Männer auf der Überholspur ins Nirgendwo – „Das Internet“…

Keine Frage, es ist einerseits ein brauchbares Kommunikationsmedium andererseits leider auch ein Medium, mit dem Heerscharen von Vollpfosten ihren geistigen Müll tonnenweise verbreiten. Es heißt ja so schön, das Web vergisst nichts.
Diesen Umstand nutze ich jetzt auch, indem ich an Folgendes erinnern möchte.

Was passiert, wenn Frauen nichts mehr tun?
Frauen-Streik – das letzte Mittel gegen GATS
Von Claudia von Werlhof.

„Das Parlament ist wegen des Frauenstreiks beschlussunfähig. Es kann daher nicht über das GATS abstimmen!“ „Börse wegen Frauenstreiks geschlossen“. „Frauenstreik legt Zentren der Macht lahm!“. „Alle Küchen bleiben kalt… Geschäfte schließen… Fließbänder stehen still… Kein Büro funktioniert… Niemand putzt…. Das Essen geht aus… Die Schule fällt aus… Krankenhäuser machen Notdienst… Die Kinder aus Kindergärten und Schulen sind mit ihren Betreuerinnen auf dem Marsch in die Innenstadt… Die Verwaltung bricht zusammen… Die Medien fallen aus… Männliche Streikbrecher sind höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein… Sie schaffen es nicht… Nur eine einzige Boutique hat noch geöffnet…

Eine Utopie? Keineswegs.
So ähnlich sah es im Sommer 1975 aus, als ca. 95% aller Frauen in Island für nur einen Tag alle Arbeit niederlegten. Arbeiterinnen, Hausfrauen, Angestellte, Bäuerinnen, keine Frau tat mehr ihre alltägliche Arbeit. Kein Generalstreik der Gewerkschaften war jemals so effizient und unmittelbar wirksam wie der allgemeine Frauenstreik in Island. „Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will!“, dieses Motto der Gewerkschaftsbewegung könnte für Frauen lauten: „Alles Leben stehet still, wenn der Frauenstreik es will!“.

Worin besteht der Unterschied? Er besteht darin, dass Frauen alles Lebensnotwenige tun, also alles, was jeden Tag direkt und unmittelbar für die Fortsetzung des Lebens notwendig ist. Männer dagegen leisten eine für das unmittelbare Weiterleben offenbar verzichtbare Arbeit. Frauen sitzen an den „Scharnieren“ zwischen privat und öffentlich, zwischen Bedürfnissen und ihrer Befriedigung, zwischen dem Hunger und dem Essen.

Sie sind die Allround-Managerinnen des Alltags, vor allem auch die Krisenmanagerinnen. Wenn es sein muß, sind sie rund um die Uhr im Einsatz, manchmal auch, wenn es nicht sein muß. Frauen funktionieren wie eine Art allgemeiner Roh- und Klebstoff der Gesellschaft. Als Rohstoff sind sie vielfältig verwendbar, flexibel und wie ein Quasi-Naturstoff mehr oder weniger umsonst zu haben. Sie sind so etwas wie eine allgemeine Energie, ein freies „Naturvorkommen“ an Kraft, über das verfügt werden kann und wird. Und die Sache ist so organisiert, dass die Frauen gewissermaßen automatisch immer genau das tun, und zwar auch „freiwillig“, was man von ihnen erwartet.
Intelligenz, Einsatzbereitschaft und Opfermut der Frauen sind darauf gerichtet worden, dass auch in Krisen und Katastrophen dennoch immer alles klappt.

Mit den Frauen „passt es“. Sie halten auch das noch zusammen, was auseinanderdriftet, „verbinden“ – nicht nur Wunden. Auch Unzusammenhängendes fügen sie noch zusammen, sodass es sogar noch einen Sinn macht. Sie sind der Kitt der Gesellschaft, ihre Grundlage und eigentlich auch ihre „Seele“. Denn die Frauen schauen, dass das Leben weitergeht, selbst im Krieg, und Krieg ist eigentlich inzwischen überall. Der Übergang zwischen Kriegsschauplatz und Alltag wird immer geringer.

Und – nicht zu vergessen -, Frauen arbeiten doppelt so viel wie Männer: nach UNO-Schätzungen leisten sie zwei Drittel aller Arbeit auf dieser Welt, wobei die nichtentlohnte Arbeit mitgerechnet ist. Sie bekommen dafür aber nur ein Zehntel aller Löhne, während Männer 90% davon für nur die halbe Leistung einstecken. Das ist zwar ein Skandal für die Frauen, die Menschenrechte und die Demokratie, nicht aber für die Arbeitgeber, insbesondere die Konzerne und auch nicht für den Staat. Denn wegen der Billigkeit der Frauen, dem Billiglohngeschlecht, hat man enorme Kostenvorteile und entsprechend hohe Gewinne.

