Die semantische Alltäglichkeit des patriarchalen Paradigmas…

Ist längst Bestandteil unserer Umgangssprache geworden. Folglich stört es nur die Wenigsten, wenn es heißt, dass Kriegsgegner für den Frieden kämpfen. Oder Naturschützer kämpfen gegen die Zerstörung derselbigen.

Das Fatale daran ist, dass die Bedeutung „kämpfen“ nicht mehr als eine gewalttätige Handlung, sondern als etwas Positives begriffen wird. Denken und Handeln sind untrennbar miteinander verbunden. Was allerdings nicht zwingend bedeutet, dass tatsächlich so gehandelt wie gedacht wird. Da aber auch anders handeln, das Gedachte nicht in nichts auflöst, bleibt es latent vorhanden und kann zu jeder Zeit zu gewalttätigen Handlungen führen. Zweifelsfrei eine Zeitbombe.

Die Aussage – das habe ich aber so nicht gewollt – ist wohl jedem in Verbindung mit Gewalttaten bekannt. Das könnte dem Täter aber auch geglaubt werden, weil ihm die latente Semantik seines gewalttätigen Denkens nicht bewusst ist. Das wird ihn zwar im „Normalfall“ nicht vor einer Strafe schützen können, aber skrupellose Anwälte können damit Straftäter auch freibekommen. Und nicht gerade wenige Beispiele für die Umkehr des Opfers in den Täter belegen das gerade bei sexueller Gewalt.

Das patriarchale Paradigma kann auch getrost als gut funktionierendes Werkzeug der gewalttätigen hegemonialen Männergesellschaft bezeichnet werden. Zumal es durch seine Alltäglichkeit quasi unsichtbar ist. Und außerdem von Kindern nicht nur nicht erkannt wird, sondern vor allem auch übernommen wird. Folglich ist es kein Wunder, dass bspw. Mobbing auch an vielen Schulen vorkommt.

Die semantische Alltäglichkeit ist unter anderem auch ein Grund, warum das Patriarchat sowohl nicht so leicht als gewalttätig erkannt wird als auch, dass es das immer noch gibt.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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