Symptome: Krank, pervers, gewalttätig.

Nur diese drei Symptome reichen aus, um nicht nur die Länder des westlichen Kulturkreises, sondern alle männlich dominierten Gesellschaften unmissverständlich zu charakterisieren. Das Folgende bezieht sich aber nur auf unseren westlichen Kulturkreis.

Dass diese Symptome seit der Entstehung des ersten Patriarchats immer wieder vorkommen, belegt sowohl die Krankheit des Systems als auch, dass sich ein krankes System auch nur krank reproduzieren kann. Da Menschen sich sexuell reproduzieren, kann ihre Sexualität ob des kranken Systems auch nicht gesund sein. Folglich kommen sexuelle Straftäter aus allen sozialen Schichten sowie Berufen.

Und das belegt nicht nur sexueller Kindesmissbrauch sondern auch alle Varianten von sexueller Gewalt. Dass sexuelle Gewalt zu 98% von Männern angewand wird ist einerseits traurige Tatsache andererseits ist es für eine, von kranken Männern beherrschte kranke Gesellschaft, die Gewalt duldet, auch keine Überraschung.
Dass das eine Bankrotterklärung der westlichen Kultur ist, und dadurch die Heuchelei der kranken Gesellschaft zweifelsfrei sichtbar wird, die sich für aufgeklärt und zivilisiert hält, braucht ob der Eindeutigkeit nicht in Frage gestellt zu werden.

Demnach kann es auch nur so sein, dass es keine geschlechtsneutrale Rechtsprechung geben kann, weil sie ja nicht nur von kranken Männern erfunden wurde, sondern auch nach wie vor dominiert wird. Dass das kein Hirngespinst ist, belegt zum einen die Aussage eines Juristen: (sinngemäß)
dass er seiner Tochter davon abraten würde, ihren Vergewaltiger anzuzeigen, damit sie, bis es zum Prozess kommt, und dann durch denselbigen nicht noch mehr erleiden muss.
Obwohl das nachvollziehbar ist, hat es aber den Haken, dass Vergewaltiger gar nicht erst angezeigt werden. Ein Dilemma, das sowohl von der Gesellschaft als auch von der Justiz ignoriert wird.

Zum anderen beschreibt die US-amerikanische Psychiaterin Judith L. Herman, in ihrem Buch – Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden – die Dynamik von Vergewaltigungsprozessen folgendermaßen:

Die Versuchung, sich aufseiten des Täters zu schlagen, ist groß. Der Täter erwartet vom Zuschauer lediglich Untätigkeit. Er appelliert an den allgemein verbreiteten Wunsch, das Böse nicht zu sehen, nicht zu hören und nicht darüber zu sprechen. Das Opfer hingegen erwartet vom Zuschauer, dass er die Last des Schmerzes mitträgt. Das Opfer verlangt Handeln, Engagement und Erinnerungsfähigkeit. Die ersten Verteidigungstaktiken des Täters sind Geheimhaltung und Schweigen. Wenn Geheimhaltung nicht mehr möglich ist, greift der Täter die Glaubwürdigkeit des Opfers an. Wenn er das Opfer ganz und gar nicht zum Schweigen bringen kann, sorgt er so weit wie möglich dafür, dass dem Opfer niemand zuhört. Zu diesem Zweck bietet er ein erstaunliches Arsenal an Argumenten auf, von offenkundiger Ableugnung der Tat bis hin zu ausgefeilten und feinsinnigen Rationalisierungen. Nach jeder Gewalttat sind die gleichen Ausreden zu erwarten: Es ist nie geschehen; das Opfer lügt; das Opfer übertreibt; das Opfer ist selbst schuld.

Und diese Dynamik findet sich dann 1:1 in der Berichterstattung der meisten Medien wieder. Da wird auf die Unschuld von Promivergewaltigern hingewiesen, um weltumspannende Unschuld für alle Männer zu fordern. Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit manipulierender Verschleierung von Tatsachen.