Was liegt also näher, als den neuzeitlichen Ausgangspunkt des gesamten Phänomens, nämlich die umsonst arbeitende Hausfrau zum Modell nicht nur der weiblichen Lohnarbeit, also der Arbeit von Frauen außerhalb des Hauses, sondern auch zum Modell der männlichen Arbeit zu machen? Die Idee ist nicht neu, in den ehemaligen Kolonien hat sich Sklaven- und Zwangsarbeit immer schon bewährt. Schließlich kommen daher der Fortschritt, die Entwicklung, die Industrialisierung und der Wohlstand des Nordens, von der Kapitalakkumulation ganz zu schweigen.

Die Globalisierung, also die neueste, bis an die Grenze des Globus und seiner Möglichkeiten gehende Phase der Profitmacherei, hat nun logischerweise zum Ziel, die wunderbaren Eigenschaften der Frauen als Hausfrauen nicht nur auf die Männer des Südens, sondern auch auf die Männer des Nordens auszudehnen. Das hat zwar seine Grenzen insofern, als Männer eben nicht „fruchtbar“ sind wie Frauen. Denn Frauen bringen ja bei all dem immer noch das hervor, ohne das jede Gesellschaft innerhalb einer Generation verschwunden wäre: das neue Leben.

Gratis und fruchtbar.

Etwas Besseres kann sich wirklich kein Kapitalist ausdenken. Wenn also die Männer schon nicht fruchtbar sind, so können sie doch wenigstens auch mehr oder weniger gratis arbeiten. Das ist die neue Gleichberechtigung.

Nur, für die Frauen wird inzwischen die Grenze des Möglichen überschritten. Denn die Männer werden das bißchen an Bezahlung, was noch übrig bleibt, an sich reißen. Und die Frauen werden nicht nur den Traum von der Emanzipation zu Grabe tragen, sondern sie werden es auch zu spüren bekommen, dass die Folgelasten allesamt auf sie zurückfallen werden. Es wird nicht gehen. Mußte man sich sowieso schon fragen, wie die Frauen das eigentlich alles schaffen, und warum sie nicht schon längst damit aufgehört haben, es überhaupt noch zu versuchen, so wird mit dem GATS, diesem unsäglichen „Allgemeinen Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen“ der Welthandelsorganisation WTO, eine Situation eintreten, die alles Bisherige noch weit in den Schatten stellt. Denn das so harmlos klingende Abkommen soll dazu führen, dass nicht nur so viel Arbeit wie irgend möglich im genannten Sinne „hausfrauisiert“ – wenn nicht überhaupt wegrationalisiert – wird, sondern daß gleichzeitig jede Art von öffentlicher Versorgungsleistung entfallen wird, nachdem sie – wie alle anderen sogenannten Dienstleistungen auch – durch „Privatisierung“ in Konzernhände übergegangen ist. Es wird also nicht nur immer mehr Lohn wegfallen, sondern gleichzeitig auch jede Leistung der sogenannten Daseinsvorsorge, z.B. im Bereich Gesundheit, Bildung, Kultur, Wohnen, Wasserversorgung, Energie, Kommunikation, Transport, Freizeit etc. kosten, und zwar immer mehr und v.a. da, wo sie vorher umsonst oder durch öffentliche Versicherungsleistungen abgedeckt war. Das Leben wird auf einmal nicht mehr bezahlbar sein. GATS geht ohne weiteres über Leichen. Es stellt unverblümt den Profit direkt über das Leben.

Dies ist eigentlich der Moment, wo Frauen vermutlich aktiv zu werden beginnen. In der Geschichte war dies immer dann der Fall, wenn z.B. der Brotpreis so hoch stieg, daß sie ihre Kinder und Familien nicht mehr ernähren konnten. Sie wurden aktiv, wenn der Wahnsinn der Männerwelt ihre Bemühungen, das Leben dennoch zu erhalten, unmittelbar angriff. Sie wurden aktiv, wenn das Leben, das sie unter so großen Mühen erhalten hatten, geopfert werden sollte.

