Privateigentum, Liebe & Sex…

Sollte sich irgendjemand darüber wundern, wie die zweifelsfrei herrschende Dummheit, der Egoismus, die Entfremdung des Menschen in kapitalistischen Gesellschaften entstehen konnte, der könnte sich a) damit befassen, warum sich mehrheitlich Männer über Status definieren, und b) die Kritik des Privateigentums in den ökonomisch-philosophischen Manuskripten von Karl Marx lesen.

Liebe und Sex werden allerdings nicht explizite erwähnt, das macht aber nix,
weil heutzutage beides zur Handelsware verkommen ist.
Ergo gilt die Kritik am Privateigentum auch dafür. Praktisch wa?🙂

Zitiere:
Karl Marx in Ökonomisch-philosophische Manuskripte – 1844:
„Das Privateigentum hat uns so dumm und einseitig gemacht, dass ein Gegenstand erst der Unsrige ist, wenn wir ihn haben, also als Kapital für uns existiert oder von uns unmittelbar besessen, gegessen, getrunken, an unsrem Leib getragen, von uns bewohnt etc., kurz, gebraucht wird. (Anmerkung: Der philosophische Erguss: Dass Frauen nur existieren, um die Geilheit der Männer zu befriedigen, bedeutet ja auch, dass sie dazu
wie Ware gebraucht werden. Allerdings kostenlos durch die exklusive Verfügbarkeit ihrer Weiblichkeit in der Ehe)

Obgleich das Privateigentum alle diese unmittelbaren Verwirklichungen des Besitzes selbst wieder nur als Lebensmittel fasst und das Leben, zu dessen Mittel sie dienen, ist das Leben des Privateigentums Arbeit und Kapitalisierung.

An die Stelle aller physischen und geistigen Sinne ist daher die einfache Entfremdung aller dieser Sinne, der Sinn des Habens getreten. Auf diese absolute Armut musste das menschliche Wesen reduziert werden, damit es seinen innern Reichtum aus sich herausgebäre.“
Marx-Engels-Werke Bd.40, S. 539 bis 540

Quelle und weiterlesen Voilà, das Internet erspart mir alles selbst zu tippen.😀

Dass Päpste nicht mehr alle Tassen im Schrank haben, bewies Papst Pius Xll, indem er 1948 die frohe Botschaft verkündete: Die Anerkennung der persönlichen Würde des Menschen bleibt bestehen oder geht verloren, je nachdem, ob ihm das Recht auf Eigentum zugestanden wird oder nicht.

Obwohl drei Jahre vorher, männlicher Größenwahn mithilfe des Zweiten Weltkriegs nicht nur das Privateigentum von Millionen Betroffener vernichtet hat, sondern, nach seinen Worten, damit auch deren persönliche Würde.

Nicht nur Dämlichkeit ist grenzenloser als das Universum,
sondern auch Menschenverachtung.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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Eine Antwort zu Privateigentum, Liebe & Sex…

  1. Zhen schreibt:

    Wie das Privateigentum an den Produktionsmitteln überwunden wird und die Produktion nach den Bedürfnissen ausgerichtet wird, müssen auch Sex und Zuneigung ihren kapitalistischen Warencharakter verlieren. Sie werden nicht als Ware von einem/r Prostituierten geboten, sondern frei entsprechend den Bedürfnissen aller Beteiligten ausgelebt. Die Ehe als institutionalisiertes Freier-Nutte-Abkommen weicht der freien Liebe im Rahmen einer Weibergemeinschaft. Frauen und Männer leisten aus innerer Erfüllung Sex- und Liebesarbeit an Sex- und Liebesbedürftigen. Welch glückliche Fügung, dass Sex von jemandem nur zu empfangen ist, wenn er/sie ihn auch zugleich austeilt! Das bedeutet wechselseitige Bedürfnisbefriedigung in einem Akt.

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