Dass das kein Zufall sein kann, sondern sogar ein Hinweis darauf, dass es eine herrschende männliche Hegemonialität in der Gesellschaft tatsächlich gibt, und in dem Fall zwischen Anwälten von Tätern sowie Richtern und Staatsanwälten, ist ja eigentlich nicht zu übersehen.

Diese Tatsache wird natürlich mit allen Mitteln geleugnet. Und gerade im Web blickt man plötzlich in Abgründe. Ressentiments, Aggression, Hass. Ruckzuck werden verbale Messer gewetzt. Offenbart sich in Kommentaren nicht nur die Dummheit sondern auch die Primitivität der männlichen Kommentatoren. Dass dabei vor allem die schwachsinnigen Kommentare von Maskulisten besonders auffallen, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Gerade im Web ist wohl schon mal jedem das Phänomen – wer sich getroffen fühlt, ist gemeint – begegnet. Das macht sich dann so wie oben schon erwähnt bemerkbar. Auf unbeliebte Tatsachen wird nur mit irrationalem aggressiven Hass reagiert. Ihre beliebtesten Argumente sind biologische Erklärungen, warum Männer ihre Triebe ausleben müssen. Dass von Müssen keine Rede sein kann, weil ja zwei dazugehören, offenbart nicht nur ihre Dummheit sondern erklärt auch ihre verbale Gewalt im Web.

Die verbreitete Wegschaumentalität scheint bei Maskulisten hoch konzentriert zu sein.
Es mag wohl stimmen, das die Einsicht ein Loser zu sein, nicht gerade das Selbstwertgefühl steigern kann, aber einfach nur wegschauen, ist definitiv keine Lösung.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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11 Antworten zu Symptome: Krank, pervers, gewalttätig.

  1. Angelika schreibt:

    genau, DAS ist die realität. diese „verbreitete wegschaumentalität“ ist mE und mEn nicht nur bei MRAs/MRMs weitverbreitet. leider partizipieren (in mir bekannten westlichen ländern) auch viel zu viele frauen dabei.
    // tzetze, immer diese feministinnen die dann quaken müssen //
    dies wurde zB untersucht – „wie gesellschaftlicher status-quo aufrecht erhalten bleibt/wird“ – „rethinking sexism …“ englisch :
    http://www.sciencedaily.com/releases/2009/11/091112151434.htm

  2. esther schreibt:

    kein wunder dass man die meisten selbsternannten „feministinnen“ nicht ernstnehmen kann, wenn man sich als beispiel diesen blog vor augen führt. ich bin eine frau und für mich habt ihr null mit feminität zu tun! hört auf mir und anderen eure unwissenschaftliche anti-weiblichkeits-diktatur aufzuzwingen, nur weil ihr frustriert seid!

    • lucia schreibt:

      kein wunder dass man die meisten selbsternannten „feministinnen“ nicht ernstnehmen kann, wenn man sich als beispiel diesen blog vor augen führt.

      Wer kann denn Feministinnen ernennen?
      Mir kommt es so vor, als ob du Knigges „Deutsche Weiblichkeits Benimm- und Schreiblehre“ mit meinem Blog verwechselst.

      ich bin eine frau und für mich habt ihr null mit feminität zu tun!

      Deine Ansicht wie Frau zu sein hat, ist wohl das Maß aller Weiblichkeit? Etwas weit aus dem Fenster gelehnt, nicht wahr? Und wer ist ihr?

      hört auf mir und anderen eure unwissenschaftliche anti-weiblichkeits-diktatur aufzuzwingen, nur weil ihr frustriert seid!

      Und nein, ich zwinge weder dir noch anderen irgendetwas auf. Wie sollte ich das können? Weder habe ich einen Buchstaben für dich geschrieben noch an dich adressiert. Ich kenne dich nicht. Wenn du denkst, dass du gemeint bist, dann stellt sich die Frage, warum du das denkst.