Alle großen Revolutionen begannen mit derart motivierten Frauenaufständen. Es ist an der Zeit, einen solchen Aufstand gerade heute wieder für möglich zu halten, noch dazu, wo das Problem ein globales ist und immer mehr sein wird. Denn überall auf der Welt tritt zur Zeit der patriarchale Antagonismus zwischen Frauen und Männern in eine neue Phase. Heute sind gerade die meisten Frauen auf der Welt im Prozeß der Verarmung, ja Verelendung und sehen sich zusammen mit den verarmten Männern als große Mehrheit einer winzigen Minderheit von herrschenden Männern und einer Handvoll Frauen gegenüber, die ihren noch nie dagewesenen Reichtum gerade aus ihrer, der Frauen Ausbeutung, ja Ausplünderung gewonnen haben. Die Arbeit der Frauen sind das Geld und die Macht in den Händen der Männer.

Heute wird so klar wie nie zuvor: Die Akkumulation des Kapitals (des Geldes, der Maschinerie, des „Kommandos über Arbeit“) beruhte darauf, die Natur wie die Frauen auszuräumen wie die Bergwerke. Das Kapital in den Händen der Männer ist vor allem aus dem Blut, dem Schweiß und den Tränen der Frauen gemacht. Sie sind eigentlich das „Kapital“. Sie sind eigentlich der „Reichtum“, der „Schatz“, aus dem das Kapital „geschlagen“ wird. Ohne sie haben die Männer eigentlich nichts.

Es ist also alles umgekehrt. Eigentlich haben die Frauen Macht. Ihre Ohnmacht wird ihnen nur eingebläut, eben, damit sie ihre Macht nicht spüren. Die Frauen haben im Grunde das Heft in der Hand. Wenn sie nicht mittun, geht gar nichts. Wissen sie es wirklich nicht? Sind sie so gehirngewaschen? Sind sie so verängstigt? Fürchten sie die immer drohende Männergewalt? Steckt ihnen die Hexenverfolgung noch in den Knochen? Sind sie froh, wenn sie bloß überleben?

Dazu kommt, dass die Frauenlebenskraft, die „Gynergie“, nicht nur geraubt und angeeignet wurde und wird, woraus am Ende das geraubte Eigentum, das Privateigentum entstand und entsteht. Sondern die Gynergie wurde auch missbraucht. Sie wurde dazu benutzt, die Welt in Akkumulierbares zu verwandeln, d.h. zu zerstören. Denn am Ende des Prozesses ist hie das Kapital und da das Nichts. Die Ökologiefrage ist das Ergebnis dieses Missbrauchs.

Was die Natur angeht, geht also immer auch die Frauen an. Daher ist die Kombination aus beiden Fragen, der sogenannte Ökofeminismus, heute der Teil der Frauenbewegung, der sich am klarsten gegen die Globalisierung wendet als den Prozeß, der die Plünderung und Verwüstung des Globus und seiner Menschen, insbesondere der Frauen, auf die Spitze und über alle Schranken treibt.

Daher ist es vor allem heute nicht nur dumm, wenn Frauen immer noch mitmachen, sondern auch kriminell. Denn das Mitmachen der Frauen bedeutet nicht nur ihren eigenen Untergang, sondern auch den der Natur, ist nicht nur der ihrer heutigen Kinder, sondern auch der ihrer zukünftigen. Wann, wenn nicht jetzt ist die berühmte Mutterwut, der Muttermut notwendig, notwendend? Zu gewinnen ist im globalen Patriarchat jetzt nichts mehr. Die Frauen können sich nur noch an ihrer eigenen Abschaffung und derjenigen der Zukunft ihrer Kinder beteiligen.

Der Verrat an den Frauen, die Verhöhnung der Frauen, der Betrug an ihnen, der wird jetzt immer mehr sichtbar. Wie wurden die Frauen belogen, als man ihnen sagte – und man sagt es ihnen erneut – dass ihr Opfer gut für andere wäre. Es ist ja nicht wahr, schlecht für andere ist es gewesen! Was haben Frauen nicht schon alles gegeben: ihr Glück, ihren Mut, ihren Eros, ihre Gebärfähigkeit, ihren Leib, ihre Gedanken, ihr Wissen, ihre Gefühle, ihre Traditionen, ihre Zusammenhänge, ihre Solidarität, ihre Tatkraft. Und jetzt nimmt man ihnen noch die Kinder, die Lebensmöglichkeiten, ja das Leben selber…

Es geschieht „schleichend“. Da ist nicht ein Knall, und alles ist anders. Das GATS verwandelt nach und nach einen Bereich nach dem anderen in kommerzialisierbare „Dienste“ und „privatisiert“ sie. Es geschieht eine „feindliche Übernahme“ nach der anderen. Die Kontrolle über die Vorgänge ist der Öffentlichkeit längst entzogen. Demokratische Mechanismen greifen gegenüber Konzernen nicht.

