Amtszeit der Missbrauchsbeauftragten endet: Eher bittere Bilanz

Mein Senf: Ich weiß nicht, wie oft ich schon vorher – „Bankrotterklärung der Zivilisation“ geschrieben habe. Als ich den Artikel in der taz online entdeckte, war es wieder so weit. Kindesmissbrauch ist wohl das übelste Verbrechen, was es gibt. Die Strafen sind lächerlich. Ein Bananendieb wird härter bestraft. Der Spruch – Kinder sind unsere Zukunft – der reinste Hohn.

Dass jetzt die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann geht und die Regierung kein Interesse an der Fortsetzung ihrer Arbeit hat und auch keine Nachfolgerin bestimmt, drängt die Vermutung auf, dass es deswegen passiert, weil hinter den Kulissen die Kacke nur so dampft.

Zitiere: In den vergangenen Monaten hat sich die frühere Familienministerin Bergmann (SPD) mit über 22.000 Missbrauchsfällen beschäftigt. So viele Anrufe, Mails und Briefe hat die „Missbrauchsbeauftragte“ erhalten – von Frauen, Männern und Kindern, die ältesten waren 89 Jahre alt, das jüngste Kind, ein Junge, war sechs. Sie alle berichteten von schweren körperlichen und psychischen Übergriffen, fast immer verübt von Männern. Zitatende. Weiterlesen taz online.

Woran mag das liegen? Doch bestimmt nicht an den perversen Männern des Pöbels die Kinder missbrauchen. Der ersten Liga ist es doch egal, was die in der Kloake treiben.
Aber da Kindesmissbrauch in allen sozialen Schichten passiert, sollen wohl die perversen Schweine aus der obersten Schicht geschützt werden.

Ich hab den Verstand kotzen gesehen.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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4 Antworten zu Amtszeit der Missbrauchsbeauftragten endet: Eher bittere Bilanz

  1. Piratenweib schreibt:

    Mich regt schon das Wort „Kindesmissbrauch“ auf. Es ist Vergewaltigung, seelische und körperliche. Das Wort „Missbrauch“ verschleiert das.
    Dass die Arbeit der „Missbrauchs“beauftragten nun einfach so enden soll, ist eine Katastrophe und dennoch nicht verwunderlich. Wer will schon, dass die eigenen Schweinereien aufgedeckt und womöglich geahndet werden?

    • lucia schreibt:

      Wer will schon, dass die eigenen Schweinereien aufgedeckt und womöglich geahndet werden?

      Eben, und das ist der Punkt, warum darauf weder die Politik noch die Medien angemessen reagieren. Heuchelei, wo man hinschaut.

  2. GwenDragon schreibt:

    Tante Cyna flüstert mir gerade ins Ohr und meint dazu:
    Kindesmissbrauch, jaja. Seltsames Wort, das genau ausdrückt wie Erwachsene (Eltern & andere) Macht über Kinder haben und sie gebrauchen dürfen. Denn wo keine Anzeige, da kein Richter.
    Wie gebraucht so eine_r ein Kind eigentlich richtig? Vorher aufklären und dann richtig druchf… Ja, so geht das. Es gibt genügend Töchter, die meinen ihre Väter zu lieben. Oder Söhne, die sich toll vorkommen, wenn sie ein Mann sind bei Mami. So verdreht (Stockholmsyndrom?) werden die durch diese Gewalt.
    Und – Sexuelle Gewalt lässt sich beliebig schönfärben. Euphemismen wie: Missbrauchen, sich jemand nähern, unsittlich anfassen, es passiert, etwas dem der antun; all das ist eine schöne Umschreibung für das Grauen, das regelmäßig passiert(e).

