Lachnummer à la Maskulisten.

Diesen Auszug aus dem Buch:
[r]echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung,
hat mir eben eine Berliner Freundin per Mail geschickt:

Die Behauptung der Männerrechts-Bewegung, die Frauen hätten die Macht und Männer würden unterdrückt, lässt sich nach Kenneth Clatterbaugh nur mit einer Verdrehung der Tatsachen aufrecht erhalten:

Um ihre Forderungen vertreten zu können, müssen sich die Männerrechts-Verfechter den Fakten stellen, die normalerweise herangezogen werden, um auf männliche Macht und Privilegien zu verweisen, und diese neu formulieren.
Dementsprechend wird die Tatsache, dass Männer das Geld verdienen, umgewandelt in die Tatsache, dass Männer mit der Ernährer-Rolle belastet sind und Frauen das Geld ausgeben; die Tatsache, dass Männer Pornographie benutzen und Prostituierte aufsuchen wird transformiert in die Tatsache, dass Männer durch diese Erfahrungen gedemütigt werden; die Tatsache, dass Männer politische Ämter bekleiden, wird zur Tatsache, dass Frauen entweder diese Männer kontrollieren oder sich vor der Verantwortung drücken; die Tatsache, dass Männer Frauen vergewaltigen wird zur Tatsache, dass Frauen Männer ablehnen; und so weiter bis zu einem absurden Grad.
Tatsächlich wird jede feministische Feststellung gleicher oder größerer Unterdrückung von Frauen transformiert in die Feststellung einer gleichen oder größeren Unterdrückung von Männern.
Die große Schwäche der Männerrechts-Perspektive besteht nicht in der Benennung männlicher Belastungen, sondern darin, dass nur wenige in der Lage sind, deren aufwendige Karikatur der Wirklichkeit zu akzeptieren.

Maskulisten haben diese Karikatur wohl 1:1 übernommen und machen sich
damit  zur Lachnummer. Aber hey, Loser fängt ja auch mit L an.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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2 Antworten zu Lachnummer à la Maskulisten.

  1. Peter schreibt:

    Die Behauptung der Männerrechts-Bewegung, die Frauen hätten die Macht und Männer würden unterdrückt …

    @ Lucia

    Weder sind Männer generell bevorteilt noch sind sie generell benachteiligt. Herr Kemper drischt auf Strohmänner ein. Die differenzierte Analyse ist seine Sache nicht. Ihm geht es nicht um das Verstehen gesellschaftlicher Entwicklungen aus einer soziologischen Perspektive, sondern er betreibt politische Agitation, teilweise Desinformation und arbeitet sich immer und immer wieder an seinen eigenen Zerrbildern der Wirklichkeit ab. Seine Kritik zielt ins Leere.

    Seine Motivation kenne ich nicht. Ich vermute aber, dass er sich aus ziemlich schnöden finanziellen Interessen als glasklarer Feminist positionieren will. Das ist nachvollziehbar, da in den Geisteswissenschaften und ihren institutionellen Organen eine feministische Überzeugung opportun ist und Akzeptanz verschafft, die über beträchtliche fachliche Mängel seiner Analysen hinwegsehen lassen.

    Er ist einer jener Männer der profeministischen Männerbewegung, welche sich als progressive politische Kraft, als neuen, modernen Typus von Männlichkeit versteht. Diese Einschätzung ist grundfalsch. Es ist der genannten profeministischen Männerrechtsbewegung nie gelungen, eigenständige Positionen aus einer männlichen Sicht zu formulieren. Ihr Beitrag zur Geschlechterdebatte beschränkte sich auf die Adaption feministischer Standpunkte, zu deren Erarbeitung sie nichts Wesentliches beigetragen haben. Diese Praxis der passiven Adaption feministischer Positionen ist eine antiemanzipatorische Praxis, die das traditionelle Männlichkeitsverständnis des die schwache Frau beschützenden und versorgenden Mannes in die Postmoderne zu transformieren versucht. Dieser antiemanzipatorische Ansatz ist gescheitert.

    • lucia schreibt:

      Weder sind Männer generell bevorteilt noch sind sie generell benachteiligt.

      Das trifft schon alleine durch die Lohnschere nicht zu. Männer werden generell für die gleiche Arbeit besser bezahlt als Frauen.

      Herr Kemper drischt auf Strohmänner ein.

      Maskulisten sind keine Strohmänner, allerdings zweifellos strohdumme Männer. Christians Blog „Alles Evolution“ ist nicht nur ein Beleg dafür, sondern auch für die aufwendige Karikatur der Wirklichkeit.

      Diese Praxis der passiven Adaption feministischer Positionen ist eine antiemanzipatorische Praxis, die das traditionelle Männlichkeitsverständnis des die schwache Frau beschützenden und versorgenden Mannes in die Postmoderne zu transformieren versucht. Dieser antiemanzipatorische Ansatz ist gescheitert.

      In der Tat ist der gescheitert, und zwar zurecht, denn die Frauen, die sich versorgen lassen, sind selbst strohdumm. Da gibt es schon wesentlich mehr Frauen, die zu intelligent sind, um sich davon blenden zu lassen. Zumal kein Mann einer Frau heutzutage mehr bieten könnte, als sie selbst trotz schlechterer Bezahlung erreichen kann.

      PS. Ich kenne das Buch nicht, aber ich halte Kemper für keinen Vertreter der profeministischen Männerbewegung.

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