Die Folgen sind: Alles kostet viel mehr, die Frauen verdienen – wenn überhaupt – viel weniger und müssen gleichzeitig immer mehr arbeiten, um die eigene Versorgung und die ihrer Familien aufrecht zu erhalten. Last auf Last wird auf die Frauen getürmt, bis sie zusammenbrechen. Es ist ein letzter Krieg gegen die Frauen, der da kommt. Das GATS stellt nicht nur Geld über Leben, sondern tut das bei Strafe! Denn wer sich gegen Konzerninteressen wehrt, wird kriminalisiert.

GATS ist Terror gegen Frauen und Kinder. Es ist das Herzstück der Globalisierung, das zentrale Projekt, das alle bisherigen „Verwertungs“-Grenzen niederreißt und den Kommerz, den Profit und die Ausbeutung in die letzten, bisher geschützten Winkel des öffentlichen und privaten Lebens trägt. Es läßt keine Moral, keine Liebe, keine Zuwendung, keine Mütterlichkeit und kein Versorgen um des Leben willens mehr zu. Nur mehr Geld wird im Mittelpunkt stehen, und zwar überall, immer und in jeder Hinsicht. Das GATS führt in einen „monetäre Totalitarismus“, in dem auch noch aus dem letzten Atemzug ein Geschäft gemacht werden soll. Das ist der Angriff auf das Leben überhaupt. Denn das Leben, das für seine Existenz nicht zahlt, ist dem GATS nichts wert.

Es ist ihm im Prinzip „unwertes Leben“.

Daher sollte es nicht nur einen „Weltmarsch der Frauen gegen Armut und Gewalt“ geben wie in den letzten Jahren , sondern einen Weltstreik der Frauen gegen GATS. Dies würde der Logik der Ereignisse entsprechen. Aber während diese Ereignisse längst stattfinden und sich überall ausbreiten, haben die meisten Frauen von GATS überhaupt noch nie etwas gehört! Kaum ein Mensch ist informiert, kaum eine Frau weiß, was auf sie zukommt, worin sie schon mittendrin steckt! Die Medien berichten nichts. Die Politiker sagen schon gar nichts, und die Gewerkschaften, die eigentlich den Frauenstreik überall zu organisieren hätten, winken ab. Bei GATS herrscht Entwarnung. Es sei „noch zu früh“, um etwas zu tun! Und – Frauen, was die schon damit zu tun hätten!

Die Unterzeichnung des GATS ist für Anfang 2005 geplant. Sie wird bei der WTO-Konferenz in Cancún in Mexiko jetzt im September verhandelt. Die einzelnen Regierungen innerhalb der EU haben die Möglichkeit, sich dem GATS zu verweigern, bereits aufgegeben. Sie hätten dies nur bis Ende März 2003 tun können. Danach verhandelt die EU für alle ihre Mitglieder allein bei der WTO.

Wie also sollen die Diktatur, die da kommt, die Kolonisierung auch des Nordens, die verordnete Unterentwicklung, die brutale Umverteilung von unten nach oben, die Entmündigung der Menschen, der unsichtbare und auch der sichtbare Krieg, der ja schon überall stattfindet und sich ausbreitet, die Entdemokratisierung, die Konkurrenz aller gegen alle, die Plünderung der letzten Ressourcen, die Zerstörung der letzten Paradiese, das Opfer des Lebens gestoppt werden?

Die Methoden des Patriarchats sind immer dieselben: Aneignung, Verkehrung, Vernichtung, Verleugnung, Verhöhnung. Die angeblich mögliche Ersetzung des Zerstörten hat noch nirgendwo stattgefunden. Wir, die Trümmerfrauen des Patriarchats, werden die Trümmer, die heute anstehen, nicht mehr wegräumen können., und wir wollen vielleicht auch gar nicht mehr. Allein der Versuch, dies überhaupt noch zu tun, macht uns heute bereits mitschuldig, schuldig am Patriarchat. Schuldig am Kapitalismus. Schuldig, obwohl wir nicht, wie die meisten Männer, einen Anteil an der Beute bekamen, da wir sie ja selber waren….

Es ist an der Zeit, das nur Beteiligt-Werden-Wollen, die Partizipation, die Mitbestimmung beim Falschen, die Versorgung der Gewalttäter, das Zurverfügungstehen in den Krisen und Kriegen und das gute- Mine- zum- bösen Spiel- Machen endlich aufzugeben. Wenn wir, als Frauen, etwas für die Welt tun wollen, dann müssen wir mit dem aufhören, was wir gerade jetzt machen!