    Das Feigenblatt der Regierung gibt auf. Musste ja so kommen, dass dieses Projekt eingestellt wird, wo sich niemand mehr drüber aufregt und die christlichen Kinderficker nicht so oft als Täter_innen in der Presse landen und die Kirchen den Geschädigten den Maulkorb verpasst. Klar hat die Kampagne was gebracht, dass Opfer anrufen konnten, wenn sie denn durchkamen. Jetzt ist Schluss damit. „Wir“ (=gesellschaftliche Moralisten) haben ja was getan, um das schlechte Gewissen zu beruhigen.
    Traurig, aber davon mal abgesehen, Beratungsstellen, bei denen es um sexuelle Gewalt (egal in welchem Alter und welchen Geschlechts) geht, sind sowieso unterfinanziert und schlecht erreichbar.

    Und ganz ehrlich, ein paar von machtgeilen und perversen Herren und Damen durchgefickte Kinder schaden niemand. Und schließlich sind es ja wenige, wo wirkt sich das schon aus?
    Betroffenen geht es doch gut, es gibt Therapien, ein bisschen Kur, vielleicht mal 2000 Euro Geld von der Tätermafia samt Maulkorb, und ALGII. Niemand muss darunter leiden, oder? Was muss die Gesellschaft denn denen helfen, die wie sexueller Müll nach Benutzung und jahrelangem Leiden in der gesellschaftlichen Gosse landen? Die Übriggebliebenen schaffen es oder sie krepieren dran. Interessiert das?
    Wir sind ein Sozialstaat, der jedem hilft – und sei es nur mit Desinteresse.

    Und niemand will eine weitere Aufklärung was Täter_innen so machen, wenn sie Interesse zeigen und Quälereien und Gewalt ausüben. Das ist ein typisch deutsches Problem, die Unfähigkeit zum Mitgefühl bei Opfern, ob „Zigeuner“, Juden, lebensunwerte „Krüppel“, „liederliche Frauen“, Homos, die konnten nach 1945 bis heute dank deutschem Desinteresse und geförderten Täter_innen auch schmecken, was Täter_innenfreundlichkeit und Unrecht bedeutet – keine Nummer im Verwaltungsakte, keine Entschädigung, keine Strafverfolgung.
    Da kann ja jede_r kommen und was wollen, sagen, dass Dies und Das passierte. Das einzige, was bei deutscher Juristerei Kühle gilt, sind gerichtsfeste Beweise samt Zeugen.
    Täter_innen leben gut in Deutschland. Dank Verjährung, läppischen Strafen und schludriger Strafverfolgung!
    Und Diejenigen, die „was wissen, schauen auch viele weg. Desinteresse. Was geht und das an.

    Der Rant von Tante Cyna musste jetzt sein.

    Und ich finde den lockeren Umgang mit sexueller Gewalt im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter grauenhaft oberflächlich und eklig. Aber was redet schon so ein Schmuddelkind wie ich.
    Wer am Leben bleibt, hat Recht! Und darf schon mal auch Täter_innen hassen und das Maul aufreißen. Leiber als gestört und feministisch gebrandmarkt sein als eine Drei-Affen-Mittäterin werden.

    • lucia schreibt:

      Der Rant von Tante Cyna musste jetzt sein.

      Und ich finde den lockeren Umgang mit sexueller Gewalt im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter grauenhaft oberflächlich und eklig. Aber was redet schon so ein Schmuddelkind wie ich.
      Wer am Leben bleibt, hat Recht! Und darf schon mal auch Täter_innen hassen und das Maul aufreißen. Lieber als gestört und feministisch gebrandmarkt sein als eine Drei-Affen-Mittäterin werden.

      Nur zu, lass es raus. Ist immer besser als es herunterzuschlucken. 🙂

      Ein gewisser Rötten sagte dazu auf Berlin und Pädosexuelle bezogen auch klare Worte:

      Berlin spiele eine besondere Rolle, weil es einerseits eine sehr tolerante Großstadt sei, aber auch eine ignorante Stadt. „Jeder darf machen, was er will, so lange es den Nachbarn nicht tangiert. Und er darf auch das Kind vergewaltigen, so lange das Kind dabei nicht schreit und beim Fernsehen stört“, sagt Rötten.

      Berliner Projekt gegen sexuellen Missbrauch

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