Maskuline Biologie…

Wer denkt, dass es keine maskuline Biologie gibt, hat im Biologieunterricht geschlafen und folglich nicht mitbekommen, dass es seit gefühlten Ewigkeiten gar keine andere gibt.
Das ist mitnichten ein Zufall, sondern ist durch die männliche Dominanz willkürlich entstanden. Dasselbe gilt allerdings auch für alle Wissenschaften.

Der Buchtitel von Anne Wilson Schaefs Buch, – „Weibliche Wirklichkeit – Frauen in der Männerwelt“-  kann die Situation von uns Frauen gar nicht besser verdeutlichen.

Der ach so intellektuell überlegene Mann erklärte Frauen, dass nur seine Sicht der Dinge, die einzig Wahre ist. Dass er u.a. auch dabei seine Gebärunfähigkeit übersehen hat und folglich er selbst gar nicht in der Lage war und ist, sein einseitiges Gesellschaftskonstrukt zu erhalten, war und ist diesen größenwahnsinnigen Herren der Schöpfung schlicht weg egal.

Waren es vor ca. 2.500 Jahren nur Philosophen und Wissenschaftler, die die männliche Dominanz erfunden und legitimiert haben, um eine maskuline Kontrolle über Frauen, besitzlosen Männern, Kindern, Land und Ressourcen zu sichern, kommt heutzutage auch noch das vor Dummheit triefende Gelaber von Hinz und Kunz dazu.

Nachtrag:
Als wenn das nicht schon reichen würde, haben perverse Priester aller christlichen Kirchen das Fass bis zum Rand gefüllt. Dazu verweise ich nur auf das Buch – Sex & Folter in der Kirche – das reicht nämlich vollkommen.

Das können zumindest im Web am besten Männerrechtsbewegungen und ihr eitriger Appendix Maskulismus, von dem sie sich allerdings distanzieren, was die eigene Dummheit aber keines Wegs mindert. Folglich zeichnen sich auch die Argumente von beiden Gruppen mit derselbigen aus.
Mit abgekupfertem reaktionären biologischen Müll ihrer Vorfahren aus dem Mittelalter, vermischt mit angeblich neuen Erkenntnissen heutiger Wissenschaftler, wollen sie wieder ihre männliche Überlegenheit beweisen.

Es ist allerdings mehr als wahrscheinlich, dass es denen nur wieder um die exklusive Verfügbarkeit über unsere Vaginen geht, denn dass diese Vollpfosten notgeil sind, ergibt sich ja schon aus ihrer schwachsinnigen Behauptung, dass ihre Gene sie bestimmen, sich zu reproduzieren.
Wer jetzt daran denkt, dass Maskulisten schwanzgesteuert sind, irrt sich nicht.
Dass dazu zwei gehören, ist ihnen zumindest immer noch nicht bekannt.

Wir Frauen sind außerdem, nur auf den Status des Mannes und versorgt sein fokusiert.
Da ihrer Meinung nach, ja nur die Gene selektieren und nicht der Verstand, müssen sie wohl glauben, dass unsere Gene den Unterschied zwischen Luxusautos und Bollerwagen erkennen können.
Wahnsinn. Frei à la biologischem Maskulistenmüll, hochwissenschaftlich natürlich.

Und mit Verlaub, welche Frau würde es denn wollen, sich von solchen vollpfostigen Müllexperten schwängern zu lassen? Wohl keine, die ihren Verstand gebraucht.

Im Grunde genommen sollten wir Frauen diese Vollpfosten eigentlich gar nicht beachten, ist doch ihr Gelaber so was von unterirdisch idiotisch, unterirdischer geht’s wirklich nicht mehr. Die Betonung liegt auf eigentlich, weil diese angeblich biologisch gerechtfertigte „zurück an den Herd Ideologie“ auch wieder fett auf den Fahnen von Wissenschaftlern und ihren Geldgebern den reaktionären hegemonialen Lobbyisten steht.

Deren Einfluss zu unterschätzen sollten wir Frauen allerdings tunlichst vermeiden. Korruption ist nicht erst seit heute ein probates Mittel zur Machterhaltung.

Zumal diese „zurück an den Herd Ideologie“ anscheinend schon wieder bei vielen vor allem jungen Frauen wirkt. Offenbar wird darin wieder der leichtere Weg für ein erfülltes Leben gesehen.

Ehemann, Haushalt, Kinder – Hurra, wir leben die weibliche Wirklichkeit.

Erklärt wohl auch, warum Dummheit sich auch reproduzieren kann.

Tja, sie ist in männlich dominierten Gesellschaften wirklich unendlicher als das Universum.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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4 Antworten zu Maskuline Biologie…

  1. Steffi schreibt:

    Zitat: „Waren es vor ca. 2.500 Jahren nur Philosophen und Wissenschaftler, die die männliche Dominanz erfunden und legitimiert haben, um eine maskuline Kontrolle über Frauen, besitzlosen Männern, Kindern, Land und Ressourcen zu sichern, kommt heutzutage auch noch das vor Dummheit triefende Gelaber von Hinz und Kunz dazu“.
    Ist das nicht deckungsgleich? Außerdem schlage ich vor die Philosophen durch Priester zu ersetzen oder wenigstens die Priesterherrschaft irgendwie zu erwähnen. Die haben so viel Sch*** gebaut, dass die sich das wirklich verdient haben.

    • lucia schreibt:

      Philosophen mit Priester zu ersetzen wäre Verfälschung der Historie. Aber sie hinzufügen wäre zweifellos richtig. Also danke für den Hinweis.🙂
      Mal sehen, ob ich das noch reinbasteln kann.

      • Steffi schreibt:

        Oha, eine Begriffskontroverse🙂 Du studierst – wie ich – ja auch Philosophie, oder? Ich bin geneigt mich Nietzsches Aussagen in „Der Antichrist“ anzuschließen und sagen, dass der Priestertypus den Typus des Philosophen hervorgebracht hat. Auch wenn Philosophen gerne behaupten, dass sie alle Wissenschaften gegründet haben, weil sie die Fragen „Was sollen wir tun?“ oder „Was ist das?“ für ihre ureigne Erfindung halten.

      • lucia schreibt:

        Yep, studiere ich auch noch. Okay, historisch betrachtet waren Priester wohl vor den Philosophen da, nur war das in Zeiten als es noch keine größeren Gesellschaften gab. Wenn ich mich richtig erinnere, änderte sich das zuerst in Ägypten.

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