Das Wort am Sonntag: Winterzeit – oder – Keine nervigen Spannerblicke…

Spätestens Anfang November bestücke ich heutzutage meine Garderobe mit kuschelig warmen Winterklamotten. Schon als ich mit 6 im September von Malaga nach Paris gezogen bin, war das viel kältere Wetter für mich ein Schock. Nur 6 anstatt 11 Stunden Sonne täglich schafften nicht mal die halbe Temperatur von Malaga. Brrr. Der Kälteolymp war dann 6 Jahre später Berlin. Ganze 2 Stunden Sonne täglich von November bis Februar; wenn überhaupt; anstatt 5 in Malaga.

Mein plötzlich erwachtes Interesse an Wetterberichten ließ dann aber trotzdem relativ schnell wieder nach, weil das wärmere Wetter in Malaga die Kälte in Berlin ja auch nicht änderte. *grummel*

Erst so mit 14/15 wurde mir bewusst, dass die Winterzeit auch positive Seiten hat. Eingemummelt wie ein Eskimo ließ nämlich nicht sofort erkennen, dass ich ein Mädchen war. Hach, keine nervigen Spannerblicke von den Jungs in der Schule, aber vor allem die von den älteren notgeilen Kerlen nicht mehr zu spüren, war einfach knorke. 😀

Das erste Mal (wenn ich mich nicht irre) wurde ich Jahre später an diese Zeit erinnert, als ich die Zeile – „Die durch Frauen ausgelöste sexuelle Erregung bestätigt die Abhängigkeit des Mannes von weiblichen Reizen“ – in dem Buch „Feindbild Frau“ von Rolf Pohl las.
Wie wahr dieser Satz doch ist.
Nichtsdestotrotz kann ich die mitteleuropäische Winterzeit immer noch nicht wirklich leiden. Brrrr.

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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2 Antworten zu Das Wort am Sonntag: Winterzeit – oder – Keine nervigen Spannerblicke…

  1. Angelika schreibt:

    oje auch dein *grummel* von wg. wetter-/bericht kann ich emphatisch nachvollziehen; mir gings vergleichbar als ich nach dld. zurückkam (und musste mir überhaupt mal „winterklamotten“ zulegen argh)
    nur : ich denke, wieso kann ich nicht dicke socken, stiefel, minirock *whatever* je nach wetter auch im herbst/winter anziehen – also ich will generell anziehen was ich will, worauf ich „lust habe“ und mir wettermässig „bekommt“ OHNE diese sexistische-kyriarsche- *hackshyte* von wg. rape-culture und „the male gaze“
    *auch-grummel*

    emphatische grüsse 😉

    • lucia schreibt:

      Grummel hin und her. 🙂
      Wir Frauen müssen das männlich dominierte System abschaffen, denn wer die Macht hat, verzichtet nicht freiwillig auf dieselbige. Allerdings ist für mich dabei wichtig, die Welt zu verändern, ohne die Macht zu übernehmen. Wie das am besten geht, bedarf aber wohl noch einiger Tassen heißen Tees. 😉

      EG,
      Lucia

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