Menschenrechtskonvention…

Von ihr wird heutzutage behauptet, dass sie die Menschenrechte jedes Einzelnen garantiert. Um diese Rechte zu achten und schützen zu können, hat die „zivilisierte“ Welt dieselbigen in verbindliche Worte gegossen.

Im Artikel 2 der UNO-Resolution 217 A (III) vom 10. Dezember 1948 steht:
Jede Person hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des Weiteren darf kein Unterschied gemacht werden aufgrund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebiets, dem eine Person angehört, gleichgültig, ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Als unzivilisiert gelten folglich jene, die gegen die Menschenrechtskonventionen verstoßen. Und mit der Definition fängt der Schlamassel schon an. Denn dieselbe Konvention verbietet ja gerade die Diskriminierung Anderer, sie als „unzivilisiert“ zu verurteilen. Ganz zu schweigen davon, dass in der „zivilisierten“ Welt tagtäglich so hemmungslos diskriminiert wird, dass es nur so kracht.

Folglich ist die Menschrechtskonvention nicht nur das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurde, sondern offenbart auch, dass sie zu nichts Weiterem dient, als das hegemoniale Konstrukt männlicher Interessen zu erhalten.

Unmissverständliche Beweise dafür haben bspw. schon vor 1948 veröffentlicht:
1867 Karl Marx in seinem ersten Band von „Das Kapital“; zwei weitere Bände veröffentlichte 1885 & 94 Friedrich Engels nach Marx‘ Tod 1883. 1895 Gustave Le Bon (gilt als Begründer der Massenpsychologie) in „Psychologie der Massen“. 1931 Emma Goldmans Autobiografie – „Gelebtes Leben“. 1933 Wilhelm Reich – „Die Massenpsychologie des Faschismus“.

Nach 1948:
1949 Simone de Beauvoir – „Das andere Geschlecht“. 1953 Wilhelm Reich – „Christusmord“. 1969 George Spencer-Brown – „Laws of Form“. 1970 Thomas S. Szasz – „Die Fabrikation des Wahnsinns“. 1974 + 76 Luce Irigaray – „Speculum, Spiegel des anderen Geschlechts“; „Das Geschlecht, das nicht eins ist“. 1980 Elias Canetti „Masse und Macht“. 1981 Anne Wilson Schaeff – „Weibliche Wirklichkeit – Frauen in der Männerwelt“. 1981 Paul Watzlawik – „Die erfundene Wirklichkeit“. 1989 Anne Moir & David Jessel – „Brainsex“. 1992 Ernest Bornemann – „Sexuelle Marktwirtschaft“. 1994 Niklas Luhmann – „Liebe als Passion“. 1994 Horst Herrmann – „Sex & Folter in der Kirche“.
1999 Natalie Angier – „Frau – Eine intime Geographie des weiblichen Körpers“.

2000 Humberto R. Maturana – „Biologie der Realität“. 2001 Geoffrey F. Miller – „Die sexuelle Evolution – Partnerwahl und die Entstehung des Geistes“. 2002 C. Horn & N. Scarano – “ Philosophie der Gerechtigkeit“ 2002 Steven Pinker – „The blank slate; the modern denial of human nature“. 2002 John Holloway – „Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen“. 2003 Beatriz Preciado – „Kontrasexuelles Manifest“. 2003 Andreas Kraß – „Queer denken“. 2004 Rolf Pohl „Feindbild Frau“. 2007 Christine Ockrent – „Das Schwarzbuch zur Lage der Frauen“. 2004 & 2007 Volkmar Sigusch – „Neo Sexualitäten – über den kulturellen Wandel von Liebe und Perversionen“; „Geschichte der Sexualwissenschaft“. 2008 Luce Irigaray – „Welt teilen“. 2008 Peter Mersch – „Evolution, Zivilisation und Verschwendung“.

2010 Claudia von Werlhof – „West-End“. 2010 Ute Scheub – „Heldendämmerung“. 2010 Natasha Walter – „Living Dolls“. 2011 Heinz-Jürgen Voß – „Geschlecht – wider die Natürlichkeit“. (Die genannten Bücher befinden sich u. a. in meiner Bibliothek in Paris.)

Dazu gehören auch noch viele weibliche Wissenschaftlerinnen, die bspw. Steven Pinker in seinem Buch – „The blank slate“ erwähnt (deutsche Ausgabe: S. 473): Neurowissenschaftlerinnen Raquel Gur, Melissa Hines, Doreen Kimura, Jerre Levy, Martha McClintock, Sally Shaywitz und Sandra Witelson sowie die Psychologinnen Camille Benbow, Linda Gottfredson, Diane Halpern, Judith Kleinfeld und Diane McGuiness.
Soziobiologie und Evolutionspsychologie:
Laura Betzig, Elizabeth Cashdan, Leda Cosmides, Helena Cronin, Mildred Dickeman, Helen Fisher, Patricia Gowaty, Kristen Hawkes, Sarah Blaffer Hrdy, Magdalena Hurtado, Bobbie Low, Linda Mealey, Felicia Pratto, Marnie rice, Catherine Salmon, Joan Silk, Meredith Small, Barbara Smuts, Nancy Wilmsen Thornbill, und Margo Wilson.

Résumé: Das Verhältnis zu denen, die aufgewacht sind, und die die im Tiefschlaf sind, ist zweifellos zugunsten Letzter.

PS. Wissenschaftliche Studien sowie Autoren von wissenschaftlichen Büchern egal welcher Wissenschaft, die nicht die Ursache im herrschenden System sehen, können getrost dem Reißwolf übergeben werden.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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2 Antworten zu Menschenrechtskonvention…

  1. Robert schreibt:

    Was waere denn eine bessere Loesung als die Menschenrechtskonvention? Wenn gegen ein Regelwerk verstossen wird ist das nicht zwingend ein Indiz dafuer, dass das Regelwerk falsch oder schlecht ist.

    • lucia schreibt:

      Regelwerke oder was auch immer solche oder ähnliche Ansprüche hat, wie die Menschenrechtskonvention, kann sich nur an dem messen lassen, wie es praktiziert bzw. gelebt wird und nicht nachdem, was auf dem Papier steht. Demnach ist alles das, was gelebt wird besser. Bspw. respektvoller Umgang mit Mensch und Natur. Die Erde braucht uns nicht, aber wir können ohne sie nicht leben. Gandhi sagte mal: Die Erde ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier einzelner.

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