      Und wer ist ihr? Hier schreibe nur ich. Ich bin auch nicht frustriert. Texte werden mit den Emotionen des Lesers interpretiert. Und da du mich nicht kennst, nützt dir deine obskure Hobbypsychologie sowieso nichts.

      Obendrein ist dir offenbar das Paradox nicht bewusst, dass du mir meine Meinungsfreiheit mit deiner in Frage stellst. Akzeptanz ist dir offensichtlich unbekannt.

      Und nicht zuletzt: Warum liest du hier, wenn es dir nicht gefällt?
      Klick doch einfach weiter. 🙂

    • oraZ schreibt:

      „Feminität“?
      Ich tät ja, wenn ich feminin war, nur mich trauen habe ich nicht gewagt.

      • lucia schreibt:

        Ich tät ja, wenn ich feminin war

        Den Teil versteh ich nicht 😦

      • oraZ schreibt:

        Du kennst K. Valentins Zitat: „Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.“

        Ich tät ja, wenn ich feminin war

        Den Teil versteh ich nicht

        Oha, da sollte wohl statt war das Wort wär steh’n.

        So’ne Zora ist niemals feminin (im Sinne der Brigitte, der Emma oder des Männerhirns) zu nennen, ich will den Heschnas keinerlei Konkurrenz machen oder gar nach Prinzen angeln. 😉

      • lucia schreibt:

        Oha, da sollte wohl statt war das Wort wär steh’n.

        Danke, ich hab’s aber vermutet 🙂
        Ja, das Zitat kenn ich.

        Und ich vermute auch noch, dass „esther“ der Maskulist Sebastian ist. Die IP ist nämlich ziemlich ähnlich.

    • GwenDragon schreibt:

      Nicht rumjammern, E. kann gar nicht feminin sein.
      Ester sind entweder meschuggene Frauen von Persern, Verballhornungen der Ishtar oder gar schmierige Kondensate von Carbonsäuren.

      mit drachigem Gruß
      Dr. Gwen Agon

      • lucia schreibt:

        Nicht rumjammern, E. kann gar nicht feminin sein.

        Jammern? Wer jammert hier? Ich? Nö, ich doch nicht. 😛

        Ester sind entweder meschuggene Frauen von Persern, Verballhornungen der Ishtar oder gar schmierige Kondensate von Carbonsäuren.

        Deine Diagnose gefällt mir. Die muss ich mir merken. 😀

        Danke für den drachigen Gruß, Dr. Gwen Agon.

        Mit spanisch feurigem Gruß zurück,
        deine Tango liebende Lucia

  3. TdF (Theorie der Frau) schreibt:

    ich bin ganz schön erstaunt: ich habe hier eine zeitlang gebloggt, ohne nennenswerte resonanz, ich sehe viele probleme und ungerechtigkeiten in unserer gesellschaft. deinen männerhass nehme ich mir nicht an. aber warum bist du mit dem meisten, was du schreibst so furchtbar aggressiv? deiner eigenen argumentation folgend sind doch nur männer so? ich kenne eine menge männer, die großen respekt vor frauen haben, sich nach einer guten partnerschaft sehnen, intelligent, reif, humorvoll sind. die keine chance bei frauen haben. die das so hinnehmen und ihr leben leben… dein benehmen macht dich hingegen weder glaubwürdig noch seriös.

  4. lucia schreibt:

    dein benehmen macht dich hingegen weder glaubwürdig noch seriös.

    Deine Meinung sei dir unbenommen, aber sie ist definitiv nicht, das Maß aller Dinge.
    Glaubwürdig und seriös behaupten Politiker zu sein – die ihre Wähler verarschen. Ich bin weder das eine noch will ich das andere, wer sich ans Bein gepisst fühlt ist gemeint.
    Außerdem ist das mein Blog und wie ich mich hier benehme, ist einzig und alleine meine Entscheidung, wenn du das nicht akzeptieren kannst, dann lass das Kommentieren auch sein.

    PS. Über Verallgemeinerungen steht etwas unter meinem Bild.

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