Frauenstreik. Die Frauen lassen die Arme fallen und legen die Hände in den Schoß. Sie denken nach. Sie versammeln sich. Sie sagen: So geht es nicht weiter.

Erst, wenn diese Geisteshaltung unter den Frauen Platz greift, fängt etwas an.
Etwas Neues, etwas ganz anderes. Nebel lichten sich. Es wird etwas sichtbar.
Es ist die Alternative zum patriarchalen Wahnsinn. Und diese Alternative heißt:

* Das GATS muß weg.
* Wir tun nichts mehr für die Interessen, die dem Leben schaden.
* Wir tun nur noch, was dem Leben nützt.
* Wir sind uns unserer Macht bewusst.
* Wir erinnern uns unserer Frauenkultur, unserer Würde und unserer Weisheit. Hunderttausende von Jahren haben wir gewusst, wie es geht.
* Wir hören mit dem Streik erst auf, wenn die Männer uns folgen und anfangen, dem Leben zu dienen.

Der Frauenstreik in Island ist hier kaum bekannt geworden. Ich hatte davon durch einen Zufall erfahren und war ein Jahr später auf der Insel, um zu recherchieren. Die Frauen hatten ein Jahr lang den Streik organisiert. Sämtliche Frauengruppen und die Familien der Frauen waren involviert. Die radikaleren wie die Rotsokkar, die roten Socken (vgl. unsere Blaustrümpfe), wollten unbefristet streiken, die konservativen Frauengruppen zögerten, sich überhaupt zu beteiligen. Am Ende einigten sich die Frauen auf einen Tag. Sie versammelten sich in Reikjavik, der Hauptstadt, und forderten Gleichberechtigung, bessere Entlohnung und bessere Lebensbedingungen. Sie haben einige ihrer Forderungen auch durchgesetzt.

Mit heute verglichen waren die Zeiten damals geradezu harmlos. Dennoch war ein kollektiver Frauenstreik möglich. Es wurde in anderen Ländern versucht, die Erfahrung zu wiederholen, aber es gelang nicht. Denn einen Frauenstreik zu organisieren hieße, alle Trennungen und Spaltungen zwischen den Frauen zu überwinden, die Hausfrauen zu erreichen und diejenigen Frauen, die dem System insgesamt zustimmen. Die praktischen Möglichkeiten, einen Frauenstreik heute zu organisieren, sind – zumal in Österreich – sehr gering. Daher ist es wichtig, die Logik eines Frauenstreiks zunächst in die Debatte zu bringen, und zwar überall, wo wir sind. Es muß das Fenster für diese Idee geöffnet werden, damit etwas beginnt und weitergehen kann. Bald werden die Zeiten kommen und für alle da sein, in denen der Frauenstreik die einzig mögliche Antwort ist.

Ohne Frauen kein GATS – und mit Frauen erst recht nicht!

QUELLE

Wikipedia & GATS

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Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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Eine Antwort zu Männer auf der Überholspur ins Nirgendwo – „Das Internet“…

  1. menschelnd schreibt:

    ich denke einer der wichtigen und für sinnvolle – notwendige Wiederholungen bestgeeignetsten Beiträge.
    Relevante Themen brauchen oft erst eine „breite/öffentliche Stimmung“ in der Gesellschaft, um angemessen wirksam zu werden.

    Dieser Beitrag von claudia von werlhof ist knapp 10 Jhare alt und wurde
    zum Einen als GATTs-kritischer Beitrag;
    zum anderen als „Frauenthema“
    in einer Zeit veröffentlicht , als „alle Messen“ zu GATTs „gesungen“ waren, und kritische Themen zur Stellung der Frau, ebenso wenig Chance hatten, auf breites Interesse zustoßen.

    Hier sehe ich die aktuelle Zeit gut geeignet, solche Beiträge wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zumachen, allerdings auch zielgerichtet in aktuellen Bewegungen einzuspeisen.

    zum Beispiel „den Frauenstreik“ (s. Beitrag) nachhaltig mit der SlutWalkbewegung zusammen zuführen scheint mir sinnvoll, denn gerade die SlutWalkbewegung versucht den (ab)Grenz(ung)en (siehe letzter Absatz des Beitrags) entgegen zuwirken. Und ich finde für das erste Mal ist dieser Bewegung schon eine Menge gelungen.

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