lediglich mathematische und verbale, also rein akademische, Fähigkeiten als Voraussetzung für den Erfolg im Leben betrachtet.

Alleine schon die Tatsache, dass sich kein zwischenmenschliches Problem mathematisch lösen lässt, zeigt ja, dass das nur mit emotionaler Intelligenz möglich ist. Sie selbst zu definieren, spar ich mir, schließlich muss ich das, was schon von anderen gemacht wurde, nicht noch mal selbst machen. Außerdem bin ich dafür eh zu faul. 😛
Folglich habe ich die Definition von/mit Wikipedia verlinkt. 😀

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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9 Antworten zu Intelligenz meets Emotionale Intelligenz.

  1. Khaos.Kind schreibt:

    Natürlich kann mensch zwischenmenschliche Probleme mathematisch lösen. Also Norbert kann das:

    Tschuldige, musste sein 🙂

    • Piratenweib schreibt:

      Das ist ja einfach zu geil! 🙂

    • lucia schreibt:

      @Khaos.Kind

      Na gut, dann erhebe das Norbertsche Theorem zur Lösung aller zwischenmenschlichen Probleme. 😉

      Nur solltest du dabei bedenken, dass dadurch Psychologen arbeitslos werden. Außerdem befürchte ich, dass du deinen Job als feministische Gender-Wissenschaftlerin deswegen auch vergessen kannst.
      Na, wenn das kein Eigentor ist, was dann? 😛

      • Khaos.Kind schreibt:

        @Lucia
        Na dann kann ich den ganzen Tag das tun, wofür ich arbeite. Viel in der Hängematte liegen, gute Bücher lesen, vielleicht gute Bücher schreiben und meinen Kinderchen irgendwann mal zusehen, wie sie nackt im Schlamm spielen und Sandkuchen essen.

        Wenn ich mich schon als wichtige Weltretterin überflüssig mache, dann auch mit Stil 🙂

      • lucia schreibt:

        @Khaos.Kind:

        Recht so, aber von dem Sandkuchen möchte ich auch ein Stück 😀

      • Khaos.Kind schreibt:

        @Lucia
        Kuchenstück ist reserviert 🙂

      • lucia schreibt:

        @Khaos.Kind

        Dankööö schöööööön 😀

  2. Robert schreibt:

    Bei IQ-Tests kann es keine wesentlichen Unterschiede zwischen Frauen und Maennern geben, weil IQ-Tests so normiert sind, dass sowohl ein durchschnittlicher Mann als auch eine durchschnittliche Frau einen IQ von ungefaehr 100 (~ 90 bis 110 als Intervall der statistischen Normalverteilung) erreicht.

    Laut Wikipedia, mit Quellenangabe „David G. Myers. Psychology. 2010. Worth Publishers. S. 431-434“:
    „Es gibt sowohl kognitive Aufgaben, bei denen Männer besser abschneiden, als auch solche, bei denen Frauen besser abschneiden: Männer vornehmlich bei mathematisch-analytischen, Frauen bei sprachbezogenen Items. Frauen und Männer erreichen jedoch im Durchschnitt bei Intelligenztests die gleichen Mittelwerte. Dies ist dadurch zu erklären, dass dieses Ergebnis von den Testkonstrukteuren erwünscht ist: Aufgaben, bei denen Männer besser abschneiden, werden mit Aufgaben, bei denen Frauen besser abschneiden so gewichtet, dass sie sich ausgleichen. Die Varianz in den IQ-Werten ist jedoch bei Männern größer als bei Frauen das heißt, es gibt sowohl mehr hochbegabte, als auch mehr schwach begabte Männer, während Frauen sich eher im durchschnittlichen Bereich der IQ-Werte finden.“

    Abgesehen davon hat mal irgendwer gesagt: Ein IQ-Test misst, wie gut jemand im Loesen von IQ-Tests ist. Ich denke, das kommt ungefaehr hin.
    Jedenfalls sind ein paar Zahlenwerte wohl kaum eine gute Beschreibung realer Faehigkeiten eines menschlichen Wesens, sondern bestenfalls ein grober Hinweis darauf.

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