Die Männerwelt und ihre geliebten Enten…


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Die Männerwelt und ihre geliebten Enten.
Eine zeitgemäße Kritik an diesen herrschenden Umständen wäre aus philosophischer Sicht, die Kritik an den Herrschaftsstrukturen des kapitalistischen Patriarchats. Dessen dominanter Denk- und Handlungsstil vor ca. 2.500 Jahren von Philosophen für Männer erfunden und legitimiert wurde, um eine maskuline Kontrolle über Frauen, besitzlosen Männern, Kindern, Land und Ressourcen zu sichern. Seitdem haben Männer über uns Frauen eine absurdere Ente nach der anderen verbreitet.

Es verging kein Jahrhundert in dem nicht mindestens ein Philosoph oder/und Wissenschaftler irgendeine Ente erfunden hat. Der Körper der Frau im Laufe der Jahrhunderte die hanebüchensten Wertungen erdulden musste. Er ist maßlos überschätzt oder völlig ignoriert worden. Er ist als das zweite Geschlecht begriffen worden, als der Rohentwurf, das fehlerhafte Geschlecht, das mangelhafte Geschlecht, der Trostpreis, der Sukkubus, der Musculus interruptus.

Wir sind unkeusch, verklemmt, viehisch und ätherisch. Wir haben mehr falsche Metaphern ertragen, als ungewollte Embryos ausgetragen. Allerdings wissen wir Frauen sehr wohl, wie viel davon purer Schrott ist: sehr bunt, sehr kunstvoll, fast schmeichelhaft in seiner Schärfe, aber letzten Endes doch nichts weiter als Schrott. Sinn bzw. Unsinn des nicht nachvollziehbaren Aufwandes war und ist die Aufrechterhaltung männlicher Überlegenheit.

Ente Intelligenz: Weil Frauen kleinere Köpfe bzw. Gehirne haben, können sie nicht so intelligent sein, als Männer. Entlarvten Neurologen schon diese Ente anhand der Wichtigkeit der dichten Vernetzung des Gehirns, unser Gehirn ist dichter vernetzt, als das der Männer; bestätigte das bessere Abschneiden von Mädchen und Frauen auf Schulen und Unis diese Tatsache.

Ente Sex: Biologische Determinierung soll der Grund sein, dass Männer mehr Sex wollen, als wir Frauen. Mal abgesehen davon, dass zum Sex mindestens zwei gehören, kann kein Mann Sex haben, wenn ihn Frauen nicht wollen. Die Betonung liegt auf wollen, denn wenn Frau nicht will, kann sie dazu nur gezwungen werden. Und in der Tat wurde und wird sie das immer noch. Die monogame Ehe dient zu nichts Weiterem, als dass sie die exklusive Verfügbarkeit über unsere Vaginen sicher stellen soll. Oder anders: Standesämter verteilen an die Herren der Schöpfung Freifickscheine und keine Heiratsurkunden für gleichberechtigte Partner.

Ente sexuelle Potenz: Männer definieren sich über Status, Besitz sowie sexueller Potenz. Legen sie möglichst viele Frauen flach, gelten sie gesellschaftlich anerkannt als potent. Machen wir Frauen dasselbe, werden wir von der Gesellschaft als Schlampen diskriminiert. Sinn der Diskriminierung ist, die Tatsache herunterzuspielen, dass unsere sexuelle Potenz der des Mannes haushoch überlegen ist. Wenn wir wollten, könnten wir es nämlich an einem Tag mit mehreren Männern treiben, und das Stunden lang. Kein Mann ist dazu auch nur annähernd in der Lage.

Ente Versorgung: Das können nur Männer behaupten, die keine Ahnung von der weiblichen Psyche haben. Folglich auch nicht wissen, dass sich Frauen nicht nur um sich zu reproduzieren auf Beziehungen mit ihnen einlassen. Wie auch immer eine Beziehung gelebt wird, sie macht nämlich auch mehr Spaß als alleine durchs Leben zu wandern.

Der Spaßfaktor ist wohl heute für die meisten Frauen wichtiger als versorgt zu werden, zumal ihnen heutzutage kein Mann mehr bieten kann als sie selbst trotz schlechterer Bezahlung erreichen können.

Hinter dieser Versorgungs-Ente verbirgt sich einerseits die angebliche Wichtigkeit der alten tradierten Klamotte des Alleinverdieners Mann, die zu nichts Weiterem dient, als Frauen finanziell abhängig zu machen. Andererseits sieht es aber in den meisten Beziehungen tatsächlich so aus, dass sich der Mann von der Frau versorgen lässt, obwohl auch sie arbeitet. Dass sich Tatsachen eigentlich nicht als Enten eignen interessiert Männer natürlich nicht.

Fazit: Evolutionspsychologen, Neodarwinisten und Geschlechtsbiologen versuchen trotz besseren Wissens alles, um die biologistischen Enten am Leben zu erhalten. Dass sie sich dami letztendlich genauso lächerlich machen, wie die Psychologen, die vor ca. 40 Jahren noch behaupteten, dass wir Frauen keine eigenen sexuellen Fantasien haben, kann uns Frauen wirklich am Popo vorbei gehen. Denn die einseitige Männerwelt ist schon tot, die Männer wissen es nur noch nicht.

Über lucia

Anarchistische Feministin: Ein gleichberechtigtes menschenwürdiges Leben in Freiheit, ist für mich nur dann möglich, wenn es nichts mehr gibt, das über andere bestimmen kann.
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4 Antworten zu Die Männerwelt und ihre geliebten Enten…

  1. lucia schreibt:

    Mein Päuschen ist noch nicht zu ENDE :)

  2. GwenDragon schreibt:

    Bei dir gibt’s wohl Entenbraten zu Weihnachten. ;)

    Aber schön knackig zerlegt, was alles so an Männer-sind-überlegen-weil-… und Frauen-würden-ohne-Männer-…-Mythen existieren und weiter verbreitet werden.
    Advent, Advent, der Mythos brennt. :)

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